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Job-Interview: Diese 7 Fragen sollten Sie Ihren Bewerbern nie stellen

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Urheber: contrastwerkstatt | Fotolia

Von Sven Lechtleitner,

Die meisten Bewerbungen sind perfekt gestaltet. Sie lassen keinen Zweifel, dass Sie die Unterlagen des idealen Mitarbeiters in der Hand halten. Doch das ist nur der erste Eindruck. Richtig auf den Zahn fühlen können Sie Bewerbern nur im Vorstellungsgespräch. Dort heißt es: Fragen, fragen, fragen! Das Problem: Diese 7 Fragen dürfen Sie nie stellen.

Stellen Sie Ihrem Bewerber im Vorstellungsgespräch eine unzulässige Frage, kann das gleich 2 Konsequenzen haben:

Ihr Bewerber

  • muss die Frage nicht wahrheitsgemäß beantworten, er darf also lügen,
  • hat einen Anspruch auf Zahlung einer Entschädigung, wenn es infolge der Frage zu einer Benachteiligung bei der Einstellung kommt.

Beispiel: Im Vorstellungsgespräch fragen Sie eine 23-jährige Bewerberin nach ihren Plänen, eine Familie zu gründen. Sie antwortet, damit habe sie noch mindestens 5 Jahre Zeit. Kaum eingestellt, ist die neue Mitarbeiterin schwanger.

Folge: Diese Lüge hat für Ihre Mitarbeiterin keine Konsequenzen. Sie durfte die Frage unwahrheitsgemäß beantworten. Hätte sie Ihnen als Arbeitgeber von ihrer Schwangerschaft berichtet und hätten Sie sie anschließend – egal aus welchen Gründen – nicht eingestellt, ist die Frage allein schon ein Indiz für eine Benachteiligung wegen des Geschlechts.

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Das sind die verbotenen 7 Fragen

Unzulässige Fragen zu stellen, hilft Ihnen als Arbeitgeber also nicht, wenn Sie einen Blick hinter die Fassade Ihres Bewerbers werfen wollen. Es kann sogar teuer werden, die falsche Frage zu stellen. Tabu ist also die Frage

  1. nach genetischen Veranlagungen,
  2. nach einer Gewerkschaftszugehörigkeit,
  3. nach einer Parteimitgliedschaft, sofern es sich bei Ihrem Unternehmen nicht um eine parteipolitische Institution, also um einen sogenannten Tendenzbetrieb, handelt,
  4. zur Religion, wenn es sich bei Ihrem Betrieb nicht um eine kirchliche Einrichtung handelt,
  5. zu einer bestehenden Schwangerschaft,
  6. zu den Vermögensverhältnissen, sofern es sich nicht um eine besondere Vertrauensstelle, wie z. B. bei einem Hauptkassierer, handelt,
  7. zu Vorstrafen, sofern diese nicht in einem eindeutigen Zusammenhang zur Tätigkeit steht, wie z. B. einem Diebstahl bei einem Kassierer.

Stellen Sie Ihrem Bewerber trotzdem eine dieser 7 verbotenen Fragen, kann das nicht nur zu einem Entschädigungs-, sondern auch zu einem Schadensersatzanspruch führen (§§ 280, 311 Abs. 2, 823 Bürgerliches Gesetzbuch).

Kleiner Lichtblick: Schadensersatzansprüche abseits von reinen Bewerbungskosten kann Ihr Bewerber in der Praxis oft kaum beweisen.

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