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Freiwilliges Praktikum: So klären Sie die Sozialversicherungpflicht

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Von Astrid Engel,

Die Sozialversicherungspflicht richtet sich nach der Art des Praktikums, dem Status Ihres Praktikanten und der Höhe seines Verdienstes bei Ihnen. Unterscheiden Sie zunächst, ob das Praktikum bei Ihnen
? im Zusammenhang mit der Ausbildung des Praktikanten steht, also laut einer Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben ist, oder
? ein freiwilliges Praktikum (Berufspraktikum) ist.

Für ein freiwilliges Praktikum gelten die üblichen Regeln für Aushilfen

Leistet Ihr Praktikant ein freiwilliges Praktikum, behandeln Sie ihn wie jeden anderen Mitarbeiter. Hier die Regeln:

  • Verdient er gar nichts, fallen auch keine Abgaben an.
  • Verdient er bis zu 400 € pro Monat, gilt er als Minijobber, und Sie führen pauschale Beiträge zur Sozialversicherung ab, derzeit ca. 30%, also bis zu 120 €.
  • Verdient er mehr als 400 a bis zu 800 €, wenden Sie die Gleitzonen-Regelung an. Sie zahlen den regulären Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, der Anteil des Praktikanten ist reduziert (einfache Berechnung unter www.gleitzonenrechner.de).
  • Verdient er mehr als 800 €, fallen die regulären Beiträge zur Sozialversicherung an.
  • Handelt es sich um eine kurzfristige Beschäftigung von bis zu 2 Monaten oder 50 Tagen in einem Jahr (kurzfristige Beschäftigungen bei anderen Arbeitgebern zählen mit!), fallen gar keine Sozialversicherungsbeiträge an.

Das gilt, wenn Studenten ein freiwilliges Praktikum leisten

Der Praktikant ist als Student an einer Hochschule oder Fachhochschule eingeschrieben oder besucht eine Fachschule. Handelt es sich nicht um eine kurzfristige Beschäftigung oder einen Minijob, müssen Sie und der Student nur den Rentenversicherungsbeitrag leisten (jeweils hälftig), wenn das Praktikum

  • in den Semesterferien stattfindet oder
  • während des Semesters durchschnittlich 20 Stunden pro Woche nicht überschreitet oder
  • während des Semesters ausschließlich in vorlesungsfreien Zeiten wie dem Wochenende oder nachts stattfindet (dann sind auch mehr als 20 Stunden pro Woche möglich, aber innerhalb eines Jahres darf der Student in höchstens 26 Wochen die 20-Stunden-Grenze überschreiten).

So vereinbaren Sie ein freiwilliges Praktikum


Beispiel: Jan Johannes hat seinen Schulabschluss in der Tasche und möchte gern in Ihrem Meisterbetrieb eine Berufsausbildung zum Schreiner beginnen. Da er sich nicht sicher ist, ob ihm der Beruf wirklich Spaß macht, und Sie Ihrerseits nicht wissen, ob er Ihren Erwartungen entspricht, vereinbaren Sie ein einmonatiges freiwilliges Praktikum mit ihm. Dafür soll er von Ihnen 200 € erhalten.

Sie können dieses Praktikum abrechnungstechnisch behandeln wie einen Minijob. Dann führen Sie als Arbeitgeber pauschale Abgaben in Höhe von 30 % (= 60 €) an die Minijob-Zentrale ab.

Günstiger ist es jedoch, Jan Johannes als kurzfristig Beschäftigten bei der Minijob-Zentrale anzumelden, wenn er zusammen mit dem 4-Wochen-Praktikum bei Ihnen in diesem Jahr die 2-Monats-Grenze für kurzfristige Beschäftigungen noch nicht überschritten hat. Dann fallen gar keine Sozialversicherungsbeiträge an.

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