Gratis-Download

Erfahren Sie hier, wie Sie Mitarbeitergespräche als Führungsinstrument sinnvoll und effizient einsetzen und welche klaren Gesprächsstrukturen bei...

Jetzt downloaden

Ohne schriftlichen Arbeitsvertrag ziehen Sie als Unternehmer den Kürzeren

0 Beurteilungen
Urheber: eccolo | Fotolia

Von Astrid Engel,

In so manch einem Wirtschaftsaufschwung sieht es vielleicht für Sie so gut aus, dass Sie die plötzliche Auftragsflut nur bewältigen können, wenn Sie jetzt neue Mitarbeiter einstellen. Dabei sollten Sie bei der Euphorie folgende Pflichten nicht vergessen.

Diese Pflicht sollten Sie nicht unterschätzen

Spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses müssen Sie einem neuen Mitarbeiter die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich ausgehändigt oder einen Arbeitsvertrag mit ihm vereinbart haben (§ 2 Abs. 1, Abs. 4 NachwG).

Tun Sie das nicht, und kommt es zum Streit über Beschäftigungskonditionen, haben Sie kaum eine Chance, Ihre Position zu beweisen. Im Zweifelsfall wird dann der Mitarbeiter Recht bekommen.

Beispiel: Ein Mitarbeiter hatte für seine Tätigkeit bei Arbeitsantritt einen Vorschuss von 1.400 Euro bekommen. Als ihm nach knapp 6 Wochen wieder gekündigt wurde, verlangte er einen Restlohn von 872,75 Euro. Er behauptete, es sei ein Stundenlohn von 10 Euro netto vereinbart worden. Der Arbeitgeber ging aber von 10 Euro brutto aus.

Sein Problem: Es gab keinen schriftlichen Arbeitsvertrag. Selbst dass eine Nettolohn-Vereinbarung ungewöhnlich ist, wertete das Gericht nicht zu Gunsten des Arbeitgebers. Das Landesarbeitsgericht entschied deshalb zu Gunsten des Mitarbeiters.

Praxis-Tipp: Das Urteil zeigt wieder einmal, wie wichtig schriftlich niedergelegte Vereinbarungen sind. Eine unklare Beweislage geht immer zulasten Ihres Unternehmens. Auch bei Mitarbeitern, die Sie nur kurze Zeit beschäftigen (die schriftliche Nachweispflicht gilt erst ab einer Beschäftigungsdauer von mehr als 1 Monat), sollten Sie deshalb immer einen schriftlichen Arbeitsvertrag abschließen. Der Vertrag muss mindestens folgende Angaben enthalten:

Anzeige

  • Namen und Anschriften der Vertragsparteien
  • Zeitpunkt des Beginns des Arbeitsverhältnisses
  • Bei befristeten Arbeitsverhältnissen: die absehbare Dauer des Arbeitsverhältnisses
  • Arbeitsort (oder aber der Hinweis darauf, dass der Mitarbeiter an verschiedenen Orten beschäftigt werden kann)
  • Kurze Charakterisierung oder Beschreibung der zu leistenden Tätigkeiten
  • Zusammensetzung und Höhe des Arbeitsentgelts einschließlich der Zulagen, Prämien, Sonderzahlungen und anderer Entgeltbestandteile sowie deren Fälligkeit
  • Arbeitszeit
  • Dauer des jährlichen Erholungsurlaubs
  • Kündigungsfristen
  • Allgemein gehaltene Verweise auf Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf das Arbeitsverhältnis Anwendung finden
  • Bei einem geringfügig Beschäftigten (Minijobber): Hinweis, dass der Mitarbeiter in der gesetzlichen Rentenversicherung die Stellung eines versicherungspflichtigen Arbeitnehmers erwerben kann, wenn er Ihnen den Verzicht auf Versicherungsfreiheit erklärt (§ 5 Abs. 2 Satz 2 SGB VI).
Personal und Arbeitsrecht aktuell

Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Steigern Sie Ihre Erfolgsquote: Vergaberecht & Angebotsstrategien für Bieter

Die wichtigsten Gesetze für Ihre Personalpraxis

Umfassend über die neuesten Entwicklungen im Personalbereich informiert

Machen Sie Ihre Lohn- und Gehaltsabrechnung unangreifbar!

erkennen.vorbeugen.handeln: Gesunde Arbeit für zufriedene Mitarbeiter

Die neuesten Urteile der Arbeits-, Finanz- und Sozialgerichte