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Probezeit – Nicht immer sind Sie auf der sicheren Seite!

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Urheber: dessauer | Fotolia

Von Günter Stein,

Die Frage: Haben wir mit einem Mitarbeiter eine Probezeit vereinbart, gehen wir eigentlich immer recht sorglos mit dem Ausspruch einer Kündigung um. Ist unsere Sorglosigkeit eigentlich berechtigt? Welche Gefahren lauern bei einer Kündigung in der Probezeit?

Die Antwort: Eine Probezeit wird häufig stark übergewertet. Durch die Probezeit haben Sie den großen Vorteil, dass die gesetzliche Kündigungsfrist von eigentlich 4 Wochen zum 15. oder Monatsende auf 2 Wochen ohne ein bestimmtes Datum sinkt.
Verwechseln Sie jedoch nicht die Probezeit mit der Wartezeit nach dem Kündigungsschutzgesetz. Häufig fallen die Zeiten zusammen. Das Kündigungsschutzgesetz findet nach Ablauf der Wartezeit von 6 Monaten Anwendung und Sie benötigen dann einen Kündigungsgrund. Haben Sie nun einmal in einem Ausnahmefall eine längere Probezeit als 6 Monate vereinbart, kann hier für Sie ein Problem bestehen.

Darüber hinaus dürfen Kündigungen in der Probezeit auch nicht willkürlich sein und gegen Treu und Glauben verstoßen. So ist es nämlich einem Arbeitgeber beim Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein ergangen (Urteil vom 22.06.2011, Az.: 3 Sa 95/11).
Der Fall: Ein Arbeitnehmer war mit einer Chinesin verheiratet. Sein Arbeitgeber belieferte die Bundeswehr. Kurz bevor das Kündigungsschutzgesetz zur Anwendung kam, kündigte der Arbeitgeber aufgrund von Sicherheitsbedenken. Die Ehe mit der Chinesin war ihm wohl zu riskant – weshalb auch immer. Diese Kündigung war treu- und sittenwidrig.

Daher der Tipp:
Begründen Sie eine Probezeitkündigung möglichst gar nicht. Desto weniger Angriffsfläche Sie bieten, desto größer sind Ihre Chancen im Fall der Fälle vor dem Arbeitsgericht.

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