Gratis-Download

In einer Arbeitswelt, die sich im Zuge von Globalisierung und Technologisierung nicht nur stetig wandelt, sondern auch immer schneller wird, rückt das...

Jetzt downloaden

Konzentriert bei der Sache – mit dem „Ganz oder gar nicht“-Prinzip

0 Beurteilungen
Ganz oder gar nicht
© DAVIPIX - Fotolia.com

Erstellt:

Eine wichtigen Eigenschaft, die wir gerade in der heutigen Lebenswelt mehr denn je brauchen, kommt uns immer mehr abhanden: die Fähigkeit zur Konzentration. Setzen Sie Ihre Energien wieder gezielter ein – das „Ganz oder gar nicht“-Prinzip unterstützt Sie dabei.

Eine wichtigen Eigenschaft, die wir gerade in der heutigen Lebenswelt mehr denn je brauchen, kommt uns immer mehr abhanden: die Fähigkeit zur Konzentration. Überall lauern Ablenkungen, die wir nicht selten bereitwillig annehmen.

Wer allzu häufig Multitasking praktiziert oder beliebig zwischen Aufgaben hin und her springt, sabotiert seine Konzentrationsfähigkeit, warnt Dr. Verena Steiner, Expertin für Denk-, Lern- und Arbeitsstrategien. Das Gehirn gewöhnt sich rasch an die vielen Reize, und die Konzentration auf nur eine Sache wird bald als langweilig und frustrierend empfunden. Das Verzetteln wird zur Norm.

Setzen auch Sie Ihre Energien wieder gezielter ein, statt in Gefahr zu geraten, sie mit „halbem Ohr und halbem Herzen“ vielfältig zu verstreuen. Unsere heutigen Ideen nach dem Prinzip „Ganz oder gar nicht“ unterstützen Sie dabei.

 

 

Kommunikation: Besser Gespräche verschieben, als nur mit einem Ohr zuhören

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass viele Menschen beim Autofahren deutlich das Tempo reduzieren, wenn sie sich in ein Gespräch mit dem/der Beifahrer/in vertiefen? Das sagt etwas aus über die Konzentration, die man für intensive Gespräche benötigt.

„Ganz oder gar nicht“ heißt hier: Vermeiden Sie Gespräche jeder Art, ob beruflich oder privat, bei denen Sie nur mit einem Ohr zuhören. Kommunikation hat viel mit der Bereitschaft zur Konzentration auf das Gegenüber zu tun. Fehlt die Konzentration, funktioniert die Kommunikation nicht mehr. Das Zauberwort heißt Selektion:

  • Wenn Sie merken, dass Sie bei einem Gespräch unkonzentriert sind, weil Sie es für unwichtig halten, dann streichen Sie es besser oder kürzen es zumindest radikal ab.
  • Wichtige Gespräche hingegen verschieben Sie besser auf einen anderen Zeitpunkt („Das sollten wir in Ruhe besprechen. Passt es dir heute Nachmittag?“). Oder Sie treffen bewusst die Entscheidung, sich jetzt ganz darauf einzulassen.

Fähigkeiten: Besser Stärken ausbauen, als „multifunktional“ schwächeln

Selbstmanagement-Literatur, Persönlichkeits-Modelle & Co.: Alle bestätigen, dass wir Menschen verschieden sind. Und dennoch scheint es uns zunehmend schwer zu fallen zuzugeben, dass es Dinge gibt, die wir einfach nicht so gut können.

Der Mythos vom multifunktionalen Menschen hält sich hartnäckig – obwohl man doch eigentlich aus dem Alltag weiß, dass der große Ideengenerierer nur selten auch ein guter Ideenumsetzer ist. Dass es Menschen gibt, die Sport einfach nicht mögen. Oder dass der eine den Eskimos die sprichwörtlichen Kühltruhen verkaufen kann, während der andere dort nicht einmal Handschuhe an den Mann bringen würde.

„Ganz oder gar nicht“ heißt hier:

  • Finden Sie heraus, was Ihre besonderen Stärken sind, und konzentrieren Sie sich darauf. Seien Sie dort wirklich richtig gut.
  • Versuchen Sie – soweit möglich –, solche Projekte und Aufgaben zu übernehmen, die Ihren Stärken entsprechen.
  • Geben Sie die anderen Bereiche bereitwillig an die Menschen ab, die dort ihre Stärken haben: Suchen Sie sich gezielt Mitarbeiter und Partner, die Sie ergänzen.

