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Recruiting: Entschädigungszahlungen wegen Diskriminierung

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Von Heinz-Wilhelm Vogel,

Bevor Sie Mitarbeiter neu einstellen, müssen Sie prüfen, ob ein freier Arbeitsplatz mit einem Schwerbehinderten besetzt werden kann (§ 81 Abs. 1 SGB IX). Dazu müssen Sie zumindest Vermittlungsvorschläge der Arbeitsagentur für Schwerbehinderte einholen und bei der Stellenbesetzung prüfen.

Prüfen Sie immer Beschäftigungsmöglichkeiten für Behinderte – sonst wird es teuer

Das ist nicht einfach nur eine Formalie. Ignorieren Sie diese Pflicht, kann ein schwerbehinderter Bewerber Entschädigungszahlungen wegen Diskriminierung verlangen. Achtung:?Die Prüfpflicht gilt auch, wenn sich in einem Bewerbungsverfahren kein Schwerbehinderter beworben bzw. seinen Behindertenstatus nicht offenbart hat (BAG, 13.10.2011, Az:?8 AZR 608/10).

Beispiel: Ein Bewerber mit einem Behinderungsgrad von 60 % war bei einer Stellenbesetzung nicht berücksichtigt worden. Es war aber nicht geprüft worden, ob die Stelle mit einem Schwerbehinderten hätte besetzt werden können. Der Bewerber klagte deshalb wegen Benachteiligung und bekam Recht.<br/>

Prüfpflicht entfällt bei interner Stellenbesetzung

Die umfassende Prüfpflicht besteht nicht, wenn Stellen tatsächlich nur mit internen Mitarbeitern besetzt werden können. Wird eine Stelle etwa durch Umsetzung, Versetzung oder Beförderung besetzt, handelt es sich nicht um eine „Einstellung“, sondern eine interne Organisationsentscheidung des Arbeitgebers. Externe Bewerber kommen dann gar nicht infrage (LAG Köln, 8.2.2010, Az:?5 TaBV 73/09).

Um bei öffentlichen Stellenausschreibungen von vornherein Diskriminierungsvorwürfe auszuschließen, fordern Sie ausdrücklich auch Menschen mit Behinderung zur Bewerbung auf, z.B. durch folgende Formulierung: ,,Bewerbungen von Menschen mit Behinderung sind willkommen."

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