Gratis-Download

Erfahren Sie hier, wie Sie Mitarbeitergespräche als Führungsinstrument sinnvoll und effizient einsetzen und welche klaren Gesprächsstrukturen bei...

Jetzt downloaden

Wer hat Anspruch auf Teilzeit und wann müssen Sie zustimmen?

0 Beurteilungen

Von Astrid Engel,

Ihre Mitarbeiterin möchte ihre Arbeitszeit reduzieren. Müssen sie als Arbeitgeber zustimmen? Wann hat ein Mitarbeiter Anspruch auf Teilzeit und wie muss Teilzeit beantragt werden?

 

Jeder Mitarbeiter hat nach § 8 TzBfG (Teilzeit- und Befristungsgesetz) einen Anspruch auf Reduzierung seiner Arbeitszeit, wenn

  • er bereits mindestens 6 Monate ununterbrochen in Ihrem Betrieb gearbeitet hat und
  • Sie regelmäßig mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigen.

Dieser Anspruch auf Teilzeit besteht für Ihre

  • Vollzeitarbeitnehmer,
  • Teilzeit-Arbeitnehmer (Anspruch auf weitere Reduzierung ihrer Arbeitszeit) - auch Mini-Jobber haben grundsätzlich dieses Recht -, Mitarbeiter in leitenden Positionen,
  • Auszubildenden (§ 8 Abs. 1 Satz 2 BbiG) - hier müssen Sie allerdings immer überprüfen, inwieweit die reduzierte Ausbildungszeit noch mit dem Wesen und Zweck des Berufsausbildungsvertrags vereinbar ist. In der Praxis ist das selten.


Anspruch auf Teilzeit nur nach korrektem Antrag

Voraussetzung für die Reduzierung der Arbeitszeit ist, dass die Mitarbeiterin bei Ihnen einen korrekten Antrag stellt. Geht dieser nicht bei Ihnen ein, oder entspricht er nicht den gesetzlichen Vorgaben, müssen Sie auf den Teilzeitwunsch gar nicht erst reagieren.

Der Antrag der Mitarbeiterin muss folgende Voraussetzungen erfüllen:

1. Er muss Ihnen zugehen. Die Mitarbeiterin kann ihren Antrag mündlich oder schriftlich stellen, muss im Streitfall aber beweisen, dass Sie ihn tatsächlich erhalten haben. Nicht zugegangen ist Ihnen der Teilzeitwunsch beispielsweise, wenn Sie nur über Dritte davon hören, weil die Mitarbeiterin ihn gegenüber ihren Kollegen oder einem Fachvorgesetzten ohne Personalverantwortung geäußert hat.

2. Er muss einen eindeutigen Wunsch nach Verringerung der Arbeitszeit enthalten.

3. Er muss den exakten Umfang der Verringerung und den Termin, ab wann die Verringerung gelten soll, angeben.

Beispiel: Ihre Mitarbeiterin händigt Ihnen ein Schreiben aus, in dem lediglich steht: "Ich würde gerne weniger arbeiten." Weder Umfang noch Zeitpunkt der Verringerung sind hier bestimmbar. Als Arbeitgeber dürfen Sie einen solchen Antrag ignorieren.


Wann Sie einen Teilzeitantrag ablehnen dürfen

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, dürfen Sie den Teilzeitwunsch Ihrer Mitarbeiterin nur ablehnen, wenn betriebliche Gründe dagegen sprechen. Nach § 8 TzBfG liegen betriebliche Gründe insbesondere dann vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßig hohe Kosten verursacht.

 

Personal und Arbeitsrecht aktuell

Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Steigern Sie Ihre Erfolgsquote: Vergaberecht & Angebotsstrategien für Bieter

Die wichtigsten Gesetze für Ihre Personalpraxis

Umfassend über die neuesten Entwicklungen im Personalbereich informiert

Machen Sie Ihre Lohn- und Gehaltsabrechnung unangreifbar!

erkennen.vorbeugen.handeln: Gesunde Arbeit für zufriedene Mitarbeiter

Die neuesten Urteile der Arbeits-, Finanz- und Sozialgerichte