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Teilzeitkraft bezahlen: Nicht gegenüber einem Vollzeit-Mitarbeiter benachteiligen!

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Von Astrid Engel,

Frage: Ich möchte eine neue Teilzeitkraft im Verkauf einstellen und bin nicht ganz sicher, welchen Stundenlohn ich ihr bezahlen soll. Gibt es dafür Regelungen, die ich beachten muss oder kann ich den Lohn so festlegen, wie ich es für richtig halte? Ich beschäftige bereits zwei Vollzeit-Mitarbeiter. Muss ich mich etwa an deren Lohn orientieren?

Frage: Ich möchte eine neue Teilzeitkraft im Verkauf einstellen und bin nicht ganz sicher, welchen Stundenlohn ich ihr bezahlen soll. Gibt es dafür Regelungen, die ich beachten muss oder kann ich den Stundenlohn so festlegen, wie ich es für richtig halte? Ich beschäftige bereits zwei Vollzeit-Mitarbeiter. Muss ich mich etwa an deren Lohn orientieren?


Teilzeitkraft nur mit triftigem Grund schlechter bezahlen

Antwort: Leider schreiben Sie nichts über die Qualifikation Ihrer Vollzeit-Mitarbeiter und der neuen Teilzeitkraft und auch nichts über die erforderliche Qualifikation für die Stelle. Aber so viel ist sicher: Bezahlen Sie Ihre neue Teilzeitkraft nicht schlechter als eine vergleichbare Vollzeitkraft, wenn kein sachlicher Grund dafür besteht. Sie können sonst leicht zu Lohnnachzahlungen verurteilt werden.

So hat das Bundesarbeitsgericht vor einigen Jahren im Fall einer Studentin entschieden, die stundenweise an einer Tankstelle gearbeitet hatte. Sie bekam einen niedrigeren Stundenlohn und auch niedrigere Zuschläge für Nacht- und Feiertagsarbeit als ihre vollzeitbeschäftigten Kollegen.

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Das Gesetz - damals noch § 2 Abs. 1 Beschäftigungsförderungsgesetz, seit dem 1.1.2001 abgelöst durch § 4 Abs. 1 Teilzeit- und Befristungsgesetz - untersagt jedoch, eine Teilzeitkraft gegenüber einer Vollzeitkraft zu benachteiligen. Liegt ein sachlicher Grund vor, z. B. eine schlechtere Qualifizierung für die Arbeit, greift diese Vorschrift nicht.


Schadensersatzpflicht, wenn Sie eine Teilzeitkraft nicht angemessen bezahlen

Verletzen Sie als Arbeitgeber aber dieses Schutzgesetz, müssen Sie der Teilzeitkraft den ihr entstandenen Schaden ersetzen, ihr also Lohn nachzahlen. Die getroffene Vergütungsabrede ist dann nichtig. An ihre Stelle tritt die übliche Vergütung (§ 612 BGB) - das heißt der Lohn, den Sie vergleichbaren Vollzeitkräften bezahlen, anteilig umgerechnet auf die Arbeitszeit. Bundesarbeitsgericht, 25.4.2001, Aktenzeichen 5 AZR 368/99

Praxis-Tipp: Wenn Sie Ihre Mitarbeiter nach Stunden bezahlen, sind Vergleiche sehr leicht. Zahlen Sie dennoch unterschiedliche Stundenlöhne, legen Sie genau fest, bei welcher Qualifikation ein Mitarbeiter welchen Lohn erhält.

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