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Gefälschtes Zeugnis und andere Täuschungen im Bewerbungsverfahren

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Von Günter Stein,

Die Frage: In meinem Leben als Personalerin habe ich schon so viele Zeugnisse gesehen. Und ich glaube mittlerweile, dass die Hälfte davon gefälscht waren. Beweisen kann man das natürlich in den seltensten Fällen. Was aber geschieht, wenn man eine Fälschung tatsächlich nachweisen kann oder wenn der Bewerber auf andere Art und Weise im Bewerbungsverfahren täuscht? Welche Rechte stehen uns dann zu?

 

Die Antwort: Gefälschte Zeugnisse sind in der Praxis sicherlich ein großes Problem. Hierzu kann es von mir nur einen Tipp geben: Vor Unterschrift des Arbeitsvertrags lassen Sie sich die Originalzeugnisse vorlegen.
Bei einer Fälschung des Zeugnisses oder anderen Täuschungshandlungen im Bewerbungsverfahren kommt grundsätzlich eine Anfechtung des Arbeitsvertrags in Betracht. Ich möchte Sie auf ein neues Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts hinweisen (Urteil vom 21.09.2011, Az.: 8 Sa 109/11):

 

In diesem Fall dürfte ein Arbeitnehmer nach ärztlichen Attesten nicht in Nacht- und Wechselschicht eingesetzt werden. Trotzdem schloss er einen Arbeitsvertrag, in dem eine solche Beschäftigung vorgesehen war. Kurz nach Arbeitsbeginn teilte er seinem Arbeitgeber dann mit, dass er nicht in Nachtschicht arbeiten könne. Die entsprechenden Atteste hatte er natürlich auch gleich dabei.
Womit er allerdings nicht gerechnet hatte war, dass der Arbeitgeber nun eine Anfechtung des Arbeitsvertrags erklärte. Er sah in dem Verhalten des Bewerbers eine arglistige Täuschung. Und das Hessische Landesarbeitsgericht hat ihm Recht gegeben. Der Arbeitnehmer hätte den Arbeitgeber darüber aufklären müssen, dass er nicht in Nachtarbeit eingesetzt werden konnte.
Sie sehen also, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, sich gegen solche Vorkommnisse zur Wehr zu setzen.

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