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Mehrfachbeschäftigung Ihrer Minijobber: So schützen Sie sich vor Nachzahlungen

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Von Astrid Engel,

Neu: Sie als Arbeitgeber stehen jetzt in der Pflicht, die Mehrfachbeschäftigung Ihrer Minijobber zu kontrollieren.

Ihre Minijobber - also 400-Euro-Kräfte sowie kurzfristig Beschäftigte - arbeiten oft auch noch bei anderen Arbeitgebern. Dann stellen sich stets 2 Fragen:

  • Überschreitet der Minijob bei Ihnen die erlaubten Grenzen für den Nebenverdienst, sodass die regulären Sozialabgaben abzuführen sind?
  • Wenn ja, trifft Sie als Arbeitgeber ggf. eine rückwirkende Nachzahlungspflicht für die Sozialabgaben?

Neu: Sie haften für eine Mehrfachbeschäftigung Ihrer Minijobber

In der 2. Frage hatten sich noch im letzten Jahr die Gerichte auf Ihre Seite gestellt: Rückwirkend mussten Sie selbst dann nicht zahlen, wenn Sie von einer die Grenzen überschreitenden Mehrfachbeschäftigung Ihrer Minijobber wussten.

Doch mit Wirkung ab 2009 hat der Gesetzgeber § 8 Abs. 2 Satz 3 SGB IV geändert: Sie als Arbeitgeber stehen jetzt in der Pflicht, die Mehrfachbeschäftigung Ihrer Minijobber zu kontrollieren.

Grob fahrlässig: Nichtprüfung einer möglichen Mehrfachbeschäftigung

Verstoßen Sie vorsätzlich oder grob fahrlässig gegen die Kontrollpflicht, haften Sie auch rückwirkend für die Beitragsnachzahlung. Grob fahrlässig ist es, wenn Sie offensichtliche Tatsachen einfach ignorieren.

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Beispiel: Ihre kurzfristig beschäftigte Kraft brüstet sich damit, ständig neue sozialversicherungsfreie Jobs wie den bei Ihnen zu finden. Sie ignorieren das, weil Sie denken, es ginge Sie nichts an. Monate später wird geprüft und festgestellt, dass die Kraft wegen Überschreitens der Arbeitszeitgrenze von Anfang an voll sozialversicherungspflichtig war. Die Kraft redet sich damit heraus, Sie als Arbeitgeber hätten Bescheid gewusst und die Abgaben falsch berechnet. Dass Sie der Sache nicht nachgegangen sind, war tatsächlich grob fahrlässig. Sie müssen die nicht abgeführten Sozialabgaben nachzahlen.

Kontrollpflicht gegenüber Minijobber erfüllen

Damit gar nicht erst der Eindruck entstehen kann, Sie würden fahrlässig handeln, lassen Sie sich von jedem Minijobber eine Erklärung nach dem folgenden Muster unterschreiben. Sie können den Inhalt der Erklärung auch gleich in den Arbeitsvertrag aufnehmen:

Der/die Arbeitnehmer/in verpflichtet sich, die Aufnahme einer weiteren Beschäftigung unverzüglich schriftlich mitzuteilen. Entsteht dem Arbeitgeber durch eine unterlassene, verspätete oder falsche Mitteilung ein materieller Schaden, verpflichtet sich der/die Arbeitnehmer/in zum Ersatz dieses Schadens. Der/die Arbeitnehmer/in verzichtet ausdrücklich auf die Anwendung der gesetzlichen Ausschlussfristen im Zusammenhang mit nachträglich entstandenen Verpflichtungen des Arbeitgebers zur Zahlung von Beiträgen zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Mehrfachbeschäftigung Ihrer Minijobber prüfen

Eine 400-Euro-Kraft darf

  • maximal 1 geringfügig entlohnten Job bis 400 Euro/Monat neben 1 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ausüben oder
  • nur (mehrere) geringfügig entlohnte Jobs bis zum Gesamtverdienst von 400 Euro/Monat haben.

Eine kurzfristig beschäftigte Kraft darf neben regulär sozialversicherungspflichtiger Arbeit oder 400-Euro- Jobs bei anderen Arbeitgebern maximal 50 Tage oder 2 Monate im Jahr sozialabgabenfrei arbeiten. Verdient sie dabei mehr als 400 Euro/Monat, darf die kurzfristige Tätigkeit nicht berufsmäßig erfolgen.

Erfüllen Sie Ihre Kontrollpflicht korrekt, kann eine Versicherungspflicht erst ab dem Tag eintreten, an dem der Sozialversicherungsträger sie Ihnen bekannt gibt.

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