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Mit diesen Fragen bringen Sie einen Bewerber zum Reden

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Vorstellungsgespräch Bewerbungsgespräch

Von Günter Stein,

Wenn ein Bewerber oder eine Bewerberin im Vorstellungsgespräch vor Ihnen sitzt, gilt es, durch möglichst geschicktes Fragen viel über ihn oder sie herauszufinden.Tipp:Tipp:Reaktionsbilder:Reaktionsbilder:

Dazu haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

In der Regel beginnen Sie das Bewerberinterview mit offenen Fragen. Fragen also, die den Redestrom des Bewerbers öffnen, ihn zum Reden bringen sollen. Achten Sie hierbei nicht nur auf die Inhalte, sondern auch auf die rhetorische Gewandtheit Ihres Gesprächspartners.

  • Kann er frei sprechen?
  • Hören sich seine Ausführungen überzeugend an?
  • Kommt er auf den Punkt?
  • Strukturiert er seine Inhalte?
  • Ist sein Wortschatz angemessen?
  • Kann er sich klar ausdrücken?
  • Macht er einen vernünftigen, selbstbewussten und sympathischen Eindruck?
  • Ist es angenehm, sich mit ihm zu unterhalten?

So, wie er jetzt auf Sie wirkt, so wird er später im Unternehmen, an seinem Arbeitsplatz wirken!

Tipp:

Die wichtigsten offenen Fragen im Einstellungsinterview sind Fach-, Erzähl-, Einschätz- und Handlungsfragen.

Bewerbungsgespräch: Mit Fachfragen das Wissen des Bewerbers testen

Durch die Fachfragen wollen Sie sich vom Wissen und den Erfahrungen des Bewerbers einen Eindruck verschaffen. Diese Fragen stellt im Idealfall der zukünftige Vorgesetzte (Fachexperte), da er aus den Antworten heraushören kann, wie es wirklich um die fachliche Brauchbarkeit des Kandidaten für die tägliche Arbeitspraxis steht.

  • Weiß der Bewerber, wie man an Aufgaben herangeht?
  • Kennt er die neuesten Techniken und Verfahren?
  • Kennt er die notwendigen Fachbegriffe?

Achten Sie darauf, dass die Fachfragen nicht nur Wissen abfragen, das möglicherweise angelesen ist!

  • „Wie stellen Sie Haarrisse im Material fest?”
  • „Mit welchem Material kennen Sie sich dabei aus?”
  • „Wie führen Sie ein Projektreview durch?”
  • „Für welche Projekte haben Sie das bereits gemacht?”

 

Mit Erzählfragen den Bewerber kennenlernen

Erzählfragen stellen Sie, wenn Sie sich zum Beispiel den bisherigen Karriereweg oder die Ausbildungsphasen des Bewerbers schildern lassen wollen. Hören Sie hierbei einerseits auf die Inhalte. Wenn die einzustellende Person viel mit Kunden und Geschäftspartnern zu tun haben wird, sollten Sie aber auch bewusst auf die Stimme und die Rhetorik achten.

  • Klingt es glaubwürdig?
  • Kann der Bewerber mögliche Sprünge im Lebenslauf sinnvoll begründen?
  • Ist es interessant, dem Bewerber zuzuhören?
  • Klingt die Stimme sympathisch?
  • Spricht er flüssig und melodiös?
  • Kann er Inhalte spannend verpacken?
  • Verfügt er über einen reichen Wortschatz?
  • Passt sein Wortschatz vom Niveau her zum zukünftigen Arbeitsplatz?
  • Spricht er Fremdwörter korrekt aus?
  • Ist der Bewerber überhaupt kreativ genug, etwas Zusammenhängendes zu erzählen?
  • Hat er ein Gefühl dafür, wie lange man ihm zuhören mag, und wann er zum Ende kommen muss?

Tipp:

Stellen Sie Ihre Frage und zeigen Sie dann durch entspanntes Zurücklehnen und aufmerksamen Blickkontakt, dass er reden darf, solange er will. Unterbrechen Sie nicht! Jetzt können Sie feststellen, ob Sie einen interessanten und selbstbewussten Gesprächspartner, einen „Maulfaulen“, einen „Monologisierer“ oder einen arroganten „Selbstdarsteller“ vor sich haben. Beispiel:

  • „Erzählen Sie doch mal, wie Sie vom Studium der Theologie letztlich zum Maschinenbau gekommen sind.“
  • „Was waren für Sie die wichtigsten Einflüsse bei Ihrer Berufswahl?“

Die Erzählfragen richten sich im Wesentlichen an die unteren beiden Schichten: Motive, Einstellungen und Persönlichkeitskern.

Durch Einschätzfragen können Sie beim Kandidaten Sichtweisen heraushören oder auch feststellen, ob er sich über den aktuellen Stand der Dinge hinaus Gedanken macht.

Vorstellungsgespräch: Mit Einschätzfragen Erfahrung ermitteln

Einschätzfragen sind besonders dann wichtig, wenn Sie hochqualifizierte Personen einstellen wollen, die wesentlich an der strategischen Entwicklung Ihres Unternehmens mitarbeiten sollen. Hören Sie aus den Antworten heraus:

  • Macht sich der Bewerber die notwendigen Gedanken?
  • Begründet er seine Einschätzungen fundiert?
  • Kommt er zu richtigen Schlussfolgerungen?
  • Passen seine Einschätzungen zu dem, was die Stelle erfordert?

Beispiele:

  • „Wie wird sich Ihrer Meinung nach der Trend zum App auf Unternehmen wie uns auswirken?“
  • „Wo sehen Sie für unsere Branche die wichtigsten Impulse im nächsten Jahrzehnt?“
  • „Was müssen Unternehmen wie unsere tun, um sich langfristig am internationalen Markt behaupten zu können?“

Durch diese Einschätzfragen erhalten Sie sehr viele Informationen über die Erfahrungen und das Branchenwissen des Bewerbers.

Mit Handlungsfragen den Bewerber durchleuchten

Handlungsfragen sind aus rhetorischer Sicht häufig eine Mischung zwischen Fach- und Erzählfragen. In der Regel geht es um die Feststellung, wie der Bewerber im Job an Aufgaben herangeht.

Die Handlungsfragen sollte ebenfalls der zukünftige (Fach-)Vorgesetzte stellen. Er kann am besten den fachlichen Profi oder den Blender heraushören. Sie dagegen achten gezielt darauf, ob sich aus der Antwort heraushören lässt, wie es um „weiche Faktoren“ wie Teamorientierung, kostenbewusstes Denken, Kundenorientierung, Qualitäts- oder Risikobewusstsein steht.

Beispiele für eine solche Fachfrage, die für beide Seiten wichtige Aufschlüsse gibt:

  • „Wie würden Sie eine Marketingkampagne durchführen?“

Reaktionsbilder:

Schildert der Bewerber nur, wie er das tun würde, oder macht er deutlich, dass er sich mit Kollegen und Betroffenen zusammentun würde? Teamorientierung? Kundenorientierung?

  • „Wenn Sie unsere Software auf das System ... umstellen müssten, wie würden Sie vorgehen?“

Reaktionsbilder:

Denkt der Bewerber nur in technischen Kategorien? Hat er die möglichen Widerstände der Betroffenen bedacht? Macht er sich über die Wirtschaftlichkeit verschiedener Verfahren Gedanken? Sind ihm die Risiken bewusst?

Über die Handlungsfragen hören Sie am meisten heraus. Es reicht vom fachlichen Wissen über das im Berufsalltag zu erwartende Verhalten bis hin zu den Einstellungen und dem Persönlichkeitskern.

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