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Minderjährige Auszubildende einstellen: Diese 4 Maßnahmen sind für Sie verpflichtend

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Wenn Sie minderjährige Auszubildende einstellen, dann erweitert sich Ihre Aufgabenpalette. Denn für Minderjährige gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG). Und das schützt Mitarbeiter unter 18 Jahren in besonderem Maße. Für Sie heißt das: Es ist bei Ausbildungsbeginn mehr zu erledigen als bei Volljährigen.

 

1. Checken Sie das gleich am 1. Ausbildungstag morgens: Haben Ihre minderjährigen Auszubildenden eine ärztliche Bescheinigung dabei?

Bei diesem Punkt sollten Sie keine Kompromisse eingehen: Wer als unter 18-Jähriger die Ausbildung bei Ihnen beginnt, der muss eine ärztliche Bescheinigung vorweisen. Das schreibt § 32 JArbSchG vor.

Was nicht geht: Den Auszubildenden auffordern, die Bescheinigung in den nächsten Tagen vorzulegen.

Was auch nicht geht: Dem Auszubildenden nahelegen, am Feierabend zum Arzt zu gehen und sich die Bescheinigung ausstellen zu lassen.

Das Einzige, was geht: Für diesen Auszubildenden den Ausbildungsstart verschieben. Bevor auch nur eine Minute „gearbeitet“ wird: Schicken Sie den „Fast-Azubi“ zu einem Arzt seiner Wahl. Denn gerade Minderjährige müssen im Hinblick auf ihre körperlichen sowie geistig-seelischen Voraussetzungen ärztlich untersucht worden sein, bevor sie mit der Ausbildung beginnen. Da dies dem besonderen Schutz Minderjähriger dient, dürfen Sie nicht darauf „verzichten“. Bei dieser Untersuchung wird die Frage geklärt: Spricht irgendetwas aus ärztlicher Sicht dagegen, den gewählten Beruf auszuüben? Vom Arzt darf es aus Ihrer Sicht nur eine Antwort geben: Nein! Denn dann erst kann die Ausbildung beginnen.
Beachten Sie: Die ärztliche Bescheinigung darf nicht älter sein als 14 Monate. Ist sie früheren Datums, dann ist sie wertlos und kann für Ihre Zwecke nicht mehr genutzt werden.

So geht es weiter mit den ärztlichen Untersuchungen:
Nach dem 1. Ausbildungsjahr ist bei minderjährigen Auszubildenden erneut eine Untersuchung – diesmal nach § 33 JArbSchG – fällig. Fordern Sie die betroffenen Azubis nach 9 Monaten Ausbildung schriftlich dazu auf, diese in den nächsten 3 Monaten vorzulegen. Denken Sie auch daran, die Erziehungsberechtigten darüber zu informieren. Liegt die neue Bescheinigung nicht innerhalb von 14 Monaten nach der 1. Beschäftigungsaufnahme vor, dann kommt es ebenfalls zu einem Beschäftigungsverbot. Gibt es dagegen keine ärztlichen Bedenken, dann haben Sie Ihre Pflicht erfüllt und einer weiteren Beschäftigung stünde nichts im Wege. Zusätzliche Untersuchungen können dann allerdings noch auf freiwilliger Basis durchgeführt werden. Hinweis: Nehmen Sie die ärztlichen Bescheinigungen in die Personalakte auf!

 

2. Kontrollieren Sie vor dem 1. Ausbildungstag: Hängen die aushangpflichtigen Gesetze aus?

Wenn Sie mindestens einen Jugendlichen beschäftigen, müssen Sie die sogenannte Aushangpflicht beachten. Das bedeutet konkret: Hängen oder legen Sie an geeigneter Stelle

  • einen Abdruck des Jugendarbeitsschutzgesetzes und
  • die Anschrift der zuständigen Aufsichtsbehörde (Gewerbeaufsichtsamt)

aus. Das ist in § 47 JArbSchG so vorgeschrieben.
Wenn Sie mindestens 3 Jugendliche beschäftigen, müssen Sie nach § 48 JArbSchG zudem

  • den Beginn und das Ende der regelmäßigen Arbeitszeiten sowie die Pausen für Jugendliche

aushängen (in diesem Fall: nicht auslegen!).
Beachten Sie: Bei der Anzahl der Jugendlichen zählen nicht nur die Auszubildenden, sondern alle regelmäßig beschäftigten Arbeitnehmer.
Tipp: Als geeignete Stelle gilt beispielsweise ein schwarzes Brett, solange es im Blickfeld der Arbeitnehmer und Jugendlichen hängt. Damit hätten Sie der Aushangpflicht des Jugendarbeitsschutzgesetzes Genüge getan. Haben Sie Zweifel, ob der gewählte Aushangort günstig ist, dann sollten Sie ggf. ein neues Info-Bord speziell für Jugendliche schaffen. Damit beseitigen Sie jeglichen Zweifel.

3. Führen Sie ein Verzeichnis der Jugendlichen

Nach § 49 Jugendarbeitsschutzgesetz sind Sie dazu verpflichtet, ein Verzeichnis mit allem Jugendlichen zu führen. Dabei sind auch – aber nicht nur – Auszubildende aufzuführen. Dieses Verzeichnis muss mindestens folgende Angaben über den jeweiligen minderjährigen Auszubildenden enthalten:

  • Vorname
  • Familienname
  • Wohnort/Adresse
  • Geburtsdatum
  • Beginn der Beschäftigung bei Ihnen

4. Beachten Sie das Jugendarbeitsschutzgesetz bis zum 18. Geburtstag des Azubis!

Das Jugendarbeitsschutzgesetz ist nicht nur in den ersten Tagen der Ausbildung für Sie relevant. Es gilt so lange für den jeweiligen Azubi, wie dieser noch keine 18 Jahre alt ist. Sie sollten sich daher grundsätzlich mit den darin enthaltenen Regeln vertraut machen.
Tipp: Das Jugendarbeitsschutzgesetz sollte auch in den Schubladen aller Fachausausbilder liegen. Schließlich sind sie es, die konkrete Aufgaben verteilen und auch die Arbeitszeiten der Minderjährigen besser im Blick haben. Sie sind in der Verantwortung, auf die wichtigen Regelungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes zu achten.

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