Incentives: Wie Sie Ihre Mitarbeiter mit Belohnungen motivieren

Incentives: Wie Sie Ihre Mitarbeiter mit Belohnungen motivieren

Erstellt: 12.01.2018

Die richtige Motivation Ihrer Mitarbeiter ist ein Schlüsselfaktor dafür, dass Ihre Arbeitnehmer Ihr Unternehmen zum Erfolg führen und Ihrer Firma über längere Zeit die Treue halten.

Hier schließt sich dann die logische Frage an: Was können Sie tun, um bei Ihrer Belegschaft für das richtige Maß an Motivation zu sorgen? Ein Zauberwort lautet hier „Incentives“.

Ich erkläre Ihnen auf dieser Themenseite,

  • was man unter Incentives versteht,
  • welche Incentives es gibt und
  • wie Sie dieses Instrument am besten nutzen, um Ihre Mitarbeiter zu motivieren. 
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Was sind Incentives?

Wörtlich aus dem Englischen übersetzt bedeutet Incentives „Anreize“.

Und damit ist die Bedeutung bereits klar: Incentives sollen dazu dienen, Ihre Arbeitnehmer zu besseren Leistungen anzuregen. Incentives werden meist als Belohnungen in Form von Geld oder Sachprämien, aber auch Reisen, Erlebnisprogrammen, Seminaren und Fitnessprogrammen gewährt (siehe auch Seite I52/4 ff).

Incentives sind hauptsächlich im Manager- und Führungskräftebereich üblich. Im mittleren oder unteren Management oder bei Mitarbeitern ohne Personal oder Budgetverantwortung sind solche Leistungen weniger gebräuchlich. Hier ist eher die Überlassung eines Dienstwagens (auch zur privaten Nutzung) gängig.

Wie Sie Mitarbeiter-Incentives gezielt einsetzen

Damit Incentives ihre Motivationswirkung bestmöglich entfalten, sollten Sie die immer gezielt verwenden. Im Wesentlichen bieten sich hier vier „Einsatzmöglichkeiten“ an:

  1. Belohnen Sie Ihre Mitarbeiter mit Geschenken für eine bereits erbrachte, überdurchschnittliche Leistung. 
  2. Spornen Sie Ihre Mitarbeiter mit Incentives an, ein bestimmtes Ziel zu erreichen – etwa mehr Umsatz. 3
  3. Durch spezielle Incentives können Sie unzufriedene Mitarbeiter zu besseren Leistungen motivieren. 4
  4. Incentives können Sie auch dazu verwenden, dass sich Ihre Mitarbeiter stärker mit Ihrem Unternehmen identifizieren.
Tipp

„Tue Gutes und rede darüber“ – so lautet ein bekannter Spruch, den viele Unternehmen schon im eigenen Interesse beherzigen: Sorgen auch Sie dafür, dass Ihre Wohltaten nicht so schnell in Vergessenheit geraten. So können Sie etwa in Ihren firmeneigenen Medien da¬rüber berichten oder einen günstigen Zeitpunkt wählen, wie z.B. die Vorweihnachtszeit. Hier sind Menschen für Anerkennung und Wohltaten besonders offen. 

Wählen Sie für jede Situation das richtige Incentive

Für die oben genannten vier Einsatzfelder bieten sich z.B. folgende Incentives an:

Wenn Sie Ihre Mitarbeiter belohnen wollen

Es müssen nicht immer große, aufwendige Aktionen sein, damit Mitarbeiter motiviert werden. Oft reichen schon Kleinigkeiten aus, denen Ihre Mitarbeiter die klare Botschaft entnehmen können: „Ich werde wertgeschätzt!“ Denken Sie etwa an

  • ein offiziell ausgesprochenes Dankeschön,
  • einen Blumenstrauß, eine Schachtel Pralinen oder eine Flasche Sekt, aber auch
  • einen freien Nachmittag oder
  • Karten fürs Kino.
Tipp

Haben Sie bei Ihren Leistungen immer im Auge, dass für bestimmte Zuwendungen eventuell Lohnsteuer und/oder Sozialversicherungsbeiträge anfallen. Sprechen Sie daher zunächst immer mit Ihrem Steuerberater! Schließlich sollen Ihnen Ihre gut gemeinten Gesten keinen Ärger einbringen und keinen unerwarteten Aufwand verursachen.

