Gratis-Download

Erfahren Sie hier, wie Sie Mitarbeitergespräche als Führungsinstrument sinnvoll und effizient einsetzen und welche klaren Gesprächsstrukturen bei...

Jetzt downloaden

Endlich Klarheit bei den 5 häufigsten Zweifelsfragen zur Abmahnung von Arbeitnehmern

0 Beurteilungen

Von Astrid Engel,

Im Betriebsalltag bleiben oft Fragen rund um das Thema Abmahnung offen. Hier sind die Antworten:

Bevor Sie einem Mitarbeiter wegen Pflichtverletzungen kündigen dürfen, müssen Sie ihn in der Regel abgemahnt haben. Bei einem erneuten, ähnlichen Pflichtverstoß dürfen Sie dann kündigen. Nur in besonders schwerwiegenden Fällen (z. B. bei Diebstahl) oder wenn die Abmahnung aussichtslos ist (etwa weil der Mitarbeiter deutlich gemacht hat, dass er sein Verhalten nicht abstellen will), dürfen Sie sofort kündigen. Dennoch bleiben im Betriebsalltag oft Fragen rund um das Thema Abmahnung offen. Hier sind die Antworten:

Frage 1: Wie oft ist eine Abmahnung nötig?

In der Regel ist nur eine Abmahnung erforderlich, bei geringen Pflichtverstößen können es 2 Abmahnungen sein. Aber auch 3 Abmahnungen sind hier unproblematisch (BAG, Az. 2 AZR 406/03). Mehr Abmahnungen hingegen sind kontraproduktiv, weil der Mitarbeiter dann nicht mehr mit der Kündigung rechnen muss. Die letzte Abmahnung vor der Kündigung müssen Sie dann besonders eindringlich formulieren und als "letztmalige Abmahnung" kennzeichnen (BAG, Az. 2 AZR 609/00).

Frage 2: Wann müssen Sie die Abmahnung erteilen?

Wenn Sie vom Pflichtverstoß eines Mitarbeiters erfahren, sollten Sie möglichst bald entscheiden, ob Sie abmahnen wollen oder nicht. Es gibt hier zwar keine Regelfrist. Jedoch kann nach 6 Monaten Ihr Recht zur Abmahnung verwirkt sein (LAG Nürnberg, Az. 6 Sa 367/05).

Frage 3: Wie lange wirkt die Abmahnung?

Eine feste Frist gibt es hier nicht. In der Regel hat sich eine Abmahnung nach etwa zweieinhalb Jahren erledigt (LAG Frankfurt, Az. 2 Sa 1231/98). Später können Sie keine Kündigung mehr darauf stützen.

Selbstständigkeit 2010
So machen Sie als Selbstständiger in 2010 mehr Umsatz und Gewinn!
Testen Sie "Selbstständig heute" 4 Wochen gratis!

Frage 4: Gilt bei der Abmahnung das Prinzip der Gleichbehandlung?

Nach ständiger Rechtsprechung ist es zulässig, wenn Sie den einen Mitarbeiter wegen eines Vergehens abmahnen, den anderen aber nicht (LAG Schleswig-Holstein, Az. 2 Sa 350/04). Nach Inkrafttreten des AGG sollte es hierfür aber Gründe geben, die nichts mit Alter, Religion usw. zu tun haben.

Frage 5: Ist eine fehlerhafte Abmahnung immer unwirksam?

Ja, selbst kleine Fehler (z. B. beim Datum oder einem Namen) machen eine Abmahnung insgesamt unwirksam (LAG Hamm, Az. 15 Sa 378/ 05). Von daher sollten Sie jede Abmahnung sorgfältig prüfen und verschiedene Pflichtverstöße immer separat abmahnen.

Wie Sie eine Abmahnung rechtlich einwandfrei formulieren

Mit der Abmahnung weisen Sie Ihren Mitarbeiter darauf hin, welches Fehlverhalten Sie beanstanden. Nennen Sie den Tag, die Uhrzeit und den Ort des Fehlverhaltens und warum dieses einen Verstoß gegen vertragliche Pflichten darstellt.

Formulierungsbeispiel: "Sie sind am Montag, dem 2.11 2009 um 10.30 Uhr von Herrn Wiesner und mir beim Rauchen in unserem Warenlager erwischt worden. Auf Grund der Betriebsordnung und der einschlägigen Bestimmung in Ihrem Arbeitsvertrag (§ 12) wissen Sie, dass das Rauchen im Warenlager wegen des Brandschutzes streng untersagt ist."

Gleichzeitig müssen Sie ihm klarmachen, dass eine Wiederholung des in der Abmahnung aufgeführten Fehlverhaltens zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses führen kann.

Formulierungsbeispiel: "Wir fordern Sie daher auf, sich künftig streng an das Rauchverbot zu halten. Sollten Sie noch einmal gegen das Verbot verstoßen, müssen Sie mit der Kündigung Ihres Arbeitsverhältnisses rechnen."

Zur Sicherheit übergeben Sie Ihrem Mitarbeiter die Abmahnung persönlich und lassen ihn den Erhalt durch Unterschrift unter folgende Formulierung bestätigen:

Formulierungsbeispiel: "Ich bestätige den Erhalt der Abmahnung und versichere, dass ich den Inhalt gelesen und verstanden habe."

Ihr Mitarbeiter ist aber nicht verpflichtet, dies zu unterschreiben. Weigert er sich, dann machen Sie sich einen entsprechenden Vermerk und nehmen diesen mit der Abmahnung zur Personalakte. Und: Wenn Sie von vornherein mit einer Weigerung des Mitarbeiters, die Abmahnung entgegenzunehmen, rechnen: Ziehen Sie einen Zeugen hinzu.

Personal und Arbeitsrecht aktuell

Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Steigern Sie Ihre Erfolgsquote: Vergaberecht & Angebotsstrategien für Bieter

Die wichtigsten Gesetze für Ihre Personalpraxis

Umfassend über die neuesten Entwicklungen im Personalbereich informiert

Machen Sie Ihre Lohn- und Gehaltsabrechnung unangreifbar!

erkennen.vorbeugen.handeln: Gesunde Arbeit für zufriedene Mitarbeiter

Die neuesten Urteile der Arbeits-, Finanz- und Sozialgerichte