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Mitunternehmer oder 400-Euro-Job? Ehepartner beschäftigen - darauf kommt es an

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Von Astrid Engel,

Dass Ehepartner im Betrieb des Unternehmers mitarbeiten, ist ja nichts Ungewöhnliches. Die entscheidende Frage: Wie gestalten Sie das Beschäftigungsverhältnis?

Dass Ehepartner im Betrieb des Unternehmers mitarbeiten, ist ja nichts Ungewöhnliches. Beschäftigen können Sie Ihren Ehepartner z. B.

  • regulär sozialversicherungspflichtig mit einem Verdienst von mehr als 400 Euro/Monat oder
  • als Minijobber mit einem Verdienst bis zu 400 Euro/Monat.

Die entscheidende Frage: Was ist am vorteilhaftesten?


Den Ehepartner regulär anstellen? Keine steuerlichen Vorteile

Ihr Ehepartner muss das als Gehalt versteuern, was Sie als Lohnkosten absetzen - bei Zusammenveranlagung zum selben Steuersatz. Da Sie Sozialabgaben abführen, bedeutet das reguläre Arbeitsverhältnis unterm Strich eine Mehrbelastung.

Sinnvoll kann eine solche Gestaltung im außersteuerlichen Bereich sein: Ihr Ehepartner ist nicht teurer als ein fremder Arbeitnehmer, wird aber flexibler auf Ihre Anforderungen eingehen. Für den Ehepartner ist es zudem bei der derzeitigen Arbeitsmarktsituation vielleicht die einzige Möglichkeit, einen Job zu erhalten und sich damit Rentenansprüche und Arbeitslosengeld zu sichern.

Achtung: Es besteht die Gefahr, dass die Tätigkeit Ihres Ehepartners nicht als abhängige Beschäftigung, sondern als Mitunternehmerschaft eingestuft wird - etwa wenn Ihr Ehepartner finanziell an Ihrer Praxis beteiligt ist oder vollkommen eigenständig mitarbeitet, ohne Ihren Weisungen zu unterliegen.

Der Sozialversicherungsträger führt diese Prüfung automatisch durch (Sie müssen in der Anmeldung kennzeichnen, dass der Mitarbeiter Ihr Ehepartner ist). Eventuell erhalten Sie Fragebögen zum Ausfüllen.

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Stuft der Sozialversicherungsträger die Tätigkeit Ihres Ehepartners als Mitunternehmerschaft ein, erhalten Sie einen Bescheid darüber, und es werden keine Beiträge zur Sozialversicherung fällig. Ihr Ehepartner hat dann aber auch keine Ansprüche aus den Sozialversicherungen - es bringt also gar keinen Vorteil, ihn offiziell anzustellen.

Unterliegen Sie als Ehepaar dem Spitzensteuersatz von 42 %, können Sie durch einen 400-Euro-Job am meisten sparen. Ein guter Grund, die faktische Mitarbeit Ihres Partners in einen offiziellen 400-Euro-Job zu verwandeln!


400-Euro-Job ist ein gutes Steuerspar-Modell

Als echtes Steuerspar-Modell im Familienverbund erweist sich die Beschäftigung des Ehepartners als 400-Euro-Jobber, sofern Ihr Steuersatz in der Spitze (= Grenzsteuersatz) mehr als 20 % beträgt.

Liegen Sie darunter, zehren die pauschalen Sozialabgaben den Steuervorteil auf. Ansprüche aus den Sozialversicherungen erwirbt Ihr Ehepartner durch einen 400-Euro-Job nicht.

Achtung: Auch bei einem 400-Euro-Job prüft der Sozialversicherungsträger von Gesetzes wegen, ob die Tätigkeit Ihres Ehepartners eine Mitunternehmerschaft sein könnte. Letzteres ist allerdings wegen des Umfangs des Jobs unwahrscheinlich.

Das Finanzamt prüft nach eigenen Regeln. Kein Lohnsteueraußenprüfer oder Betriebsprüfer käme auf die Idee, einen 400-Euro-Jobber zum Mitunternehmer zu machen. Ihr Steuersparmodell ist also nicht gefährdet.


So funktioniert es - Praxisbeispiel

Zahnärztin Karin Groß beschäftigt ihren - berufstätigen und gut verdienenden – Ehemann im Nebenjob für 400 Euro/Monat mit der Buchführung. Sie führt für ihn 30,77 % Pauschalabgaben ab.

Das macht insgesamt eine monatliche Mehrbelastung von 123,08 Euro aus, zu der noch ein verschwindend geringer Beitrag für die gesetzliche Unfallversicherung und die Umlage für die Entgeltfortzahlung bei Krankheit kommen.

Die 123,08 Euro sowie den Lohn von 400 Euro kann Karin Groß als Betriebsausgabe absetzen, das sind 6.276,96 Euro im Jahr.

  • Bei einem Grenzsteuersatz von 20 % würde sie dadurch 1.200 Euro Steuern sparen - das zahlt sie ungefähr an pauschalen Abgaben, sie hätte also noch keinen Vorteil.
  • Bei 30 % Grenzsteuersatz beträgt die Steuerersparnis jedoch 1.800 Euro.

Das Ehepaar hat also unter dem Strich fast 400 Euro in dem Jahr gewonnen.

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