Wenn Sie Ihre Mitarbeiter anspornen wollen

Wollen Sie Ihre Mitarbeiter „kitzeln“, damit Sie (weiterhin) besonders gute Leistungen erbringen (etwa einen höheren Umsatz erwirtschaften), dann muss es schon etwas mehr sein. In der Praxis hat sich gezeigt, dass sich hier solche Zuwendungen besonders gut eignen, die mit einem sichtbaren Statusgewinn verbunden sind:

  • ein neuer Tablet PC oder ein hochwertiges Smartphone
  • ein Dienstwagen (den ihr Mitarbeiter auch privat nutzen kann)
  • eine Beförderung – auch mit Titeln
  • eine besondere Auszeichnung, z.B. zum „Verkäufer des Monats“

Wenn Sie die Stimmung heben bzw. das Betriebsklima verbessern möchten

An solche Maßnahmen sollten Sie denken, wenn die Stimmung in Ihrer Firma bereits etwas angeschlagen ist, etwa weil Ihre Mitarbeiter abgelenkt und demotiviert sind. Denken Sie hier etwa an

  • bessere Arbeitsbedingungen (z.B. durch bequemere oder gehobene Büromöbel, kostenlose Getränke und Obst) oder
  • zusätzliche Fortbildungen. 

Vergessen Sie hier die Ursachenforschung nicht: Warum ist das Betriebsklima überhaupt in den Keller gewandert? Wenn Sie die Ursachen kennen, können Sie bereits präventiv tätig werden. 

Wenn Sie die Identifikation mit Ihrer Firma steigern wollen

Hier haben sich in der Praxis z.B. folgende Extras als sinnvoll erwiesen: 

  • Mitarbeiter-Rabatte
  • zinsgünstige Mitarbeiter-Darlehen
  • (Geld)Geschenke zu Geburt, Hochzeit oder Jubiläum 

Warum der ideelle Wert oft mehr zählt als Geld

Machen Sie sich – aber unbedingt auch Ihren Mitarbeitern – zunächst klar: Eine faire Bezahlung ist selbstverständlich, Incentives sind es nicht!

Und genau aus diesem Grund machen Incentives in vielen Situationen oft auch einen größeren Eindruck als Geld gaben:

Bedanken Sie sich nach einem erfolgreich abgeschlossenen Projekt bei allen Beteiligten persönlich. Überreichen Sie ihnen dazu z.B. einen Gutschein für einen Restaurantbesuch mit dem Partner.

Durch solche Gesten sichern Sie sich auch ein Stück Loyalität Ihrer Mitarbeiter Ihrem Unternehmen gegenüber.

Warum Sie Mitarbeiter öffentlich loben sollten

Lob vor Publikum kann wahre Motivations-Wunder bewirken.

Zeichnen Sie z.B. monatlich „die freundlichste Kassiererin“ aus. Die Auszeichnungen platzieren Sie dann als Aushang an zentraler Stelle.

Auch anerkennende Worte in der Runde der Kollegen erfüllen oft eine ähnliche Wirkung wie Urkunden. Und das Tolle dabei ist: Diese Art von Incentives kosten Sie keinen Cent extra!

Warum Sie Incentives immer individuell auswählen sollten

Der eine liebt Spinat, für den anderen ist Blumenkohl sein Lieblingsgemüse – Sie ahnen es bereits: Das, was gefällt oder motiviert, ist bei jedem etwas Anderes. Das sollten Sie immer im Hinterkopf haben, damit Ihr Incen¬tive nicht seine Wirkung verfehlt.

Stellen Sie sich vor, Sie würden jedem Mitarbeiter einen Firmenwagen (auch) zur Privatnutzung zur Verfügung stellen wollen. Frau Schmerbeck, die begeisterte Radfahrerin und bekennender Automuffel ist, würde sich durch eine solche Zuwendung möglicherweise eher provoziert als motiviert fühlen; der Firmenwagen für sie wäre da kontraproduktiv.

Achten Sie auch darauf, dass Sie nicht versehentlich in ein Fettnäpfchen treten:

Einen Mitarbeiter, der bekanntermaßen Diabetiker ist, mit Vollmichschokolade zuzuschütten, ist deplatziert.

