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So schreiben Sie Ihrem Azubi ein korrektes Ausbildungszeugnis

 

Von Astrid Engel,

Schreiben Sie nicht einfach drauflos, wenn Sie ein Ausbildungszeugnis verfassen. Immerhin haben Sie dabei einige rechtliche Besonderheiten zu beachten.

 

Was Sie beim Ausbildungszeugnis rechtlich beachten müssen

Ein Ausbildungszeugnis müssen Sie auf jeden Fall ausstellen (§ 8 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz, BbiG), also auch, wenn Azubi gar kein Ausbildungszeugnis fordert, Sie ihn nach der Ausbildung weiterbeschäftigen oder wenn er die Ausbildung vorzeitig abbricht.

Er hat die Wahl zwischen einem einfachen Zeugnis (= Arbeitsbescheinigung) und einem qualifizierten Zeugnis (§ 8 Abs. 2 BbiG). Das qualifizierte Ausbildungszeugnis enthält, im Gegensatz zum einfachen, zusätzlich eine Beurteilung der Leistung bzw. des Lernverhaltens, der Führung (= des Verhaltens) und besonderer fachlicher Fähigkeiten (§ 8 II BbiG).

Tipp: Auch wenn der Azubi kein qualifiziertes Ausbildungszeugnis verlangt, sollten Sie ihm in seinem Interesse trotzdem eines ausstellen. Mit einer bloßen Arbeitsbescheinigung machen Sie es ihm bei Bewerbungen unnötig schwer. Denn ein potenzieller späterer Arbeitgeber erwartet ein qualifiziertes Ausbildungszeugnis und wird misstrauisch, wenn es fehlt.

Was gehört ins Ausbildungszeugnis?

Das Schriftstück muss auf jeden Fall die Überschrift "Ausbildungszeugnis" tragen. Dann folgen diese Bausteine:

1. Persönliche Daten, Pflichtangaben zum Ausbildungsberuf

  • Name des Auszubildenden, Geburtsdatum und -ort, Beginn und Ende der Ausbildung, prüfende Kammer, Ort, evtl. Ergebnis,
  • Art der Ausbildung (Berufsbild, Ausbildungsverlauf und Lerninhalte),
  • Dauer (Beginn und Ende mit genauem Datum),
  • Ziel (Berufsabschluss), Fertigkeiten und Kenntnisse (Was hat der Azubi gelernt? Worauf lag das Schwergewicht?)

2. Beurteilung des Lernverhaltens und der Leistung

Lernbereitschaft, Lernfähigkeit, Lernweise, Lernerfolg, Fachkompetenz, Gesamtbeurteilung

3. Beurteilung des Verhaltens

Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und ggf. Kunden

4. Angaben zur Beendigung/Fortdauer des Arbeitsverhältnisses

Wie endet die Ausbildung (mit Abschluss, Abbruch)? Wird der Azubi übernommen oder nicht? Befristung, eigene Kündigung, Kündigung durch Betrieb (wenn betriebsbedingt, unbedingt erwähnen), Aufhebungsvertrag?

5. Schlussformel (keine Pflicht, aber üblich)

Bedauern über Ausscheiden, Dank für Mitarbeit und Treue, gute Wünsche für die Zukunft (je ausführlicher, desto eindeutiger der Hinweis, dass der Azubi gut war)

6. Datum und Unterschrift

Datum: Möglichst aktuell, üblich ist der letzte Tag der Ausbildung. Unterschreiben muss, derjenige, der für die Ausbildung zuständig war.

Checkliste: Ist das Ausbildungszeugnis formal korrekt gestaltet?

  • Das Zeugnis ist auf Firmenbogen geschrieben (falls vorhanden: Repräsentationsbogen).
  • Es trägt die Überschrift: "Ausbildungszeugnis".
  • Außer der Überschrift sind keine Hervorhebungen (Fettdruck, Unterstreichung) im Text.
  • Der Text enthält keine nachträglichen Korrekturen, Streichungen, handschriftlichen Ergänzungen, Verbesserungen mit Tipp-Ex.
  • Das Ausbildungszeugnis enthält keine Schreibfehler.
  • Das Datum ist enthalten (üblicherweise der letzte Ausbildungstag).
  • Das Ausbildungszeugnis ist unterschrieben vom Inhaber/Geschäftsführer/Chef (ggf. zusätzlich vom ausbildenden Meister oder Ausbildungsleiter).
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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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