Gratis-Download

Wie Sie die 11 häufigsten Irrtümer und Arbeitgeberfallen sicher umgehen. Denn die Fehler liegen im Detail. Und das kann teuer für Ihr Unternehmen...

Jetzt downloaden

Probezeitkündigung: So sind Sie auf der sicheren Seite

0 Beurteilungen

Von Günter Stein,

Die Frage: Eine neue Mitarbeiterin hat während der Probezeit leider nicht die erhoffte Leistung gebracht. Wir wollen uns wieder trennen. Worauf müssen wir achten?

Die Frage: Eine neue Mitarbeiterin hat während der Probezeit leider nicht die erhoffte Leistung gebracht. Wir wollen uns wieder trennen. Worauf müssen wir achten?

Worauf Sie bei einer Probezeitkündigung achten müssen

Die Antwort: Nie ist eine Trennung von einem Mitarbeiter leichter, als während der Probezeit – wenn Sie denn eine Probezeitvereinbarung im Arbeitsvertrag aufgenommen haben, wovon ich jetzt einmal ausgehe. Also: Schnell kontrollieren ob sich eine Klausel im Vertrag befindet wie: „Das Arbeitsverhältnis beginnt mit dem ... Die ersten 6 Monate gelten als Probezeit.“. Eine solche Regelung sollte nie fehlen, denn Sie sichert Ihnen wichtige Vorteile:

Kurze Kündigungsfristen während der Probezeit

Vorteil 1: Kurze Fristen

In der Probezeit gelten besonders kurze Kündigungsfristen. Als Arbeitgeber können Sie mit einer Kündigungsfrist von nur 2 Wochen das Arbeitsverhältnis zu jedem beliebigen Termin kündigen (§ 622 Absatz 3 Bürgerliches Gesetzbuch – BGB). Achtung: Tarifvertraglich können sogar längere Kündigungsfristen gelten. Trotzdem: So schnell wie in der Probezeit werden Sie einen Mitarbeiter also nie wieder los.

Vorteil 2: Kein Grund

Günstig ist für Sie als Arbeitgeber, dass Sie innerhalb der Probezeit grundsätzlich frei, also ohne einen Kündigungsgrund angeben zu müssen, kündigen können. Auf eine Abmahnung können Sie ebenfalls verzichten.

Was Sie bei einer Probezeitkündigung vermeiden sollten

Empfehlung: Manche Arbeitgeber empfinden es als unfair, einen Mitarbeiter über den Grund seiner Kündigung im Unklaren zu lassen. Trotzdem: Verzichten Sie bei einer Probezeitkündigung auf die Angabe eines Kündigungsgrundes. Sonst machen Sie sich nur unnötig angreifbar. Vermeiden sollten Sie insbesondere jeden Hinweis darauf, dass das Arbeitsverhältnis in der Probezeit aus einem der folgenden Gründe beendet wird:

  • weil der Mitarbeiter berechtigte Lohnansprüche geltend macht,
  • weil der Mitarbeiter erkrankt ist und Sie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sparen wollen,
  • weil der Mitarbeiter einer bestimmten Religion angehört,
  • weil der Mitarbeiter Gewerkschaftsmitglied ist oder
  • weil der Mitarbeiter homosexuell ist.

In diesen Fällen ist die Kündigung aus sachwidrigen Gründen erfolgt und damit rechtswidrig.

Nicht vergessen: Kündigen Sie einem Mitarbeiter in der Probezeit, müssen Sie Ihren Betriebsrat zwar wie bei jeder anderen Kündigung vorher nach § 102 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) anhören. Mit Gegenwind müssen Sie aber erfahrungsgemäß kaum rechnen.

Personal und Arbeitsrecht aktuell

Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Datenschutz

Anzeige