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Wenn Sie einen Kandidaten zum Bewerberinterview einladen, haben Sie sich bereits davon überzeugt, dass zumindest formal eine Eignung für die...

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Wann Sie die verbotenen drei Fragen im Bewerbungsgespräch doch stellen dürfen

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Von Günter Stein,

Fragen zu Schwangerschaft, Vorstrafen oder auch den Vermögensverhältnissen sind im Vorstellungsgespräch tabu. Eigentlich. Denn wie so oft gilt auch hier: Keine Regel ohne Ausnahme! Denn im Einzelfall können Sie auch diese verbotenen Fragen stellen. Die folgende Übersicht zeigt, in welchen Fällen Ihnen dies erlaubt ist:

 

Die Frage nach ...Wenn ...
... der Schwangerschaft ... mit der Tätigkeit Gefahren für die Gesundheit von Mutter und Kind verbunden sind.
... einer Vorstrafe ... das Arbeitsverhältnis eine besondere Zuverlässigkeit oder ein besonderes Vertrauensverhältnis voraussetzt, wie etwa bei einem Berufskraftfahrer, der keine Vorstrafe wegen eines Verkehrsdelikts haben sollte.

... den Vermögensverhältnissen

... das Arbeitsverhältnis eine besondere Zuverlässigkeit und ein besonderes Vertrauen voraussetzt, wie etwa bei einem Kassierer in einer Bank oder bei Mitarbeitern einer Geldtransportfirma.

 

Ihr Vorteil: Hat Ihr Bewerber auf eine zulässige Frage bewusst wahrheitswidrig geantwortet, können Sie das Arbeitsverhältnis nachher wegen arglistiger Täuschung anfechten, anstatt es zu kündigen. Das erspart Ihnen vor allem eines: lange Kündigungsschutzprozesse.
Beispiel:
Frau Saam hat ihren Wunschkandidaten als Außendienstmitarbeiter endlich gefunden. Im Vorstellungsgespräch hat sie ihn gefragt, ob er einen Führerschein besitze und ob er wegen eines Straßenverkehrsdelikts vorbestraft sei, was er verneint hat. 8 Monate später kommt der Außendienstmitarbeiter mit seinem Firmenwagen in eine allgemeine Verkehrskontrolle, bei der sich herausstellt, dass er wegen wiederholter Alkoholfahrten vorbestraft und schon seit 2 Jahren nicht mehr im Besitz einer Fahrerlaubnis ist.
Unter diesen Voraussetzungen kann Frau Saam das Arbeitsverhältnis anfechten, weil ihr Mitarbeiter im Vorstellungsgespräch ihre Frage nach der einschlägigen Vorstrafe bewusst falsch beantwortet und sie damit arglistig getäuscht gat. Eine Kündigungsfrist ist nicht einzuhalten.

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