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Wie Sie Kündigungsgespräche professionell und fair führen

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Kritikgespräch Wippe

Von Günter Stein,

Einem Mitarbeiter zu kündigen gehört zu den unangenehmen Pflichten in Ihrem Führungsalltag. Doch die schwierige Managementaufgabe verleitet oft zu falschem Führungsverhalten:

So möchten manche Vorgesetzte den betroffenen Mitarbeiter nicht verletzen. Statt klare Worte zu finden, reden sie deshalb in Kündigungsgesprächen um den heißen Brei herum. Andere Führungskräfte dagegen handeln völlig unüberlegt, weil sie die Kündigung so schnell wie möglich hinter sich bringen wollen.

Die Folge ist, dass sich der betroffene Mitarbeiter unwürdig und unfair behandelt fühlt. Wieder andere Führungskräfte stehlen sich komplett aus der Verantwortung. Sie delegieren das „Problem“ einfach an die Kollegen aus der Personalabteilung.

Vorsicht: Hüten Sie sich davor, in einer der beschriebenen Arten vorzugehen. Denn Mitarbeiter, die eine Kündigung so erleben, werden bei Kollegen sicher kein gutes Wort mehr für Sie übrig haben. Und verbleibende Kollegen befürchten: „So wird der Chef das auch irgendwann mit mir machen.“ Damit demotivieren Sie das gesamte Team. Es besteht die Gefahr, dass Ihre Mitarbeiter keine Kreativität mehr zeigen und Dienst nach Vorschrift tun, um ja keinen Fehler mehr zu machen.

Besser: Bereiten Sie Kündigungsgespräche sorgfältig vor. Schließlich geht es bei Ihrem Mitarbeiter um nicht weniger als seine Existenz. Überdies können Fehler Ihrerseits teure Folgen haben wie hohe Abfindungen oder kosten- und zeitintensive Auseinandersetzungen vor Gericht. Bedenken Sie auch, dass sich eine Hire-and-Fire-Mentalität eines Unternehmens schnell herumspricht. Spitzenkräfte, die die Wahl haben, werden kaum in einem Unternehmen mit zweifelhaftem Ruf anheuern. Auch wenn eine Kündigung für beide Seiten selten leicht ist, hilft es vielen Mitarbeitern oft schon, wenn sie sich fair behandelt fühlen. Doch das erfordert von Ihnen Zeit, viel Fingerspitzengefühl und eine gründliche Vorbereitung.

So bereiten Sie das Gespräch gründlich vor

Klären Sie vor dem Kündigungsgespräch die juristische Seite. Wenn es sich um eine personen- oder verhaltensbedingte Kündigung handelt, ist das Kündigungsgespräch der Abschluss einer umfangreichen Vorgeschichte. Halten Sie deshalb dokumentierte Kritikgespräche, Verwarnungen, Abmahnung und den Arbeitsvertrag für das Gespräch bereit. Wenn nach Rücksprache mit Ihrem Arbeitsrechts-Experten Zweifel bestehen, ob alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, ziehen Sie einen Aufhebungsvertrag in Erwägung.

Bei einer betriebsbedingten Kündigung sollten Sie im Vorfeld den Datenbestand der Personalakte prüfen und auf den neuesten Stand bringen. Denn Überraschungen im Kündigungsgespräch – z. B. unbekannte Veränderungen der familiären Situation – können die gesamte Sozialauswahl kippen. Prüfen Sie vor der Kündigung alternative Einsatzmöglichkeiten im Unternehmen. Setzen Sie sich detailliert mit den Auswahlkriterien des Sozialplans gemäß den gesetzlichen Vorgaben wie Alter, Familienstand und Dauer der Betriebszugehörigkeit auseinander. So können Sie Ihrem Mitarbeiter die zwingenden Gründe für die Kündigung im Gespräch genau erläutern. Bereiten Sie sich auf mögliche Fragen des Gekündigten bezüglich der Trennungsmodalitäten und seiner Zukunftsperspektiven vor. Mehr Infos dazu in unserem Leitfaden für Trennungsgespräche.

Tipp: Versuchen Sie, mögliche Einwände des Mitarbeiters vorwegzunehmen, und bereiten Sie Ihre Argumente gut vor.

 

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