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Vorsicht: Überprüfen Sie, dass Sie keine Schein-Studenten beschäftigen

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Von Astrid Engel,

Viele Unternehmer beschäftigen als Aushilfen sehr gern Studenten. Denn für diese werden weniger Sozialabgaben fällig. Aber Vorsicht: Wenn Sie so genannte Schein-Studenten beschäftigen, gilt das nicht.

Frage: Bei mir hat sich jetzt ein Student aus Aushilfe beworben, der schon weit über 30 ist und offenbar noch nie richtig gearbeitet hat. Als ich das gegenüber einem Kollegen erwähnte meinte der, dass ich aufpassen müsse. Es könnte sein, dass ich Ärger bekäme, wenn ich einen so "alten" Studenten beschäftigen würde. Welchen, wusste er auch nicht. Was könnte er genau meinen?

 

Beschäftigen Sie nur Studenten, die "ernsthaft" studieren

Antwort: Viele Unternehmer beschäftigen als Aushilfen sehr gern Studenten. Denn für diese werden weniger Sozialabgaben fällig. Aber Vorsicht: Wenn Sie so genannte Schein-Studenten beschäftigen, gilt das nicht. Ihr Kollege könnte von diesem Urteil gehört haben:

Ein Diplom-Physiker, der später noch Mineralogie studierte und nebenbei als Taxifahrer jobbte, wurde vom Bayerischen Landessozialgericht (29.6.2004, AZ: L 5 KR 256/03) als Schein-Student eingestuft, weil er das Mineralogie-Studium nicht ernsthaft betreibe. Als Indizien dafür wertete das Gericht, dass der Mann bereits ein abgeschlossenes Studium hinter sich hatte und anschließend in einer Beschäftigung jobbte, die mit dem Studium nichts zu tun hatte. Ein ernsthaftes Studieren konnte der Student zudem nicht nachweisen.

Das Urteil hat weit reichende Folgen für Sie, wenn Sie Studenten beschäftigen. Diese sind zwar in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei, wenn sie

  • in den Semesterferien oder
  • während des Semesters außerhalb der Vorlesungszeit (nachts, am Wochenende) oder
  • in der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden pro Woche bzw. auf 2 Monate befristet für Sie arbeiten.

Gegenüber den Sozialversicherungsträgern trifft aber Sie als Arbeitgeber die Beweislast dafür, dass der Student nicht nur pro Forma eingeschrieben ist, um sich die Versicherungsfreiheit zu erschleichen.

Hohe Beitragsnachzahlungen, wenn Sie Schein-Studenten beschäftigen

Können Sie nicht nachweisen, dass Sie sich davon überzeugt haben, dass der Mitarbeiter auch ernsthaft studiert, so kommen hohe Beitragsnachzahlungen auf Sie zu. Das heißt konkret:

  • Lassen Sie sich von einem Studenten eine aktuelle Immatrikulationsbescheinung vorlegen.
  • Überprüfen Sie, dass er die Regelstudienzeit nicht schon viele Semester überschritten hat.
  • Fragen Sie nach, ob und in welchem Fach er bereits einen Abschluss hat. Er soll eine entsprechende Erklärung unterschreiben. Jobbt er jetzt in einem ganz anderen Gebiet, sollten Sie diesen Studenten nicht beschäftigen.
  • Nehmen Sie Kopien von aktuellen Prüfungsergebnissen zu den Personalunterlagen.

Besonders vorsichtig sollten Sie bei Studenten höheren Alters sein, bei denen offensichtlich ist, dass sie nicht studieren, um später ihren Lebensunterhalt damit zu bestreiten. Auch bei diesen fehlt es nach Ansicht der Sozialversicherungsträger am "ernsthaften Studieren".

 

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