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Wenn Mitarbeiter ausscheiden: Fehler im Arbeitszeugnis vermeiden

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Von Astrid Engel,

Wenn ein Mitarbeiter Ihr Unternehmen verlässt, wird er in der Regel ein Arbeitszeugnis von Ihnen verlangen. Dies sollten Sie so formulieren, dass es später nicht zu Auseinandersetzungen über die Form oder den Inhalt kommt.

Mindestangaben: Das gehört in jedes Arbeitszeugnis

Unverzichtbar für jedes Arbeitszeugnis sind folgende Angaben:

  • der Aussteller des Arbeitszeugnisses
  • der Ausstellungsort und
  • der Ausstellungszeitpunkt.

Aussteller: Jedes Arbeitszeugnis muss seinen Aussteller erkennen lassen. Nach der Rechtsprechung ist das Arbeitszeugnis nur dann korrekt erteilt, wenn es eine Person unterschrieben hat, die dem Arbeitnehmer gegenüber weisungsbefugt war – also etwa Sie als Inhaber.

Ausstellungsdatum: Das Ausstellungsdatum müssen Sie zeitnah zum tatsächlichen Beendigungszeitpunkt des Arbeitsverhältnisses wählen. Ein größerer zeitlicher Abstand zwischen beiden Daten könnte darauf schließen lassen, dass über das Zeugnis Streit bestanden hat und es erst nach einer Auseinandersetzung von Ihnen ausgestellt wurde.

Beachten sie: Trifft dieser Sachverhalt tatsächlich zu, sind Sie verpflichtet, das Dokument zurückzudatieren, damit kein entwertender Eindruck entsteht.

Arbeitszeugnis immer auf Firmen-Briefpapier schreiben

Das Arbeitszeugnis muss schriftlich und in deutscher Sprache abgefasst werden. Ihr Mitarbeiter hat auch Anspruch darauf, dass sein Arbeitszeugnis auf einem Firmenbriefbogen geschrieben wird. Die Abfassung in elektronischer Form (also etwa per E-Mail) ist gemäß § 109 Abs. 3 GewO ausdrücklich ausgeschlossen. Von der äußeren Form her muss das Arbeitszeugnis zudem sauber und ordentlich aussehen. Es darf insbesondere keine Flecken, Radierungen, Verbesserungen, Durchstreichungen oder ähnliche Korrekturen aufweisen.

Wann ein Mitarbeiter keinen Anspruch mehr auf ein Arbeitszeugnis hat

Der Anspruch auf Erstellung des Arbeitszeugnisses verjährt nach 3 Jahren (§ 195 BGB). Tarif- oder einzelvertragliche Ausschlussfristen können aber auch kürzere Zeiträume vorsehen (BAG, 30.1.1991, Az: 5 AZR 32/90).

Es gibt Urteile, nach denen der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis schon früher verfällt (BAG, 17.2.1988, Az: 5 AZR 638/86). Darauf sollten Sie sich zur Sicherheit aber erst nach einem Jahr berufen, und nur dann, wenn Sie das Arbeitszeugnis dann nur noch mit erheblichen Mühen erstellen könnten, etwa weil der ehemalige Vorgesetzte Ihr Unternehmen verlassen hat.

Wenn das Arbeitszeugnis fehlerhaft ist

Erfüllt Ihr Arbeitszeugnis die notwendigen Anforderungen nicht, kann Ihr Mitarbeiter eine entsprechende Änderung verlangen – etwa, weil es nicht wohlwollend genug ist oder unzulässige Formulierungen enthält.

Darüber hinaus ist es denkbar, dass der Mitarbeiter von Ihnen Schadenersatz fordert, wenn er wegen des fehlerhaften Arbeitszeugnisses

  • erst später oder
  • überhaupt keine neue Stelle findet oder
  • nur zu einem geringeren Gehalt eingestellt wird.

Allerdings ist der Mitarbeiter in diesem Fall dafür beweispflichtig, dass dieser Schaden aufgrund des fehlerhaften Arbeitszeugnisses eingetreten ist. Und dieser Beweis ist in der Praxis nur sehr schwer zu erbringen.

Schadenersatzforderung des neuen Arbeitgebers durch falsches Arbeitszeugnis

Sie können sich als Aussteller eines Arbeitszeugnisses aber auch Schadenersatzansprüchen des Folgearbeitgebers ausgesetzt sehen. Beispiele dafür sind

  • die Behauptung, der Mitarbeiter habe fachliche Fähigkeiten, die jedoch tatsächlich nicht vorhanden sind,
    oder
  • das Verschweigen schwerer charakterlicher Untugenden oder verbrecherischer Neigungen.

Aber auch hier ist die Gegenseite – der Folgearbeitgeber – in der Beweispflicht. Und damit wird er sich schwer tun.

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