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Muss ich einer 400-€-Kraft Tariflohn zahlen?

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Von Astrid Engel,

Frage: Ich bin in der Baubranche selbstständig und habe mich an den allgemeinverbindlichen Tarifvertrag zu halten. Nun heißt es ja überall, ich muss auch einer 400-€-Kraft Tariflohn zahlen. Aber dann verdient sie ja mehr als ein regulär beschäftigter Mitarbeiter! Von dessen Lohn gehen noch die gesamten Abgaben ab, sodass in seiner "Lohntüte" am Monatsende viel weniger drin ist als bei der Aushilfe. Ist das denn gerecht - und rechtlich auch so gemeint? Antwort: Ja, das ist korrekt. Beträgt der Tariflohn z.B. 9,50 €/ Stunde brutto, gehen bei einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer davon die Lohnsteuer und sein Anteil an den Sozialversicherungsbeiträgen ab. Seine Netto-Auszahlung ist also wesentlich geringer als die einer 400-€-Kraft. Die bekommt 9,50 €/Stunde ausgezahlt, weil Sie als Arbeitgeber die pauschalen Abgaben von derzeit rund 30 % an die Minijob-Zentrale abführen und nicht von ihrem Lohn einbehalten dürfen (nur die 2 % für die Lohnsteuer können Sie ihr abziehen, wenn Sie das miteinander vereinbart haben!).Die 400-€-Kraft erwirbt keinen SozialversicherungsschutzBedenken Sie aber: Der regulär beschäftigte Mitarbeiter ist ganz anders abgesichert, nämlich kranken-, pflege-, renten- und arbeitslosenversichert. Durch Ihre Pauschalabgaben erwirbt die 400-€-Kraft hingegen keinerlei Sozialversicherungsschutz - warum sollte sie also durch einen geringeren Lohn dafür "zahlen"? Dass es auch manchem regulär beschäftigten Mitarbeiter lieber wäre, wenn er keine Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung zahlen müsste und privat für sein Alter vorsorgen könnte, steht auf einem ganz anderen Blatt. Die Regelung, dass einer 400-€-Kraft bei gleicher Tätigkeit der gleiche Lohn wie Festangestellten zusteht, kann jedenfalls auch durch solche Überlegungen nicht ausgehebelt werden.

Frage: Ich bin in der Baubranche selbstständig und habe mich an den allgemeinverbindlichen Tarifvertrag zu halten. Nun heißt es ja überall, ich muss auch einer 400-€-Kraft Tariflohn zahlen. Aber dann verdient sie ja mehr als ein regulär beschäftigter Mitarbeiter! Von dessen Lohn gehen noch die gesamten Abgaben ab, sodass in seiner "Lohntüte" am Monatsende viel weniger drin ist als bei der Aushilfe. Ist das denn gerecht - und rechtlich auch so gemeint?
Antwort: Ja, das ist korrekt. Beträgt der Tariflohn z.B. 9,50 €/ Stunde brutto, gehen bei einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer davon die Lohnsteuer und sein Anteil an den Sozialversicherungsbeiträgen ab. Seine Netto-Auszahlung ist also wesentlich geringer als die einer 400-€-Kraft. Die bekommt 9,50 €/Stunde ausgezahlt, weil Sie als Arbeitgeber die pauschalen Abgaben von derzeit rund 30 % an die Minijob-Zentrale abführen und nicht von ihrem Lohn einbehalten dürfen (nur die 2 % für die Lohnsteuer können Sie ihr abziehen, wenn Sie das miteinander vereinbart haben!).

Die 400-€-Kraft erwirbt keinen Sozialversicherungsschutz

Bedenken Sie aber: Der regulär beschäftigte Mitarbeiter ist ganz anders abgesichert, nämlich kranken-, pflege-, renten- und arbeitslosenversichert. Durch Ihre Pauschalabgaben erwirbt die 400-€-Kraft hingegen keinerlei Sozialversicherungsschutz - warum sollte sie also durch einen geringeren Lohn dafür "zahlen"? Dass es auch manchem regulär beschäftigten Mitarbeiter lieber wäre, wenn er keine Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung zahlen müsste und privat für sein Alter vorsorgen könnte, steht auf einem ganz anderen Blatt. Die Regelung, dass einer 400-€-Kraft bei gleicher Tätigkeit der gleiche Lohn wie Festangestellten zusteht, kann jedenfalls auch durch solche Überlegungen nicht ausgehebelt werden.

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Wie Sie die Abgabenlast für Ihre 400-€-Kraft reduzieren können

Ist Ihre 400-€-Kraft privat oder gar nicht krankenversichert, entfällt die pauschale Abgabe zur Krankenversicherung. Wenn Sie die Wahl zwischen gleich geeigneten Aushilfen haben, sollten Sie somit besser die privat krankenversicherte einstellen. Damit senken Sie Ihre Abgabenlast von rund 30 % auf nur noch 17 %.

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