Ziele: Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach

Die meisten Vorhaben scheitern daran, dass wir uns zu viel vornehmen: Wir hören, lesen oder beobachten etwas, was uns einen großen Motivationsschub gibt, und dann wollen auch wir alles anders machen, und zwar ab morgen: regelmäßig Sport treiben, die Ernährung umstellen, abends früher nach Hause kommen, die Internetspiele oder die allabendlichen Fernsehabende kippen, das Büro aufräumen, und zwar gründlich ...

Solche Vorhaben haben wenig Chance auf Verwirklichung, weil es keine klaren Vorgaben gibt und damit auch keine realistische Zielstrecke, auf die Sie sich konzentrieren könnten. In dem Maße, in dem der Nebel des Enthusiasmus sich auflöst, verschwindet auch das Vorhaben.

„Ganz oder gar nicht“ heißt hier:

  • Formulieren Sie für sich nur solche Ziele, an deren Erreichung Sie ein wirkliches Interesse haben – und zwar: Sie selbst. Nicht Ihr Lebenspartner oder Ihre Arbeitskollegen. Fehlt dieses Interesse, streichen Sie die Ziele aus Ihrem Leben, ganz oder zumindest temporär. Das ist besser, als sie mitzuschleppen.
  • Und auch bei der Umsetzung ist die Frage nach dem Machbaren der Maßstab: Wenn beispielsweise mehr als ein morgendlicher Sporttermin in Ihr Leben nicht hineinpasst, hat es keinen Sinn, von drei Morgen die Woche zu träumen. Konzentrieren Sie sich darauf, den einen Termin dauerhaft durchzuhalten. Oder zweimal die Woche pünktlich zum Abendessen nach Hause zu kommen (und nicht jeden Tag). Oder zwei feste Leseabende einzurichten.

Lektüre: Besser gezielt nicht lesen als immer flüchtig drüber hinweg

Unkonzentriertes Lesen ist eine fatale und weit verbreitete Zeitverschwendung. Lesen Sie bisweilen auch, nur um etwas gelesen zu haben – ohne wirklichen Informationsgewinn?

„Ganz oder gar nicht“ heißt hier:

  • Lesen Sie richtig und konzentriert – oder gar nicht. Keine Sorge: Durch Nichtlesen verpassen Sie kaum mehr als beim unkonzentrierten Lesen. Sie sparen nur Zeit.
  • Hilfreicher Fokus: Betrachten Sie Lesen nicht als Ziel, sondern als Mittel zum Zweck. Ihr Vorhaben ist es dann also nicht, diesen Fachartikel auf Ihrem Tisch zu lesen, sondern mittels Lektüre dieses Textes Informationen zu sammeln, Zusammenhänge zu verstehen, Wissen hinzugewinnen etc.

Fernsehen: Besser konzentriert genießen als lustlos herumzappen

Durch Werbepausen und Zapping verkommen die Sehgewohnheiten: Wann haben Sie es sich das letzte Mal gegönnt, einen Film konzentriert zu sehen, ohne Unterbrechungen und Nebenbeschäftigungen?

„Ganz oder gar nicht“ heißt hier, eine bewusste Auswahl zu treffen:

  • Legen Sie sich eine DVD-Sammlung an. So können Sie Filme, die Sie interessieren, dann sehen, wenn Sie dafür Zeit haben. Und die Werbung überspringen, falls Sie sie selbst aufgenommen haben.
  • Ersetzen Sie Fernsehabende durch Kinobesuche. Hier können Sie das Medium, das wie kein anderes die Sinne erreicht, wirklich konzentriert genießen. Und Sie werden solchen Filmen gerecht, die auf dem TV-Bildschirm an Charme und Detail einbüßen.

To dos: Besser radikal aussortieren, als alles nur halb machen

Ihr Terminplan platzt aus allen Nähten, auf Ihrem Schreibtisch stapeln sich die Aufgaben, und für das nächste Wochenende hatten Sie Ihrer Familie endlich einen Besuch im Zoo versprochen, den Sie ehrlicherweise bereits jetzt absagen könnten? Auch hier lautet das Zauberwort Selektion – und Konzentration. Oder, wie es der Zeitexperte Lothar Seiwert genannt hat: „Wenn du es eilig hast, gehe langsam.“

„Ganz oder gar nicht“ heißt also:

