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Hält Ihr Angehörigen-Vertrag dem Fremdvergleich stand?

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Von Astrid Engel,

Ihnen steht es frei, Ihre Rechtsverhältnisse mit Angehörigen so zu gestalten, dass Ihre Steuerbelastung möglichst gering ist. Mit anderen Worten: Es ist durchaus legal, Familienmitgliedern etwas Gutes zu tun und dadurch gleichzeitig Steuern zu sparen.

Ihnen steht es frei, Ihre Rechtsverhältnisse mit Angehörigen so zu gestalten, dass Ihre Steuerbelastung möglichst gering ist. Mit anderen Worten: Es ist durchaus legal, Familienmitgliedern etwas Gutes zu tun und dadurch gleichzeitig Steuern zu sparen.

Bei Verträgen zwischen einem Selbstständigen und seinen Angehörigen liegt allerdings oft der Verdacht nahe, dass sie sie nur zum Schein eingehen, um damit nichts anderes zu tun, als Steuern zu sparen.

Um anerkannt zu werden, muss ein Vertrag unter Angehörigen deshalb

  • rechtlich wirksam vereinbart werden - ein schriftlicher Vertrag ist zwar in vielen Fällen keine Pflicht, aber zum Nachweis der Vereinbarung unbedingt empfehlenswert - und
  • hinsichtlich der inhaltlichen Gestaltung und der tatsächlichen Durchführung dem zwischen Fremden Üblichen entsprechen (so genannter Fremdvergleich, R 19 EstR).


Das bedeutet "Fremdvergleich"

In einem Fall war die Ehefrau als kaufmännische Angestellte im Unternehmen ihres Ehemanns beschäftigt. Das Finanzamt bestritt das Vorliegen eines rechtlich wirksamen Arbeitsverhältnisses nicht. Zusätzlich verlangte es jedoch den Nachweis der tatsächlichen monatlichen Lohnzahlung.

Der Ehemann erklärte, die fraglichen Beträge in bar aus privaten Mitteln gezahlt zu haben. Dies ist zwischen Fremden nicht üblich. Deshalb erkannte das Finanzamt das Arbeitsverhältnis steuerlich nicht an und versagte dem Ehemann den Betriebsausgabenabzug (Finanzgericht des Saarlandes, 30.06.2005, Az.: 1 K 40/01).


Angehörigen-Vertrag muss einen Arbeitszeit-Nachweis enthalten

In einem anderen aktuellen Fall passierte ähnliches: Eine Ärztin hatte ihren 18-jährigen Sohn als Mini-Jobber (400-Euro-Kraft) eingestellt. Sein Job: Telefondienst machen und die Praxis putzen. Der Betriebsprüfer aber entschied: Die Ärztin darf die Lohnzahlungen an den Sohn nicht steuermindernd von den Praxiseinnahmen abziehen.

Begründung: Es existierte weder ein schriftlicher Arbeitsvertrag noch ein Stundenzettel, auf dem die von dem Gymnasiasten gearbeiteten Stunden dokumentiert seien.

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Das Finanzgericht Nürnberg schloss sich dieser Meinung an (Az.: VI 140/2006) - und entschied:

  • Ein fehlender schriftlicher Arbeitsvertrag ist grundsätzlich kein Problem, da Arbeitsverträge grundsätzlich auch mündlich geschlossen werden können.
  • Aber: Unverzichtbar ist ein Nachweis für die geleistete Arbeitszeit! Den müssten fremde Arbeitnehmer ja schließlich auch erbringen.

Das Besondere: Im Urteilsfall war vollkommen unstrittig, dass der Sohn Putzleistungen erbracht und Telefondienst geleistet hat. Aber die Vereinbarung (Abrechnung ohne Stundenzettel) hielt dem Fremdvergleich nicht stand.

Fazit: Lassen Sie beim Fremdvergleich Ihren gesunden Menschenverstand walten. Fragen Sie sich kritisch, ob ein fremder Dritter die gewählte Gestaltung zu den gleichen Bedingungen wie der Angehörige mitmachen würde. Führen Sie den Vertrag tatsächlich so durch, wie es zwischen Fremden üblich ist.

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