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Ihre Pflichten im Einstellungsverfahren

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Von Günter Stein,

Ihre Arbeitgeber-Pflichten im Einstellungsverfahren bestehen aus Fürsorgepflichten. Gegenüber einem Stellenbewerber haben Sie mangels Arbeitsvertrags nur eine eingeschränkte Fürsorgepflicht.

Deshalb müssen Sie ihm auch nur in Ausnahmefällen bestimmte Auskünfte geben.

Aufklärungspflichten

So brauchen Sie einen Bewerber nicht darüber aufzuklären, dass sich Ihre Firma wirtschaftlich gesehen gerade in einer Talsohle befindet. Aber: Fragt er Sie ganz direkt, sollten Sie ihm die Wahrheit sagen, sonst könnte er Sie später eventuell belangen. Und bestehen ernsthafte Zweifel, dass Sie die in absehbarer Zeit fälligen Löhne und Gehälter werden auszahlen können, ist es Ihre Arbeitgeber Pflicht, dass Sie einen Bewerber vor Abschluss des neuen Arbeitsvertrags immer auf diesen Umstand hinweisen (BAG, 24. 9. 1974, 3 AZR 589/73, NJW 1975, 708; LAG Hamm, 14. 1. 2005, 10 Sa 1278/04, AuA 2005, 305).

 

Gleichbehandlung beachten

Achtung! Ihre Arbeitgeber-Pflichten, im Sinne der Fürsorgepflichten wurden durch das neue Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in puncto Diskriminierung nicht nur gegenüber Ihren Arbeitnehmern, sondern auch gegenüber Ihren Stellenbewerbern verschärft (vgl. § 6 Abs. 1 S. 2 AGG). So dürfen Sie einen Bewerber im Auswahlverfahren nicht wegen eines im AGG aufgeführten Diskriminierungsmerkmals – etwa wegen seines Alters – benachteiligen. Schon die Frage nach dem Alter des Bewerbers verbietet sich, wenn es für den Job gleichgültig ist.

Belegschaft schützen

Arbeitgeber-Pflichten bestehen bei Stellenbewerbern ebenfalls gegenüber Ihrer Belegschaft bzw. gegenüber Ihren Kunden, Mandanten oder Patienten. Diese müssen Sie vor „ungeeigneten“ Bewerbern schützen. Bestimmte Fragen in diese Richtung sind daher berechtigt: Suchen Sie für Ihre Praxis einen Arzthelfer bzw. eine Arzthelferin, dürfen Sie die Bewerber durchaus nach bestehenden Krankheiten mit einer erhöhten Ansteckungsgefahr befragen.

Und noch etwas: Haben Sie sich schon einmal heimlich mit einem früheren Arbeitgeber eines Bewerbers in Verbindung gesetzt, um herauszufinden, was sich „hinter“ seinem letzten Arbeitszeugnis verbirgt?

Achtung! Die Informationsbeschaffung ohne Zustimmung des betroffenen Bewerbers ist problematisch (BAG, 18. 12. 1984, 3 AZR 389/83). Fragen Sie Ihren Bewerber daher, ob Sie bei seinem „Ex-Arbeitgeber“ nachfragen dürfen.

 

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