Gratis-Download

Die Fachkräfte von morgen sind Ihre Azubis! Leichter finden Sie in diesen Zeiten keine qualifizierten Mitarbeiter als im eigenen Nachwuchs. Denn: Nach...

Jetzt downloaden

Sonderrechte für Azubis im Überblick

0 Beurteilungen

Erstellt:

Bestimmte Azubis genießen bestimmte Sonderrechte, die Sie als Ausbilder in Ihrer Abteilung unbedingt beachten sollten. Dabei ist wichtig: die zusätzlichen Rechte gelten auch für die Azubis, die sich im Moment noch in der Probezeit befinden. Sorgen Sie dafür, dass die Sonderrechte in Ihrem Abteilungsumfeld bekannt sind, damit Missverständnisse vermieden werden können.

 

Die Sonderrechte bestimmter Auszubildender beziehen sich insbesondere auf 2 Bereiche: die Freistellung von Azubis und den Kündigungsschutz, was jeweils über das „Normalmaß“ hinausgeht.

Azubis freistellen: wer und zu welchem Anlass?

Bekanntermaßen sind alle Auszubildenden zu bestimmten Anlässen freizustellen. Das gilt für den Besuch der Berufsschule und von anderen außerbetrieblichen Bildungsveranstaltungen sowie für die Teilnahme an Prüfungen. Darüber hinaus stellen Sie folgende Auszubildende von ihrer betrieblichen Tätigkeit frei:
1. Mitglieder der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV):

Diese spezielle Azubi-Gruppe stellen Sie als Ausbilder immer dann frei, wenn einer der Auszubildenden für JAV-Aufgaben gebraucht wird. Beispiel: Ein Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung wird für einen halben Tag freigestellt, weil die Arbeitsplätze minderjähriger Kollegen im Hinblick auf Ergonomie und Arbeitssicherheit durch den Betriebsrat und die JAV untersucht werden.

Zudem stellen Sie Mitglieder der Jugend- und Auszubildendenvertretung frei, wenn sie an einer Weiterbildung teilnehmen, der eine notwendige Qualifizierung für die Arbeit in einer Arbeitnehmervertretung darstellt.

Beispiel: Ein Mitglied der JAV nimmt an einem Lehrgang zum Thema "Rechte und Pflichten nach dem Betriebsverfassungsgesetz" teil.

2. Minderjährige Auszubildende am Tag vor der schriftlichen Abschlussprüfung:

Wenn ein Auszubildender zum Zeitpunkt der Abschlussprüfung noch immer minderjährig ist, dann ist er – im Gegensatz zu seinen volljährigen Kollegen – am Tag vor der schriftlichen Abschlussprüfung freizustellen. Das gilt allerdings nur, wenn es sich dabei um einen Arbeitstag handelt. Findet die schriftliche Abschlussprüfung – vorausgesetzt die reguläre Arbeitswoche geht von Montag bis Freitag – beispielsweise an einem Montag statt, dann brauchen Sie den Freitag nicht freizugeben. Ist der Termin an einem Dienstag, dann haben minderjährige Auszubildende am Montag frei.

Beachten Sie: Diese Regelung gilt auch für den 1. Teil der Abschlussprüfung, die in einigen neu geordneten Ausbildungsberufen statt der Zwischenprüfung stattfindet (gestreckte Prüfung). Zu diesem Zeitpunkt ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Auszubildende noch minderjährig ist, natürlich höher als zum Ende der Ausbildung. Daher prüfen Sie, welcher Ihrer Auszubildenden zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig ist und informieren ihn rechtzeitig über den zusätzlichen freien Tag.

 

Azubis mit besonderem Kündigungsschutz

Alle Ihre Auszubildenden genießen, nachdem sie die Probezeit überstanden haben, einen recht umfassenden Kündigungsschutz. Sie dürfen beispielsweise nicht wie andere Kollegen aus betriebsbedingten Gründen entlassen werden. Zudem kommt eine ordentliche Kündigung (mit Fristsetzung) nicht infrage. Auszubildende dürfen ausschließlich fristlos gekündigt werden, wobei hierfür ein gravierender Grund vorliegen muss. Ohne einen entsprechenden Grund ist eine Kündigung unmöglich. Bei manchen Auszubildenden geht dieser ohnehin vorhandene Kündigungsschutz sogar noch weiter:

1. Mitglieder der Jugend- und Auszubildendenvertretung:

Sie sind im Gegensatz zu ihren Azubi-Kollegen, die nicht in der JAV arbeiten, bereits in der Probezeit vor einer Kündigung geschützt. Grundsätzlich können sie nur aus wichtigem Grund entlassen werden. Zudem bedarf es hier der Zustimmung des Betriebsrats. Wird diese verweigert, dann ist die Kündigung nicht gültig. Bei „normalen" Azubis muss der Betriebsrat nicht zustimmen, sondern er ist lediglich berechtigt, eine Stellungnahme abzugeben.

2. Schwerbehinderte Auszubildende:

Sie sind insofern besonders vor einer Kündigung geschützt, weil das zuständige Integrationsamt dieser Kündigung zustimmen muss. Sie als Ausbildungsbetrieb beantragen die Zustimmung des Integrationsamtes innerhalb von 2 Wochen, nachdem Ihnen der Kündigungsgrund bekannt wurde. Das Amt entscheidet anschließend, ob dem Auszubildenden gekündigt wird. Beachten Sie: Die Zustimmung der Integrationsamtes ist innerhalb der ersten 6 Monate des Ausbildungsverhältnisses nicht erforderlich.

3. Schwangere und Wöchnerinnen:

Wenn eine Auszubildende schwanger ist, dann kann ihr ebenfalls nicht mehr gekündigt werden. Das gilt auch während der Probezeit. Voraussetzung ist: Entweder Sie wissen von der Schwangerschaft oder die Auszubildende teilt Ihnen bzw. der Personalabteilung innerhalb von 2 Wochen nach der Kündigung mit, dass sie schwanger ist. Dies muss sie natürlich in Form eines Attestes nachweisen.

Personal und Arbeitsrecht aktuell

Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Ihr praxisnaher Informationsdienst für die tägliche Arbeit als Ausbilder bzw. Ausbildungsverantwortlicher

Ihr Excel-Lernsystem: Verständlich, kompakt, effektiv

So machen Sie aus Ihren Azubis Vorzeige-Azubis!

Das praxisnahe und kompetente Nachschlagewerk für Ihren erfolgreichen Einsatz von Excel

Sichern Sie sich jetzt Ihr gutes Recht als Arbeitgeber

NEU! Aller Anfang ist leicht! Das erste Azubi-Start-Paket mit dem WOW-Effekt!