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Praktikanten beschäftigen Teil 2: Formen des Praktikums

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Von Astrid Engel,

Sie wollen einen Praktikanten einstellen? Dann lassen Sie sich vorher unbedingt nachweisen, ob das Praktikum von seiner Ausbildungsstätte vorgeschrieben ist. Warum das?

Innerhalb der vorgeschriebenen Praktika sind drei Formen des Praktikums möglich, nämlich Vor-, Zwischen- und Nachpraktikum. Da die sozialversicherungsrechtlichen Auswirkungen eines Praktikums nach seiner jeweiligen Art unterschiedlich sind, müssen Sie darüber unbedingt Bescheid wissen.
Der Grund: Sie als Arbeitgeber müssen beurteilen, wie Ihr Praktikant sozialversicherungsrechtlich zu behandeln ist. Sie müssen ihn schließlich zur Sozialversicherung anmelden und auf der Meldung angeben, zu welchen Versicherungszweigen Versicherungspflicht besteht.

Verschiedene Formen des Praktikums: Vorpraktikum

Vorpraktika werden vor Aufnahme des theoretischen Teils des Studiums ausgeübt. Wird ein solches Praktikum in einer Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben, unterliegt es der Versicherungspflicht in der

  • Kranken- und Pflegeversicherung sowie in der
  • Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Zur Beurteilung der Kranken- und Pflegeversicherungspflicht müssen Sie zwischen Praktikanten unterscheiden,

  • die Arbeitsentgelt erhalten und
  • die kein Arbeitsentgelt erhalten.


In der Renten- und Arbeitslosenversicherung besteht Versicherungspflicht unabhängig davon, ob Entgelt gezahlt wird oder nicht.

Unbezahltes Vorpraktikum

Zahlen Sie Ihrem Praktikanten kein Arbeitsentgelt, richtet sich seine Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung nach § 5 Abs. 1 Nr. 10 Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V). Dies bedeutet, dass die Beiträge von Ihrem Praktikanten selbst zu zahlen sind. Sie als Arbeitgeber des Praktikanten sind hier nicht tangiert.
Der Praktikant kann sich von dieser Versicherungspflicht aber befreien lassen. Auf Antrag des Praktikanten spricht die Krankenkasse die Befreiung von der Versicherungspflicht aus. Der Antrag ist innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht bei der Krankenkasse zu stellen.
Die Befreiung wirkt vom Beginn der Versicherungspflicht an. Das gilt aber nur dann, wenn seit diesem Zeitpunkt noch keine Leistungen in Anspruch genommen wurden. Ansonsten wirkt die Befreiung ab dem Beginn des Kalendermonats, der auf die Antragstellung folgt. Die Befreiung wirkt auch in der Pflegeversicherung.

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Eine Versicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V entfällt, wenn Ihr Praktikant in der gesetzlichen Krankenversicherung familienversichert ist. Das ist der Fall, wenn Ihr Praktikant

  • als familienversichertes Kind noch nicht die Altersgrenze (maximal 27 Jahre) überschritten hat - bei behinderten Menschen besteht der Anspruch aus der Familienversicherung auch über dieser Altersgrenze,
  • als Ehegatte versichert ist,
  • kein Gesamteinkommen hat, das monatlich über einem Siebtel der Bezugsgröße liegt. In der Kranken- und Pflegeversicherung gelten jeweils die gleichen Grundsätze.

Bezahltes Vorpraktikum

Zahlen Sie dem Praktikanten Arbeitsentgelt, unterliegt er der Versicherungspflicht als zur Berufsausbildung Beschäftigter. Das bedeutet, dass Sie

  • die Meldungen zur Sozialversicherung zu erstatten und
  • die Beiträge an die Einzugsstelle (Krankenkasse) zu zahlen haben.

Besteht Versicherungspflicht als Auszubildender, spielt der Anspruch aus der Familienversicherung keine Rolle.
Weitere Formen des Praktikums sind Zwischenpraktika und Nachpraktika, bezahlt oder unbezahlt, vorgeschrieben oder nicht vorgeschrieben. Näheres dazu in Teil 3 von "Praktikanten beschäftigen".

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