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So teuer kann eine scheinselbstständige Arbeitskraft für Sie werden

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Von Astrid Engel,

Die Sekretärin ist eine freie Mitarbeiterin? Das Bedienungspersonal besteht aus Selbstständigen? Vorsicht: Ein Prüfer des Sozialversicherungsträgers könnte eine scheinselbstständige Arbeitskraft vermuten. Er wird argwöhnisch, wenn regelmäßig für Sie tätige Arbeitskräfte Aufgaben auf Rechnung erledigen, die üblicherweise eher Arbeitnehmern und Minijobbern übertragen werden!

 

Lassen Sie als Arbeitgeber von solchen Konstruktionen die Finger, wenn Sie die Arbeitskraft  tatsächlich wie einen Mitarbeiter in Ihren Betrieb eingliedern. Zwar ist es verlockend, eine solche Arbeitskraft  nicht fest einzustellen, denn Sie sparen dadurch Sozialabgaben. Die Gefahr, dass der Prüfer das Vertragsverhältnis als Scheinselbstständigkeit einstuft, ist jedoch groß - und die Folgen, wenn er Recht hat, sind drastisch:

Hohe Nachzahlungen für eine scheinselbstständige Arbeitskraft

Wird Ihr Mitarbeiter als scheinselbstständige Arbeitskraft eingestuft, werten die Prüfer die von Ihnen geleisteten Zahlungen als Netto, rechnen sie auf Brutto-Beträge hoch und gehen dabei stets von Lohnsteuerklasse VI aus. So können dann aus monatlich in Rechnung gestellten 2.000 Euro "netto" schnell 5.000 Euro brutto werden.

Die verlangte Nachzahlung beträgt dann nur für ein Jahr etwa (5.000 Euro x 40 % Sozialabgaben x 12 =) 24.000 Euro! Eine solche Nachzahlung können Sie meist nicht abwenden. Der Auftragnehmer, der in Wirklichkeit als Ihr Mitarbeiter gewertet wird, trägt davon höchstens seinen Anteil für die letzten 3 Monate. Für Sie aber wird es richtig teuer.

Nur "echte" Selbstständige, die örtlich sowie zeitlich unabhängig und nicht in Ihre betriebliche Organisation eingegliedert sind, können als freie Mitarbeiter auf Rechnung für Sie arbeiten. Seien Sie hingegen äußerst skeptisch, wenn mehrere Punkte der folgenden Checkliste erfüllt sind. Erwägen Sie die Zusammenarbeit dann nur auf Basis einer Anstellung.

Stellen Sie jemanden kurzfristig geringfügig ein, ist das eine günstige Alternative. Ein solcher Job ist sozialabgabenfrei!

Checkliste: Das deutet auf eine scheinselbstständige Arbeitskraft hin

Nimmt die prüfende Behörde Sie als Auftraggeber/Arbeitnehmer ins Visier, weil sie eine eventuell scheinselbstständige Arbeitskraft  beschäftigen? Dann muss sie nach § 7 Abs. 1 SGB IV den Beweis dafür erbringen, dass die Arbeitskraft  weisungsgebunden für Sie arbeitet, in Ihre Betriebsorganisation eingebunden ist und somit sozialversicherungsrechtlich als Arbeitnehmer/in zählt.

Die folgenden 10 Kriterien sprechen dafür. Wenn einige Kriterien erfüllt sind, andere jedoch nicht, kommt es auf den Gesamteindruck an. Jedes "Ja" ist jedoch ein Alarmzeichen.

  1. Die Arbeitskraft  ist auf Dauer und im Wesentlichen nur für Sie tätig, nicht für andere Auftraggeber.
  2. Die Arbeitskraft  hat selbst nur geringfügig Beschäftigte, hat also höchstens 400-Euro-Aushilfen und/ oder kurzfristig Beschäftigte eingestellt.
  3. Sie als Auftraggeber oder ein vergleichbarer anderer Unternehmer lassen ähnliche Tätigkeiten regelmäßig durch Arbeitnehmer verrichten.
  4. Die Tätigkeit entspricht dem äußeren Erscheinungsbild nach der Tätigkeit, die die Arbeitskraft für Sie zuvor aufgrund einer Festanstellung ausgeübt hat.
  5. Die Arbeitskraft  ist in Ihre betriebliche Situation eingebunden, hat unter Umständen sogar einen Schreibtisch/Arbeitsplatz in Ihrem Unternehmen.
  6. Die Arbeitskraft  ist, was ihre Arbeitseinsätze, -zeiten, -orte etc. betrifft, an Ihre Weisungen gebunden (Beispiel: Sie muss jeden Tag von 9.00 bis 16.00 Uhr arbeiten.).
  7. Die Arbeitskraft erhält nicht nur ein Honorar für abgelieferte Arbeit, sondern wird von Ihnen auch bei Krankheit bezahlt.
  8. Sie als Auftraggeber haben der Arbeitskraft  vertraglich verboten, eigene Mitarbeiter einzustellen.
  9. Die Arbeitskraft  hat nicht die Möglichkeit, Aufträge von Ihnen abzulehnen.
  10. Die Arbeitskraft  lässt typische Merkmale unternehmerischen Handelns nicht erkennen (Beispiele: Sie setzt kein eigenes Kapital ein, hat keine Betriebsmittel und wirbt nicht für ihr Unternehmen.)
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