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Teilzeitwunsch: Mit dieser Checkliste sind Sie als Arbeitgeber bestens gerüstet

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Von Günter Stein,

Nach der gesetzlichen Regelung des § 8 Abs. 1 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf Verringerung ihrer Arbeitszeit. Wenn ein Mitarbeiter von Ihnen eine Reduzierung seiner Arbeitszeit verlangt, sollten Sie die folgenden 4 Schritte des gesetzlich vorgegebenen Verfahrens beachten:

 

 

  1. Der Arbeitnehmer muss seinen Antrag 3 Monate vor Beginn der gewünschten Teilzeittätigkeit stellen. In dem Antrag sind der konkrete Umfang und Beginn der Arbeitszeitreduzierung anzugeben.

    Hinweis: Der Antrag muss nicht schriftlich gestellt werden. Auch wenn der Arbeitnehmer die 3-Monats-Frist nicht einhält, können Sie den Teilzeitwunsch nicht allein aus diesem Grund ablehnen. Vielmehr gilt dann die Teilzeit als zum nächstzulässigen Zeitpunkt (3 Monate nach Antragstellung) beantragt.
  2. Außerdem soll der Arbeitnehmer in seinem Antrag die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit angeben.

    Hinweis: Das ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Ihr Mitarbeiter kann seine Verteilungswünsche auch später oder gar nicht äußern. Letztmöglicher Zeitpunkt ist das nach § 8 Abs. 3 TzBfG vorgeschriebene Erörterungsgespräch. Wird keine besondere Verteilung gewünscht, können Sie als Arbeitgeber einseitig die Lage der verkürzten Arbeitszeit festlegen.
  3. Vor einer endgültigen Ablehnung des Teilzeitbegehrens sind Sie gesetzlich verpflichtet, die Probleme mit dem betroffenen Arbeitnehmer zu erörtern, um eine Einigung herbeizuführen.

    Hinweis: Eine Verletzung Ihrer Erörterungspflicht führt zwar nicht dazu, dass Ihre Zustimmung zur Arbeitszeitverringerung als erteilt gilt. Allerdings können Sie sich in einem späteren Prozess nicht mehr auf betriebliche Gründe berufen, die bereits im Wege der Verhandlung hätten erörtert werden können.
  4. Ihre endgültige Entscheidung müssen Sie dem Arbeitnehmer spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der Teilzeittätigkeit schriftlich mitteilen.

    Vorsicht Falle! Äußern Sie sich innerhalb dieser Frist nicht, gilt Ihre Zustimmung als erteilt und die gewünschte Teilzeit tritt automatisch in Kraft, § 8 Abs. 5 Satz 2 TzBfG.

Meine Empfehlung:
Auch wenn Sie der Meinung sind, der Antrag genügt nicht den gesetzlichen Voraussetzungen, etwa weil der Mitarbeiter kein konkretes Anfangsdatum angegeben hat, reagieren Sie besser auf jedes Teilzeitbegehren Ihrer Arbeitnehmer. Nur so verhindern Sie sicher, dass die beantragte Teilzeit automatisch in Kraft tritt.

 

Hat Ihr Mitarbeiter die Teilzeitbeschäftigung ordnungsgemäß beantragt, können Sie den Teilzeitanspruch nur ablehnen, wenn betriebliche Gründe nach § 8 Abs. 4 TzBfG entgegenstehen. Das ist der Fall, wenn

  • Sie trotz entsprechender Suche keine Ersatzkraft für den restlichen Teil der Stelle finden,
  • die Einstellung einer 2. Teilzeitkraft unverhältnismäßig hohe Kosten verursacht (z. B. Anschaffung einer zusätzlichen Arbeitsausrüstung wie Dienstwagen, PC usw.) oder
  • die Organisation des Betriebs beeinträchtigt würde (z. B. Arbeitszeitverteilung außerhalb der Öffnungszeiten, Erhöhung von Übergabe- oder Maschinenlaufzeiten).

Ihre Checkliste: Teilzeitanspruch

Wenn Sie auch nur eine Frage der folgenden Checkliste mit Nein beantworten, können Sie gegenüber Ihrem Mitarbeiter die gewünschte Arbeitszeitverringerung ablehnen:

  • Beschäftigen Sie ständig mehr als 15 Arbeitnehmer in Ihrem Betrieb (alle Arbeitnehmer zählen voll, Azubis hingegen nicht)?
  • Besteht das Arbeitsverhältnis des Arbeitnehmers, der die Verkürzung beantragt, ohne Unterbrechung schon länger als 6 Monate?
  • Hat Ihr Mitarbeiter den Antrag mindestens 3 Monate vor Beginn der gewünschten Teilzeitbeschäftigung gestellt?
  • Enthält der Antrag konkrete Angaben zum Umfang und Beginn der Arbeitszeitreduzierung?
  • Liegt ein früherer Antrag auf Teilzeit länger als 2 Jahre zurück?
  • Stehen der Verringerung keine betrieblichen Erfordernisse entgegen?

 

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