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Eine physiotherapeutische Aushilfe, die Sie keinen Cent Sozialabgaben kostet: Es gibt sie!

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Von Astrid Engel,

Stellen Sie sich vor, Sie benötigen kurzfristig eine physiotherapeutische Aushilfe und haben die Möglichkeit, Verwandte oder auch Freunde zu beschäftigen. Denen möchten Sie gern ganz legal ein paar Euro zahlen - andererseits möchten Sie aber keine teuren Sozialabgaben zahlen müssen.

Stellen Sie sich vor, Sie benötigen kurzfristig eine physiotherapeutische Aushilfe und haben die Möglichkeit, Verwandte oder auch Freunde zu beschäftigen. Denen möchten Sie gern ganz legal ein paar Euro zahlen - andererseits möchten Sie aber keine teuren Sozialabgaben zahlen müssen.

Diese Lösung heißt "kurzfristige Beschäftigung", und bietet Ihnen als Physiotherapeuten eine Vielzahl von Vorteilen.


Wen Sie als physiotherapeutische Aushilfe beschäftigen dürfen - und wen nicht

Sie müssen allerdings ein paar (wenige) Grundanforderungen beachten: Eine kurzfristige Beschäftigung liegt dann vor, wenn Sie Ihre physiotherapeutische Aushilfe maximal 50 Tage oder 2 Monate im Jahr beschäftigen.

Die Kurzfristigkeit muss sich durch die Eigenart der Beschäftigung ergeben oder im Voraus vertraglich festgelegt sein. Für diesen kurzfristig Beschäftigten müssen Sie den Arbeitslohn zwar versteuern - aber es fallen eben keine Sozialabgaben an (§ 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV).

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Über den Kostenvorteil hinaus ist eine kurzfristige Beschäftigung für Sie aber auch deshalb günstig, weil das Arbeitsverhältnis befristet ist und damit automatisch zum festgelegten Zeitpunkt ausläuft.

Und wenn Sie Ihre physiotherapeutische Aushilfe so gut gebrauchen konnten, dass Sie sie nicht mehr gehen lassen wollen, können Sie sie nach Ablauf des Jobs immer noch als 400-Euro-Kraft oder sozialversicherungspflichtig einstellen.

Sozialversicherungsbeiträge fallen dann nicht rückwirkend, sondern erst ab der Umstellung an.

Doch Achtung: Ihre eigenen, bereits in der Praxis beschäftigten sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter scheiden aus. Denn Sie dürfen einen Mitarbeiter nicht zusätzlich geringfügig beschäftigen, also weder im 400-Euro-Job noch kurzfristig.

Und: Haben Sie eine 400-Euro-Kraft, darf auch diese nicht zugleich auch noch kurzfristig für Sie arbeiten.

Positiv ausgedrückt: Fast jeden, der noch nicht für Sie arbeitet, können Sie hingegen kurzfristig beschäftigen, sofern er im laufenden Kalenderjahr bei anderen Arbeitgebern noch nicht 50 Tage oder 2 Monate kurzfristig beschäftigt war. Das gilt auch, wenn der Bewerber bei anderen Arbeitgebern eine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung und/oder einen 400-Euro-Job ausübt.


Keine "berufsmäßige" Aushilfe kurzfristig beschäftigen

Soll Ihre physiotherapeutische Aushilfe in der kurzfristigen Beschäftigung mehr als 400 Euro im Monat verdienen, gilt darüber hinaus noch eine Sonderregelung: Sie dürfen sie nur dann kurzfristig beschäftigen, wenn die Aushilfe die Tätigkeit nicht berufsmäßig ausübt. Das heißt nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts, die Tätigkeit darf für den Lebensunterhalt nicht von großer Bedeutung sein.

Wollen Sie mehr als 400 Euro/Monat zahlen, sollten Sie deshalb besser keine Aushilfen aus folgendem Personenkreis auswählen:

  • arbeitsuchend Gemeldete, Bezieher von Arbeitslosengeld I oder II
  • Wehr- oder Zivildienstleistende
  • eigene Mitarbeiter in Elternzeit oder während eines unbezahlten Urlaubs
  • Aushilfen, die zwischen einer abgeschlossenen Ausbildung und Studienbeginn bei Ihnen arbeiten

Solche Personen arbeiten berufsmäßig. Kurzfristig können Sie sie nur einstellen, wenn Sie ihnen nicht mehr als 400 Euro/Monat zahlen. Nicht berufsmäßig wird dagegen die Tätigkeit von Aushilfen aus diesem Personenkreis eingestuft:

  • Hausfrauen, Studenten, Schüler und Altersrentner
  • Aushilfen, die Vorruhestandsgeld beziehen
  • Arbeitnehmer, die neben einer Hauptbeschäftigung als Aushilfe für Sie tätig werden


Achten Sie auf die Zeitgrenze

Ihre Aushilfe darf bei Ihnen und anderen Arbeitgebern in einem Kalenderjahr, also von 1. Januar bis 31. Dezember, nicht mehr als 50 Tage oder 2 Monate kurzfristig beschäftigt arbeiten.

Wann welche Grenze gilt, richtet sich danach, wie Sie die Arbeitszeiten gestalten:

  • Arbeitet die Aushilfe Vollzeit, also mindestens 5 Arbeitstage die Woche, gehen Sie von der 2-Monats-Grenze aus.
  • Kommt Ihre Aushilfe an weniger als 5 Tagen pro Woche oder müssen Sie Beschäftigungszeiten von 5 Tagen pro Woche mit solchen von weniger als 5 Tagen pro Woche zusammenrechnen, zählt die Grenze von 50 Tagen im Jahr.

Nur wenn Sie wissen, ob und wie lange die Aushilfe in dem laufenden Jahr schon kurzfristig beschäftigt war, können Sie sie richtig einstufen. Lassen Sie sich die Zeiten von ihr schriftlich bestätigen, am besten im Arbeitsvertrag.

Sind die Angaben der Aushilfe falsch, werden Sie dafür nicht belangt. Die Tätigkeit kann dann nur für die Zukunft in eine sozialversicherungspflichtige umgewandelt werden.

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