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Sind geringfügig Beschäftigte wirklich kostengünstiger?

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Von Astrid Engel,

Um Kosten zu senken, mussten in vielen Praxen Arbeitsplätze wegrationalisiert werden. Statt der Teilzeitkräfte nun geringfügig Beschäftigte einstellen, lohnt sich das?

Durch die neue Gesundheitsreform mussten in vielen Praxen Arbeitsplätze wegrationalisiert werden, um Kosten zu senken. Um dies zu verhindern, werden Teilarbeitsplätze in Minijobs umgewandelt.

Aber haben Sie dadurch wirklich weniger Verpflichtungen und geringere Kosten? Die Antwort ist nein. Sie haben nicht weniger Verpflichtungen. Ein Minijobber hat die gleichen Rechte wie jeder andere Teil- oder Vollzeitbeschäftigte. Es finden grundsätzlich dieselben arbeitsrechtlichen Vorschriften Anwendung:


Weniger Verpflichtungen durch geringfügig Beschäftigte?

  • Der Urlaubsanspruch richtet sich nach dem Anspruch wie bei allen anderen Angestellten in Ihrer Praxis (Anspruch aus dem Tarifvertrag und gesetzlicher Anspruch).
  • Ihr Minijobber hat auch Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Fall einer Erkrankung.
  • Sonderzahlungen, die Voll- und Teilzeitbeschäftigten gewährt werden, müssen auch geringfügig Beschäftigte erhalten.
  • Kündigungsschutz bzw. die einzuhaltende Kündigungsfrist ist wie bei allen anderen Beschäftigten zu beachten.
  • Notwendige arbeitsmedizinische Untersuchungen müssen ebenfalls durchgeführt werden.


Verursachen geringfügig Beschäftigte weniger Kosten?

Und die zweite Antwort lautet ebenfalls nein. Sie senken keine Kosten. Kosten senken Sie nur, wenn Sie eine Teilzeitmitarbeiterin z. B. mit 18 Stunden auf 9 Stunden (Minijob) reduzieren, da in diesem Fall natürlich weniger Stunden gearbeitet werden.

Voraussetzung: Der Arbeitsanfall in Ihrer Praxis hat sich reduziert. Durch den hohen Verwaltungsaufwand sieht die Realität meist anders aus.

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Einen Teilzeitplatz mit 18 Stunden auf zwei geringfügig Beschäftigte abzuändern, kostet nicht weniger, sondern sogar mehr. Sie müssen grundsätzlich für jede geringfügig Beschäftigte etwas über 30 % pauschal an die Minijobzentrale abführen. So sieht eine Vergleichsrechnung zu einer Teilzeitkraft auf:


Fall 1: Teilzeitkraft (18 Std.)

  • KV-Beitrag: AG-Anteil 7,75 %
  • RV-Beitrag: AG-Anteil 9,95 %
  • AV-Beitrag: AG-Anteil 1,4 %
  • Steuerpauschale -
  • Umlage U1: 0,7 bis 2,8 %*
  • Umlage U2: 0,1 bis 2,5 %*
  • Umlage U3: 0,1 %

Gesamtabgabe: 20 bis 22,8 %

* Die Beiträge werden von jeder Krankenkasse individuell festgelegt und können evtl. um 0,1 bis 0,2 % variieren.


Fall 2: Zwei geringfügig Beschäftigte (jeweils 9 Std.)

  • KV-Beitrag: 13%
  • RV-Beitrag: 15 %
  • AV-Beitrag: -
  • Steuerpauschale: 2%
  • Umlage U1: 0,6 %
  • Umlage U2: 0,07 %
  • Umlage U3: 0,1 %

Gesamtabgabe: 30,77 %

Bei einem Betrag von 400 Euro im Monat erhöhen sich Ihre Abgaben (knapp 8 % mehr im für Sie günstigsten Fall) also um mindestens 64 Euro im Monat, wenn Sie auf geringfügig Beschäftigte ausweichen.

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