  1. Schieben Sie alles andere beiseite, und nehmen Sie sich ein oder zwei Stunden Zeit für die Planung?der nächsten Tage oder Wochen. Das ist im Moment Ihre wichtigste und dringendste Aufgabe.
  2. Machen Sie für Ihre wichtigsten aktuellen beruflichen Ziele und Vorhaben (z. B. Auftrag X, Projekt Z, Umbau Büro) je eine Liste, auf der Sie die dazugehörigen Aktivitäten notieren.
  3. Im nächsten Schritt legen Sie fest, wie viel Zeit Sie diesen Aufgaben jede Woche widmen wollen oder müssen, und reservieren dafür feste Zeitblöcke in Ihrem Planer.
  4. Anschließend stellen Sie eine To-do-Liste mit allen übrigen Aufgaben auf. Da diese nichts mit Ihren wichtigsten Zielen zu tun haben, können Sie sie nebenbei abarbeiten. (Und beunruhigen Sie sich nicht, wenn diese Liste im Verlauf der nächsten Wochen nicht so schnell kleiner wird – das liegt ja nur daran, dass Sie sich konsequent Ihren wirklich wichtigen Zielen widmen!)

simplify-Tipp: Sortieren Sie auch private To dos aus

Wiederholen Sie die Schritte 2 bis 4 für maximal fünf private Aufgaben und Ziele, die Ihnen zurzeit am wichtigsten sind. Machen Sie sich dabei bewusst, dass Sie auch beim Erreichen Ihrer privaten Prioritäten auf Dauer mit dem „Ganz oder gar nicht“-Prinzip besser vorankommen: indem Sie so manche lieb gewonnene Gewohnheit oder Aktivität streichen oder zumindest vorübergehend reduzieren – und dafür anderem Ihre ganze Konzentration zuteil werden lassen.

Optimierungen: Lieber etwas Zeit investieren, als sich dauernd zu ärgern

Kennen Sie den Ausdruck „die Säge schärfen“? Er stammt aus einer Geschichte, die der amerikanische Selbstmanagement-Erfolgsautor Stephen Covey erzählt und die folgendermaßen geht:

Da beobachtet ein Spaziergänger einen Holzarbeiter, der damit beschäftigt ist, einen riesigen Stapel Holz zu zerkleinern – mühsam allerdings, weil er mit einer stumpfen Säge arbeitet. Warum er denn nicht besser zuerst die Säge schärfe, fragt der Spaziergänger den Holzarbeiter. Der zeigt auf den wartenden Stapel und meint: „Sehn Sie doch. Keine Zeit!“

Diese Geschichte enthält im Kern genau das, worum es bei Organisation geht, nämlich: einmal Zeit zu investieren – um dann ein für alle Mal etwas vereinfacht, geplant, systematisiert zu haben und so in Zukunft Zeit und Energie zu sparen.

„Ganz oder gar nicht“ heißt hier:

  • Sie arbeiten beispielsweise mit einem Formular, das unpraktisch ist und in dem bestimmte Angaben jedes Mal von Hand geändert werden müssen? Legen Sie ein neues Formular an!
  • CDs stapeln sich auf Ihrem Schreibtisch, die meisten selbst gebrannt mit unbeschrifteter Hülle? Sortieren Sie aus, was Sie nicht mehr brauchen, beschriften Sie den Rest, und besorgen Sie sich dafür ein einfach zu handhabendes Aufbewahrungssystem, beispielsweise eine CD-Box.
  • Sie arbeiten mit einer Software, bei der Sie einige sinnvolle Funktionen noch nicht nutzen? Nehmen Sie sich die Zeit, sich damit vertraut zu machen!

Größere Optimierungen planen Sie am besten, indem Sie sie in Einzelschritte zerlegen und feste Zeitfenster für diese Aufgaben reservieren. Aus dem nicht sehr klaren Vorhaben „Endlich einmal aufräumen“ werden dann konkrete Teilziele wie beispielsweise:

  • Papierablage: neue Hängemappen anlegen, Altablage erledigen.
  • Computerablage: Dateien löschen bzw. extern archivieren und dann löschen.
  • Schreibtisch, Hängeregisterschränke, Schreibtisch-Container: Unnötiges und Unbrauchbares aussortieren.
  • Korrespondenz: sichten, bearbeiten und abheften.
  • Adressbestand: nicht mehr benötigte Adressen rauswerfen, Adressänderungen einarbeiten.
Organisation & Zeitmanagement

Erhalten Sie mit "Organisation & Zeitmanagement" Organisationstipps für ein effizientes Zeitmanagement im Beruf kostenlos per E-Mail.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Kompetent, wertvoll und effizient im Büro

Magazin für professionelles Büromanagement

Für einen freien Kopf und mehr Zeit für das Wesentliche.

Expertengeprüfte Anleitungen, Tools und Tricks für E-Mails, Kontakte, Kalender & Co.

Mehr Fokus. Mehr Zeit. Mehr Ich.

Mit einfachen Maßnahmen zu nachhaltigem Unternehmenserfolg