Tipp

Erkundigen Sie sich in Zweifelsfällen vorher immer nach den Vorlieben und der Lebenssituation des jeweiligen Mitarbeiters. So vermeiden Sie nicht nur Fettnäpfchen; je individueller das Incentive ist, desto größer ist in der Regel Ihr Erfolg.

Machen Sie sich aber auch klar: Solche Individuallösungen sind in der Realisierung meist aufwendig. Denn Sie müssen für jeden Mitarbeiter „seine“ Belohnung suchen.  

Wie Sie Incentives geschickt für Ihre unternehmerischen Zwecke einsetzen können

Die Überschrift macht es deutlich: Incentives können Sie immer auch mit einem konkreten Unternehmensziel verbinden.

Stellen Sie sich vor, Sie wollen alle Mitarbeiter in der Nutzung einer bestimmten Software schulen.

Eine Möglichkeit wäre hier, Ihren Angestellten ein Notebook zur Verfügung zu stellen, das diese auch privat nutzen dürfen. Im Gegenzug sind Ihre Mitarbeiter dann sicher gern bereit, auch mal abends am Laptop den Umgang mit der neuen Software zu üben.

Wie Incentives helfen können, Ihren Umsatz zu steigern

Führen Sie mit Ihren Mitarbeitern Zielvereinbarungsgespräche?

Wenn dem so ist, sollten Sie erwägen, Incentives an eine zu erbringende Leistung zu koppeln. Dabei handelt es sich dann um sogenannte „langfristige Incentives“.

Damit Ihre Mitarbeiter in der Folge wirklich zur Höchstform auflaufen, müssen solche Incentives aber einen echten und dauerhaften Anreiz darstellen.

Ihre Top-Verkäuferin Herrle soll im nächsten Jahr 25% mehr Umsatz erwirtschaften. Ihr größter Traum ist ein schickes BMW Cabrio. – Stellen Sie ihr das Auto als Dienstwagen in Aussicht, wenn sie ihr Ziel erreicht.

Achtung

Langfristige Incentives sind dort ideal, wo es gilt, Führungskräfte über einen längeren Zeitraum hinweg anzuspornen.

Wie Sie ganze Teams zu Top-Leistungen führen

Hat sich das gesamte Team oder die komplette Abteilung erfolgreich für Ihre Firma eingesetzt?

Dann bedanken Sie sich unbedingt bei allen gleichermaßen für ihren Einsatz. Der Grund hierfür ist einfach: Würden Sie sich nur einzelne Mitarbeiter „herauspicken“, provozierten Sie höchstwahrscheinlich Neid bei den nicht Bedachten („Warum hat er an den gedacht und nicht an mich?“). Und das kann das Arbeitsklima nachhaltig ungünstig beeinflussen.

Praktizieren Sie also besser das „Gießkannen-Prinzip“. Ausnahmen sind nur dort denkbar, wo ein Mitarbeiter für alle sichtbar überdurchschnittlich gut und viel gearbeitet hat und von daher sachlich nachvollziehbar ist, wenn er aus der Gruppe herausgegriffen wird.

Tipp

Wenn Sie die Gruppe kollektiv belohnen wollen, z.B. für ein hervorragendes Jahresergebnis, bietet sich eine gemeinsame Reise an, z.B. ein Städtetrip ins Ausland.

Damit tun Sie nicht nur allen Mitarbeitern etwas Gutes, sondern auch Ihrer Firma: Sie stärken den Zusammenhalt innerhalb des Teams – und das ist für das Erreichen weiterer Teamziele von ganz zentraler Bedeutung.

Beachten Sie aber auch hier: Für Mitarbeiter, die nicht gerne in einer Gruppe reisen, sind solche Belohnungsprogramme – etwa der Betriebsausflug nach London oder Mallorca – eher lästig und daher auch nicht motivierend.

Hier noch ein alternativer Tipp: Den Zusammenhalt Ihrer Mitarbeiter können Sie auch mit Gruppen-Incentives fördern. Lassen Sie dazu mehrere „Teams“ gegeneinander in Wettstreit treten und belohnen Sie die Ergebnisse dann z.B. mit einem Gutschein für ein gemeinsames Teamessen, einen Ausflug oder eine Reise. Das fördert den Zusammenhalt ungemein. 

