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Provokante Fragen und das Recht zur Lüge

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Von Arno Schrader,

Die Frage: Bewerbungsgespräche werden seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz auch nicht einfacher. Unser Personalchef stellt gerne provokante Fragen um zu sehen, wie der Bewerber damit umgeht. Darf er das? Wenn wir eine unzulässige Frage stellen, darf der Bewerber dann tatsächlich lügen? Und können wir dann später den Arbeitsvertrag deshalb anfechten?

Die Antwort: Stellt der Vorgesetzte oder Personalverantwortliche im Bewerbungsgespräch unzulässige Fragen, müssen diese nicht wahrheitsgemäß beantworten werden. Ihr Bewerber darf tatsächlich die Unwahrheit sagen oder die Antwort verweigern. Am besten ist es natürlich, wenn er schon vorher diplomatische Antworten auf mögliche unzulässige Fragen vorbereitet hat.

Manche Unternehmen wollen mit unzulässigen oder unverschämten Fragen nur testen, wie ein Bewerber darauf reagiert. Aber Vorsicht: Eine unzulässige Frage kann schnell einen Entschädigungsanspruch nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz auslösen, wenn der Bewerber dann nicht genommen wird!
Zudem überdenken einige Interessenten ihre Bewerbung. Vielleicht bekommen Sie gerade wegen dieser Fragen einen geeigneten Kandidaten nicht. Denn der könnte ernsthaft ins Grübeln kommen, ob er mit diesem Arbeitgeber glücklich wird und wie dringend er gerade diese Stelle benötigt.

Eine andere Möglichkeit für Bewerber ist es natürlich auch, Fragen einfach zurückzuweisen.
Im Ergebnis steht aber fest, dass bei unzulässigen Fragen ein Recht zur Lüge besteht. Ein Anfechtungsrecht besteht bei einer Falschbeantwortung für den Arbeitgeber nicht. Das gilt allerdings nicht für lediglich provokante Fragen.

Unzulässige Fragen sind beispielsweise:

  • die Frage nach Schwangerschaft oder Kinderwunsch
  • die Frage nach einer Partei- oder Gewerkschaftszugehörigkeit

 

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