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Probezeit für neue Mitarbeiter – was muss ich beachten?

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Urheber: dessauer | Fotolia

Von Gerhard Schneider,

Frage: Ich habe jetzt mehrfach eine Stellenanzeige geschaltet, aber nur wenige Bewerbungen bekommen. Ein Bewerber, der genau die Qualifikationen mitbringt, die ich mir wünsche, war nicht darunter. Nun brauch ich aber langsam sehr dringend Verstärkung. Deshalb würde ich einen der weniger qualifizierten Bewerber einstellen, aber nur mit Probezeit, damit ich sehen kann, wie er sich macht. Was muss ich über die Probezeit wissen? Wie vereinbare ich eine Probezeit?

Antwort: Die Probezeit ist keine gesetzliche Pflicht. Wird sie nicht im Vertrag vereinbart, gibt es auch keine. Das Arbeitsverhältnis beginnt dann ganz normal mit dem ersten Tag, d. h. es gilt zumindest die gesetzlich Kündigungsfrist nach § 622 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) von 4 Wochen. Haben Sie im Arbeitsvertrag eine andere Kündigungsfrist vereinbart (beispielsweise 3 Monate zum Monatsende), dann ist das von Anfang an verbindlich. Beachten Sie: Bei Auszubildenden müssen Sie nach § 20 Berufsbildungsgesetz immer eine Probezeit gewähren, mindestens 1 Monat, höchstens 4 Monate.
Das Gesetz schreibt Ihnen keine bestimmte Dauer vor. Richten Sie sich hier nach der Art der Tätigkeit Ihres Mitarbeiters.

  • Bei einfacher Arbeit sind 3 bis 4 Monate angemessen, bei mehr Verantwortung 6 Monate.
  • Eine längere Probezeit vereinbaren Sie nur in Ausnahmefällen, wenn Sie die Zeit brauchen, um die Arbeitsleistung Ihres Beschäftigten richtig einschätzen zu können. Haben Sie jedoch regelmäßig mehr als 10 Arbeitnehmer (ohne Auszubildende), bringt Ihnen das nichts. Dann gilt ab dem 6. Beschäftigungsmonat das Kündigungsschutzgesetz und Sie dürfen nur noch bei einem sozial gerechtfertigten Grund kündigen.
  • Sie können die Probezeit auch vor deren Ablauf verlängern, z. B. von 4 auf 6 Monate, sofern Ihr Mitarbeiter damit einverstanden ist. Machen Sie das schriftlich.
  • Beachten Sie: Gilt ein bestimmter Tarifvertrag, sind dessen Regeln zur Probezeit maßgeblich.

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Sie können die Probezeit auf zwei verschiedene Arten regeln:

  • Möglichkeit 1: Normaler Vertrag mit vorgeschalteter Probezeit. Das ist die häufigste Variante: Sie schließen mit Ihrem Mitarbeiter einen unbefristeten Arbeitsvertrag und vereinbaren für die ersten Monate eine Probezeit. Nach Ablauf der Probezeit läuft das Arbeitsverhältnis von selbst regulär weiter. Während der Probezeit können beide Vertragsparteien den Vertrag ohne Grund mit einer Frist von mindestens 2 Wochen kündigen.
  • Möglichkeit 2: befristetes Probearbeitsverhältnis. Zunächst schließen Sie einen auf die Probezeit befristeten Arbeitsvertrag. Machen Sie das unbedingt schriftlich, sonst gilt das Arbeitsverhältnis automatisch als unbefristet! Sie brauchen für einen befristeten Arbeitsvertrag immer einen Grund. Bei Probezeitverträgen geben Sie im Vertrag als Grund für die Befristung „Erprobung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 Teilzeit- und Befristungsgesetz“ an.
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