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Boreout: Wenn Unterforderung zur Last wird

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Boreout: Langeweile am Arbeitsplatz
© Markus Bormann - Fotolia.com

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Jeder 10. Beschäftigte leidet unter Langeweile am Arbeitsplatz. Lesen Sie hier, was Boreout ist und was Sie tun können, wenn Sie selbst Boreout-gefährdet sind.

„Unser größter Feind ist die Langeweile.“
Voltaire

Jeder 10. Beschäftigte leidet unter Langeweile am Arbeitsplatz. Das ermittelten die Schweizer Unternehmensberater Philippe Rothlin und Peter Werder. In ihrem Buch „Diagnose Boreout“ gehen sie dem Phänomen auf den Grund.

Boreout hat Unterforderung, nicht Faulheit als Ursache

Den von ihnen geprägten Begriff „Boreout“ setzen die Autoren in Gegensatz zum „Burnout“. Während Burnout das Ausgebranntsein durch Dauerstress und Überforderung kennzeichnet, beschreibt Boreout den Zustand dauernder Unterforderung.

 

 

Das Boreout-Syndrom ist nicht gleichzusetzen mit Faulheit oder Bequemlichkeit, da die Ursachen andere sind. Von Boreout Betroffene sind nicht faul, sie werden faul gemacht. Oder sie haben den falschen Beruf gewählt, was zu einer Tätigkeit geführt hat, die nicht zu ihnen passt. Möglich ist auch, dass der Beruf zwar richtig gewählt ist, sie aber im „falschen“ Unternehmen mit für sie nicht kompatiblen Strukturen arbeiten.

Kurzum: Wer faul ist, will nicht arbeiten, auch wenn man ihn lässt. Wer unterfordert ist, will arbeiten, aber das Unternehmen lässt ihn nicht. Letzteres führt zu 2 Arten der Unterforderung:

  • Quantitativ: Es gibt zu wenig Arbeit.
  • Qualitativ: Die Arbeit ist zu einfach, oder der Arbeitnehmer bekommt zu wenig Verantwortung, um etwas zu gestalten oder zu verändern. Er könnte mehr leisten, darf es aber nicht.

Beide Ursachen führen dazu, dass sich der unterforderte Mitarbeiter unzufrieden und nutzlos fühlt. Er weiß nicht, was er tun soll, er ist ratlos oder gar verzweifelt, und er fühlt sich gestresst und erschöpft.

Typische Strategien der Boreout-Tarnung

Um zu vermeiden, dass sein Leiden von Kollegen oder Vorgesetzten entdeckt wird, investiert der Unterforderte seine überschüssige Energie in Tarnungsstrategien. Er tut alles, um nach außen (oder auch sich selbst gegenüber) den Eindruck zu erwecken, gebraucht zu werden und viel zu tun zu haben.

Beispiele für solche Strategien und Symptome:

  • Besonders beliebt als Hilfsmittel sind der PC und das Internet. Hier werden umfangreiche und in diesem Umfang überflüssige Recherchen vorgenommen, Spiele gespielt oder private Dinge erledigt. Und per Mausklick lässt es sich schnell auf eine Arbeitsdatei umschalten, sobald die Gefahr besteht, dass im Vorbeigehen jemand einen Blick auf den Bildschirm wirft.
  • Typisch sind auch auffällig lautes Verhalten beim Tippen sowie Hantieren mit Arbeitsgeräten und Unterlagen.
  • Kein Gegensatz: Nachdem viele Stunden Arbeitszeit sozusagen vergeudet wurden, werden dann Überstunden gemacht oder Unterlagen mit nach Hause genommen.
  • Aufgaben werden generell entweder unnötig in die Länge gezogen oder aber auffällig schnell und effektiv erledigt, um das Gefühl zu bekommen, besonders engagiert zu sein – und um danach auch unbeobachtet viel Zeit für anderes zu haben.

So bekämpfen Sie den Boreout bei Mitarbeitern

Als Vorgesetzter haben Sie folgende Möglichkeiten, einem vom Boreout betroffenen Mitarbeiter zu helfen:

  • Überlassen Sie ihm anspruchsvollere und der Qualifikation angemessene
    Aufgaben.
  • Bieten Sie ihm an, sich weiterzubilden – um ihm danach neue Aufgabenbereiche übertragen zu können.
  • Geben Sie ihm generell mehr Verantwortung und Mitbestimmung (Empowerment).
  • Beteiligen Sie den Mitarbeiter an wichtigen Projekten.
  • Denken Sie – wenn die Umstände es zulassen – auch über eine finanzielle Erfolgsbeteiligung des Mitarbeiters nach.

Was Sie tun können, wenn Sie selbst Boreout-gefährdet sind

Wenn Sie bei sich selbst Anzeichen von Boreout bemerken oder die oben genannten Symptome wiedererkennen, sollten Sie Folgendes tun:

  • Bitten Sie um anspruchsvollere Aufgaben und Projekte sowie mehr Verantwortung.
  • Reduzieren Sie Ihre Tätigkeit auf Teilzeit (bei nicht zu ändernder quantitativer Unterforderung).
  • Machen Sie eine Zusatzausbildung oder Umschulung.
  • Streben Sie einen Stellen- oder Abteilungswechsel innerhalb des Unternehmens an.
  • Als letztes Mittel: Wechseln Sie den Arbeitgeber.
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