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Stellenanzeige: Dürfen Zahnärzte jetzt noch eine "flexible und belastbare" Arbeitskraft suchen?

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Von Astrid Engel,

Frage: Da ich vorhabe, meine Praxisöffnungszeiten wesentlich flexibler als bislang zu gestalten, suche ich eine weitere Mitarbeiterin. Im Entwurf meiner Stellenanzeige habe ich geschrieben, dass ich eine "flexible und belastbare" Arbeitskraft suche.

Frage: Da ich vorhabe, meine Praxisöffnungszeiten wesentlich flexibler als bislang zu gestalten, suche ich eine weitere Mitarbeiterin. Im Entwurf meiner Stellenanzeige habe ich geschrieben, dass ich eine "flexible und belastbare" Arbeitskraft suche.

Ein befreundeter Kollege meinte, damit würde ich gegen dieses Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstoßen, weil bei so einer Formulierung Behinderte ausgeschlossen würden. Ich kann mir das zwar kaum vorstellen, frage aber sicherheitshalber doch einmal nach: Hat er Recht?


Eher problematisch: Der Wunsch nach einer weiblichen Arbeitskraft

Antwort: Mir sind tatsächlich einige Fälle von Kollegen bekannt, die Probleme mit Stellenanzeigen bekommen haben. Diese haben aber nicht eine "flexible und belastbare" Arbeitskraft gesucht, sondern beispielsweise eine "Praxishelferin".

Sie haben also eindeutig auf das Geschlecht abgestellt - was auf keinen Fall zu empfehlen ist. Als Zahnarzt können Sie kaum argumentieren, dass Sie aus betrieblichen Gründen ausschließlich Frauen einstellen können. Anders sähe das aus, wenn Sie ein Damendessous-Geschäft betreiben und aus verständlichen Gründen nur Verkäuferinnen beschäftigen können.


Eine "flexible und belastbare" Arbeitskraft kann auch behindert sein

Was Ihre Formulierung "flexibel und belastbar" betrifft, so kann ich Entwarnung geben - obwohl so ein Fall tatsächlich vor einem Arbeitsgericht gelandet ist. Ganz nach dem Motto: Nichts ist unmöglich. Doch die Richter haben sich im zugrundeliegenden Fall auf die Seite des Arbeitgebers gestellt.

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Im Klartext: Sie dürfen in einer Stellenanzeige schreiben, dass Sie eine/n "flexiblen und belastbaren" Mitarbeiter/in suchen. Sie geben mit dieser Formulierung keinen Hinweis darauf, dass Sie behinderte Bewerber benachteiligen werden.

Nach Meinung der Richter machen Sie damit lediglich deutlich, dass der gesuchte Mitarbeiter beziehungsweise die gesuchte Mitarbeiterin vielfältige Aufgaben mit großem Engagement erfüllen soll.

Das können jedoch auch Behinderte. Eine Diskriminierungsklage allein wegen einer solchen Formulierung hat daher keinerlei Aussicht auf Erfolg (LAG Nürnberg, 19.02.2008, Az.: 6 Sa 675/07).

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