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Negatives Arbeitszeugnis ausstellen: Die 8 Tricks der Zeugnissprache

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Von Astrid Engel,

Die ungeschminkte Wahrheit dürfen Sie in einem Zeugnis meist nicht sagen. Also bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als die Wahrheit so zu „schminken“, dass das Zeugnis – auch bei negativer Beurteilung – wohlwollend klingt. Wir verraten Ihnen die 8 wichtigsten Tricks.

Wie Sie ganz legal ein negatives Arbeitszeugnis ausstellen

Trick 1: Vorgegebene Formulierungen gebrauchen
In der Zeugnissprache gibt es festgelegte Aussagen, die wohlwollend klingen, aber auf schlechte Eigenschaften oder Fehlverhalten hinweisen. Beispiel: „Gesellig“ oder „fröhlich“ bedeutet in der Zeugnissprache nicht, dass ein Mitarbeiter stets heiter und beliebt war. Diese Wörter sind ein Hinweis darauf, dass er dem Alkohol zugeneigt war.

Trick 2: Wesentliche Aussagen weglassen
Wenn Sie einem Mitarbeiter ein Arbeitszeugnis ausstellen, müssen Sie Eigenschaften, die für seinen Beruf oder seine Position wichtig sind, unbedingt erwähnen. Normalerweise.
Beispiele:
• Genauigkeit, Gründlichkeit bei einem Buchhalter
• Ehrlichkeit bei einer Kassiererin
• Ideenreichtum und Kreativität bei einem Dekorateur
• Loyalität und Führungsqualitäten bei einem leitenden Angestellten
Wenn ein Arbeitnehmer genau diese wichtige Eigenschaft nicht hat (obwohl sie in seiner Position unentbehrlich ist), dann lassen Sie sie einfach weg.

Trick 3: Nebensächlichkeiten betonen
Wenn Sie schon nicht auf die wichtigen Eigenschaften eines Mitarbeiters eingehen (z. B. die Ehrlichkeit der Kassiererin), dann machen Sie eben nur Aussagen zu Unwichtigem, wenn Sie ihm ein Arbeitszeugnis ausstellen. Loben Sie – je nach Beruf und Position – Eigenschaften wie
• Pünktlichkeit, Pflichtbewusstsein (wenn es sonst nichts zu loben gibt),
• Gründlichkeit, Sorgfalt, Geduld (bei langsamer Arbeitsweise, mangelnder Eigeninitiative),
• Freundlichkeit (insbesondere, wenn der Mitarbeiter keinen Kundenkontakt hatte),
• Verständlichkeit der Anweisungen (bei einer Führungskraft).

Trick 4: Unbedeutendes nach vorn stellen
Wenn Sie mit Unbedeutendem anfangen, ist das ein Hinweis darauf, dass es bei den wirklich wichtigen Dingen gehapert hat. Angenommen, Sie wollen einem Dekorateur, der nur selten durch kreative Ideen glänzte, ein dementsprechendes Arbeitszeugnis ausstellen. Dann loben Sie zuerst einmal seine sorgfältige Arbeitsweise und den sparsamen Umgang mit teuren Materialien. Erst an dritter Stelle kommt der Hinweis darauf, dass er immer wieder brauchbare Vorschläge zur Schaufensterdekoration gemacht hat. Schon ist klar: Wahrlich zündende Deko-Ideen hat der Herr nicht gehabt!

Trick 5: Positive Aussagen beschränken
Wenn Sie wirklich schlechten Mitarbeitern ein  Arbeitszeugnis ausstellen müssen, benutzen Sie zwar die vorgeschriebenen positiven Aussagen. Durch Begriffe wie ,„grundsätzlich“, „im Rahmen seiner Möglichkeiten“ oder „weitgehend“ schränken deren Gültigkeit aber ein.

Trick 6: Passiv statt Aktiv gebrauchen
Wann immer Sie Passiv (Leideform) statt Aktiv (Tatform) benutzen, ist dies ein Hinweis auf einen Mangel an Engagement, Leistungsbereitschaft und Eigeninitiative.

Trick 7: Negative Aussagen verneinen
Die Verneinung des Gegenteils wie „ohne Beanstandung“ oder „nicht ohne Geschick“ klingt gut, ist aber im Zeugnis nicht als Lob gemeint. 

Trick 8: Wenn es nichts zu loben gibt, fassen Sie sich kurz
Ein normales Zeugnis umfasst ein bis zwei Seiten. Ist das Zeugnis länger als 2,5 Seiten, lässt das den Rückschluss zu, dass es der Mitarbeiter selbst geschrieben hat. Fällt es deutlich kürzer als eine Seite aus, ist dies ein Hinweis darauf, dass Sie unzufrieden waren. Das gilt vor allem bei langjährigen Mitarbeitern.

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Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

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