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Wann darf ein Bewerber im Einstellungsgespräch eigentlich lügen?

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Von Günter Stein,

Zunächst gilt folgender Grundsatz: Bewerber sind dazu verpflichtet, zulässige Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten. Ihre zulässigen Fragen müssen allerdings in einem erkennbaren Zusammenhang mit dem vorgesehenen Arbeitsverhältnis stehen. Auf unzulässige Fragen darf Ihr Bewerber falsch antworten. Er hat somit ein Recht zur Lüge.

 

 

Der Grund: Aus seinem Schweigen könnten Sie ja negative Schlüsse ziehen. Stellen Sie eine unzulässige Frage, darf Ihr Bewerber lügen, ohne dass Sie hierauf reagieren können.

Beispiel: Das Recht zur Lüge
Sie haben den Bewerber Karl K. im Bewerbungsgespräch nach seinen Führungserfahrungen gefragt. Später stellt sich heraus, dass seine Angaben falsch waren. Er hatte bislang noch nie eine Führungsposition inne.

Folge: Diese Fragen sind zulässig. Beantwortet ein Bewerber eine zulässige Frage falsch, dürfen Sie den daraufhin zu Stande gekommenen Arbeitsvertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten, § 123 BGB. In diesem Fall ist der Arbeitsvertrag rückwirkend nichtig, das heißt rechtsunwirksam.

 

 

Andersherum aber gilt:
Stellt sich später heraus, dass Ihr Bewerber im Vorstellungsgespräch auf eine unzulässige Frage gelogen hat, können Sie nichts machen. Sie haben auch keinen Anspruch auf Schadensersatz. Ebenso wenig haben Sie das Recht, den Arbeitsvertrag im Nachhinein anzufechten.
Finger weg von Fragen beispielsweise nach

  • privaten Plänen wie Heirat oder Kinderwunsch,
  • einer bestehenden Schwangerschaft,
  • Krankheit,
  • Behinderung,
  • Beruf des Lebenspartners oder
  • Vereins-, Partei- oder Religionszugehörigkeit.

Diese Fragen sind verboten. Selbst wenn Sie versuchen, durch das Hintertürchen den Stand der Dinge auszuloten, muss der Bewerber diese Fragen nicht beantworten oder darf sogar lügen!

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