Gratis-Download

Erfahren Sie hier, wie Sie Mitarbeitergespräche als Führungsinstrument sinnvoll und effizient einsetzen und welche klaren Gesprächsstrukturen bei...

Jetzt downloaden

Befristung eines Arbeitsverhältnisses Teil 1: 8 Sachgründe

0 Beurteilungen

Von Astrid Engel,

Wegen der strengen Kündigungsvorschriften können Sie sich von unbefristet beschäftigten Mitarbeitern meist nur schwer trennen. Mit befristeten Arbeitsverhältnissen binden Sie sich hingegen nur für einen überschaubaren Zeitraum.

Aber: Der Gesetzgeber erlaubt die Befristung eines Arbeitsverhältnisses nur unter bestimmten Voraussetzungen. Verstoßen Sie dagegen, kommt damit möglicherweise doch ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zustande.
Eine der Voraussetzungen lautet: Im Regelfall brauchen Sie für die Befristung eines Arbeitsverhältnisses einen sachlichen Grund. Damit will der Gesetzgeber verhindern, dass Sie einen eventuellen gesetzlichen Kündigungsschutz umgehen. Was als sachlicher Grund für eine Befristung akzeptiert wird, ist im Teilzeit- und Befristungsgesetz (§ 14 Abs. 1 TzBfG) festgelegt bzw. von der Rechtsprechung entschieden. Die 8 wichtigsten Sachgründe für die Befristung eines Arbeitsverhältnisses sind in dieser Serie ausführlich erläutert.

Wann die Befristung eines Arbeitsverhältnisses akzeptiert wird

 

Grund 1: Vorübergehender personeller Mehrbedarf

Die Befristung eines Arbeitsverhältnisses ist sachlich gerechtfertigt, wenn Sie nur vorübergehend zusätzliche Arbeitskräfte benötigen (§ 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 TzBfG).
Beachten sie: Allein eine unsichere Auftragslage reicht allerdings nicht aus (BAG, 5.6.2002, Az: 7 AZR 241/01). Sie müssen bei Einstellung mit einiger Sicherheit sagen können, dass der Arbeitskräftebedarf mit Ende der Befristung wieder entfällt, z. B. für Saisonarbeiten, einen größeren Zusatzauftrag oder ein bestimmtes Projekt.

Grund 2: Befristung eines Arbeitsverhältnisses nach Ausbildung oder Studium

Zulässig ist es auch, wenn Sie einen Mitarbeiter nach Abschluss seiner Ausbildung oder seines Studiums befristet einstellen, um ihm damit den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern (§ 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 TzBfG).

 

Selbstständigkeit 2008
So machen Sie als Selbstständiger in 2008 mehr Umsatz und Gewinn!
Testen Sie das "Handbuch für Selbstständige & Unternehmer" 2 Wochen gratis!

 

Grund 3: Vertretung eines anderen Arbeitnehmers

Ein weiterer Grund für die Befristung eines Arbeitsverhältnisses ist die Vertretung eines vorübergehend fehlenden Mitarbeiters (§ 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 TzBfG), z. B. bei Elternzeit oder einer Erkrankung.

Beachten sie: Wenn Ihnen Ihr bisheriger Mitarbeiter aber bereits vor Abschluss des befristeten Arbeitsvertrags verbindlich mitteilt, dass er die Arbeit nicht wieder aufnehmen wird, scheidet eine Befristung zur Vertretung aus (BAG, 2.7.2003, Az: 7 AZR 529/02).
Die Ersatzkraft muss nicht die Aufgaben des ausgefallenen Mitarbeiters übernehmen, Sie dürfen ihr auch andere Arbeiten zuweisen (LAG Rheinland-Pfalz, 6.2.2003, Az: 6 Sa 1122/02).
Beispiel: Ihre Buchhalterin, Frau Mai, geht in Elternzeit. Bei Urlaub und Krankheit wurde sie bereits mehrfach von ihrer Kollegin, Frau Groß, vertreten. Sie beschließen deshalb, dass Frau Groß nun die Aufgaben von Frau Mai übernehmen soll – bis zu deren Rückkehr. Für die weniger anspruchsvollen Büroarbeiten, die Frau Groß bisher erledigt hat, stellen Sie befristet Frau Wesel ein.

Beachten sie aber: Sie dürfen mit der Einstellung der befristeten Ersatzkraft keine Anhebung der Arbeitszeit verbinden. Sie könnten also z. B. eine Halbtagskraft nicht durch eine Vollzeitkraft ersetzen (BAG, 4.6.2003, Az: 7 AZR 523/02).
Geht Ihre Mitarbeiterin in Mutterschutz oder einer Ihrer Arbeitnehmer in Elternzeit, darf die Ersatzkraft ihre Arbeit auch schon vorher aufnehmen, um sich in ihre Aufgaben einzuarbeiten (etwa 3 Wochen, § 21 Abs. 2 BEEG).
Der alte und der neue Mitarbeiter dürfen also eine (angemessene) Zeit lang parallel arbeiten. Nutzen Sie diese Möglichkeit, um so Störungen im Betriebsablauf zu vermeiden.

Fortsetzung: Lesen Sie in Teil 2 und Teil 3 dieser Serie, welche weiteren 5 Sachgründe die Befristung eines Arbeitsverhältnisses rechtfertigen.

Personal und Arbeitsrecht aktuell

Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Steigern Sie Ihre Erfolgsquote: Vergaberecht & Angebotsstrategien für Bieter

Die wichtigsten Gesetze für Ihre Personalpraxis

Umfassend über die neuesten Entwicklungen im Personalbereich informiert

Machen Sie Ihre Lohn- und Gehaltsabrechnung unangreifbar!

erkennen.vorbeugen.handeln: Gesunde Arbeit für zufriedene Mitarbeiter

Die neuesten Urteile der Arbeits-, Finanz- und Sozialgerichte