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Vorsicht: Nur keine kreativen Vertragsverhältnisse mit Mitarbeitern

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Vorsicht: Nur keine kreativen Vertragsverhältnisse mit Mitarbeitern ...

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Ein junger Mensch ohne Ausbildung fragt nach einer Beschäftigung in Ihrem Betrieb.

Sie möchten ihm helfen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Ein Ausbildungsvertrag kommt für Sie aber nicht infrage. Entweder, weil Sie generell nicht ausbilden oder weil Sie den jungen Mann oder die junge Frau für nicht geeignet halten.

Auch einen normalen Arbeitsvertrag möchten Sie nicht abschließen, weil Sie befürchten, dass der Bewerber nicht leistungsfähig genug ist und somit den üblicherweise zu zahlenden Lohn nicht "verdient".

Dann könnten Sie jetzt auf die Idee kommen, sich ein eigenes Vertragsverhältnis auszudenken, das weder ein Ausbildungs- noch ein Arbeitsvertrag sein soll.

Aber genau davor möchte ich Sie warnen:

Ein Malermeister hat das jedenfalls kürzlich versucht und mit einer jungen Frau einen "Anlernvertrag für die Vermittlung von Grundkenntnissen und Fertigkeiten in dem Beruf Malerin und Lackiererin" abgeschlossen. Für 550 Euro/Monat ließ er sie 25 Stunden in der Woche bei sich mitarbeiten.

Das Bundesarbeitsgericht hat aber den "Anlernvertrag" für nichtig erklärt, weil er gegen das Berufsbildungsgesetz verstößt (27.7.2010, Az. 3 AZR 317/08). Da die Frau tatsächlich für den Malermeister gearbeitet hat, wurde der Vertrag in einen "normalen" Arbeitsvertrag umgedeutet.

Die teure Folge für den Arbeitgeber:

Statt des im "Anlernvertrag" vereinbarten Stundenlohns von 5,50 Euro pro Stunde war nun der Tariflohn für Hilfsarbeiter von 7,85 Euro pro Stunde maßgeblich, und die Differenz musste er für 2 Jahre nachzahlen!

Das heißt für Sie: Den gesetzlichen Schutz für Arbeitnehmer und Auszubildende können Sie nicht durch eigene, kreative Verträge umgehen! Auch wenn Sie einem im Grunde nicht vermittelbaren Menschen helfen wollen, müssen Sie sich zwischen den gesetzlich geregelten Varianten Praktikums-, Ausbildungs- und Arbeitsvertrag entscheiden.

 

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