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Entgelterhöhungen gibt das Budget eines Unternehmens nicht immer her – zudem bleibt den Beschäftigten nach Abzug von Lohnsteuer und...

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Umgehen Sie diese Falle beim Urlaubsgeld

 

Von Gerhard Schneider,

Frage: Ich beschäftige in meinem Betrieb als einzige Angestellte zwei Minijobber. Eine davon ist meine Frau. Weil ich mit beiden sehr zufrieden bin, würde ich gerne in diesem Jahr Urlaubsgeld auszahlen. Muss ich dabei etwas beachten? Kann ich das Urlaubsgeld auch problemlos an meine angestellte Frau zahlen?

 

Antwort: Urlaubsgeld für einen Minijobber zu bezahlen ist kein Problem – auch dann nicht, wenn es sich dabei um einen angestellten Angehörigen handelt. Problematisch könnte es nur dann sein, wenn das Urlaubsgeld eine Sonderbehandlung für die angestellte Ehefrau wäre, wenn also nur sie, nicht aber die anderen Angestellten des Urlaubsgeld bekommen. Eine solche Sonderbehandlung könnte schnell zur Aberkennung des Arbeitsvertrags durch das Finanzamt führen.

Beachten Sie aber gerade bei 450-€-Kräften, also bei Ihren Minijobbern:

Durch Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld kann es schnell passieren, dass die Entgeltgrenze von 450 € bzw. 850 € (bei Mitarbeitern in der Gleitzone, so genannten Midijobbern) überschritten wird. Dann kommen möglicherweise schnell Nachzahlungen bei der Lohnsteuer und Versicherung auf Sie zu.

 

Denn: zum regelmäßigen Arbeitsentgelt, dass die Grenze von 450 € nicht überschreiten darf, gehören auch regelmäßige Einmalzahlungen, die der Mitarbeiter einmal jährlich erwarten kann und als Teil seines Entgelts eingeplant. In Ihrer Berechnung der 450-€-Grenze müssen Sie das Urlaubsgeld auf jeden Fall dann einkalkulieren, wenn Ihr Mitarbeiter einen Rechtsanspruch darauf hat. Dass ist beispielsweise der Fall,

  • wenn ein Tarifvertrag das Urlaubsgeld vorsieht,
  • wenn das Urlaubsgeld im Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung festgelegt wurde,
  • wenn der Mitarbeiter einen Anspruch auf das Urlaubsgeld hat, weil es zur betrieblichen Übung geworden ist. Dieser Fall tritt ein, wenn Sie in drei Jahren hintereinander Urlaubsgeld ohne Vorbehalt ausgezahlt haben.

Gehen Sie so vor

Um zu prüfen, ob Sie durch das Urlaubsgeld die 450-€-Grenze überschreiten, addieren Sie zum normalen Jahresarbeitsentgelt das geplante Urlaubsgeld. Die Summe teilen Sie dann durch zwölf. Liegt die Summe noch unterhalb der Grenze, gibt es keine Probleme mit dem Urlaubsgeld. Liegt die Summe darüber, müssen Sie entweder das Entgelt anpassen oder mehr Zahlungen der Sozialversicherung in Kauf nehmen.

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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