Warum Sie manchmal auch den Ehepartner mit einbeziehen sollten

Machen Sie sich immer klar: Ohne die Unterstützung durch den Ehe oder Lebenspartner wäre ein überdurchschnittlicher Arbeitseinsatz mancher Mitarbeiter oft gar nicht denkbar.

Deshalb ist es nur logisch und einleuchtend, dass auch der Familie Ihres Mitarbeiters in bestimmten Situationen Anerkennung gebührt.

Schenken Sie der Ehefrau Ihres Mitarbeiters einen Strauß Blumen. Schreiben Sie eine persönliche Karte dazu und bedanken Sie sich, dass sie ihren Mann so oft zugunsten der Interessen Ihrer Firma freigibt.

Denken Sie aber auch hier immer an den individuellen Einzelfall. Ist die Ehefrau Ihres Mitarbeiters begeisterte Motorradfahrerin, dann lassen Sie die Blumen sein und schenken ihr z.B. ein Miniaturmodell eines Motorrads mit einer Dankeskarte!

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Wie Sie Ihrem Arbeitnehmer beim Steuersparen helfen

Wählen Sie Ihre Incentives geschickt aus, können diese Leistungen steuerbegünstigt oder gar steuerfrei sein. Zudem entfällt dann auch die Sozialversicherungspflicht.

Geschenke an Mitarbeiter etwa sind steuerfrei, wenn deren Wert die Freigrenze von 44€ nicht übersteigt.  

Geht der Wert auch nur einen Cent darüber hinaus, ist der gesamte Wert des Geschenks als geldwerter Vorteil zu versteuern!

Alternativ können Sie Rabatte gewähren. Dabei sollte der Ihrem Arbeitnehmer daraus entstehende geldwerte Vorteil den Betrag von 1.080€ jährlich nicht überschreiten – sonst wird auch hier Steuer fällig.

Was aber auch wichtig ist: Incentive-Reisen gelten als geldwerte Vorteile für Ihren Mitarbeiter und müssen entsprechend versteuert werden, wenn nicht nur das Firmeninteresse klar im Vordergrund steht. Letzteres ist etwa bei Programmen der Fall, die eher einer Touristikreise entsprechen (z.B. wenn Besichtigungen angeboten werden oder der Ehepartner Ihres Mitarbeiters mitreist). Der Wert der Reise kann jedoch pauschal mit 30% versteuert werden, wenn er den Betrag von 10.000€ nicht übersteigt.

Übrigens: Ihre Ausgaben für die Incentives können Sie auf jeden Fall gewinnmindernd als Betriebsausgaben geltend machen.

Übersicht Incentives

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die steuerliche Behandlung einiger Incentives:

IncentiveSteuerfrei bisBemerkung
Aufmerksamkeiten44 €Aufmerksamkeiten sind Sachzuwendungen, die der Arbeitnehmer oder seine Angehörigen aufgrund eines besonderen Ereignisses erhalten.
übliche Sachleistungen aus Anlass der Diensteinführung, einer Beförderung, eines runden Arbeitnehmerjubiläums oder eines runden Geburtstags110 €Geschenke (bis zu einem Gesamtwert von 44€) müssen Sie in die 110€ Grenze einbeziehen.
Darlehen an MitarbeiterBei mehr als 2.600 €Ein geldwerter Vorteil wird dann angenommen, wenn das Darlehen mit weniger als 5% verzinst wird.
DienstwagenHier gilt die 1%-Regel.Ausgangspunkt der Berechnung ist der inländische Bruttolistenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung.

Erholungsbeihilfen

  • Für Arbeitnehmer
  • Für Ehegatten
  • Für jedes Kind 

Maximal versteuerbar bis zu einer Höhe von

  • 156€
  • 104€
  • 52€ 
Erholungsbeihilfen sind innerhalb der genannten Grenzen bis zu 25% pauschal versteuerbar. Es muss aber sichergestellt sein, dass die Beihilfe zu Erholungszwecken verwendet wird.
Heirats- und Geburtsbeihilfen358€-
Rabattfreibetrag1.080€Der Arbeitnehmer erhält verbilligt eigene Waren oder Dienstleistungen.
Warengutschein4€Achtung: Wertangaben auf Gutscheinen verhindern die Steuerfreiheit!

Autor: Michael T. Sobik

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