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Zeitmanagement: Balance durch Disziplin

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Zeitmanagement: Balance durch Disziplin
© alexyndr - Fotolia.com

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Wie ist es um Ihre Disziplin bestellt? Nehmen Sie in diesem Beitrag eine Selbsteinschätzung vor, und nutzen Sie die drei Strategien für mehr Disziplin.

Konzentration statt Ablenkung: Eine Frage der Disziplin

„Disziplin ist der wichtigste Teil des Erfolgs.“
(Truman Capote)

Sie kennen die wichtigsten Säulen des Zeitmanagements? Sie wissen, wie Sie To-do-Listen erstellen? Zeitpläne erstellen? Sie können Wichtiges von Dringlichem unterscheiden, Prioritäten setzen? Das ist gut. Aber: Sie müssen Ihr Wissen auch konsequent und täglich in die Tat umsetzen. Zeitmanagement braucht vor allem eines: Disziplin.

Reglementierung, Kontrolle, Unterwerfung, Unmündigkeit – bei den meisten von uns ist der Begriff Disziplin negativ besetzt. Im Buddhismus hingegen bedeutet Disziplin nichts anderes als „die Konzentration auf das Wesentliche“!

Genauso sollten Sie Disziplin auch im Hinblick auf den Umgang mit Ihrer Zeit sehen. Disziplin hilft Ihnen, Ihre Ziele zu verwirklichen, Ihrem Leben Sinn und Richtung zu geben, Zeit für Ihre ureigensten Interessen zu gewinnen. Betrachten Sie Disziplin nicht als Zeichen fremdbestimmten Wirkens, sondern als großen Helfer für ein selbstbestimmtes Leben!

Und wie ist es um Ihre Disziplin bestellt?

Viele, die im Berufsleben zur Disziplin angehalten werden, sind im Privatleben ganz besonders undiszipliniert. Doch für ein Leben in Balance ist es wichtig, dass Sie sich in allen Bereichen auf das Wesentliche konzentrieren – also auch dort, wo es um „Körper und Gesundheit“ geht, um „Familie und soziale Kontakte“ wie auch im Bereich „Sinn und Werte“.

Das hat auch noch einen weiteren Vorteil: Disziplin hier an- und dort abzustellen, ist auf Dauer recht mühsam, weil sie auf diese Weise nie zu einem echten Teil Ihres Denkens und Handelns wird. Auf Dauer einfacher: Automatisieren Sie Disziplin, machen Sie eine Gewohnheit daraus – in allen Bereichen Ihres Lebens!

Nehmen Sie eine Schnell-Einschätzung vor: Stellen Sie fest, in welchen Bereichen Sie ganz besonders diszipliniert sind und wo es mit der Disziplin nicht gerade zum Besten bestellt ist. Zeichnen Sie dafür vier Achsen auf ein Blatt Papier und markieren Sie den rechten Rand mit „schlecht“, die Mitte mit „mittel“ und den linken Rand mit „gut“. Kennzeichnen Sie jede Achse mit einem Lebensbereich:

  1. Beruf und Leistung (Erfolg, Karriere, Geld, Wohlstand)
  2. Körper und Gesundheit (Ernährung,Erholung, Entspannung, Fitness)
  3. Familie und soziale Kontakte (Partnerschaft, Kinder, Freunde, Liebe, Zuwendung, Anerkennung)
  4. Sinn und Werte (Selbstverwirklichung, Erfüllung, Religion, Philosophie, Zukunftsfragen)

Tragen Sie nun auf der Achse unter dem jeweiligen Lebensbereich Ihre Selbsteinschätzung ein:

  • Wenn Sie beispielsweise glauben, dass Sie im Berufsleben sehr diszipliniert sind, sollten Sie ein Kreuzchen ganz rechts außen auf der Leiste an bringen.
  • Wenn Sie sich als mittelmäßig diszipliniert einschätzen, setzen Sie Ihr Kreuzchen auf die Mitte der Leiste.
  • Halten Sie sich beruflich für doch recht undiszipliniert, kommt das Kreuz an den linken Rand.

Sind Sie zufrieden mit Ihrer Bilanz? Oder nicht ganz? Lassen Sie das Ergebnis im Moment einfach so stehen – wir werden später noch einmal darauf zurückkommen!

Im Folgenden finden Sie nun Tipps, wie Sie es schaffen, mehr Disziplin in Ihr Leben zu holen. Nehmen Sie dabei alle Lebensbereiche gleichermaßen ernst. Ob es darum geht, einen Zahnarzttermin zu machen oder ins Fitnessstudio zu gehen, ein Buch zu lesen oder das längst versprochene Abendessen für Freunde zu organisieren, die Bilder von „Omas Geburtstag“ zu sortieren oder eine unangenehme Aufgabe im Büro zu erledigen: Die Aufschiebestrategien sind immer dieselben – und die Gegenmaßnahmen auch!

So bringen Sie mehr Disziplin in Ihr Leben: 3 Strategien

1. Mehr-Disziplin-Strategie: Visualisieren Sie Ihren Fortschritt

Ein ganz einfacher Trick, um in dem einen oder anderen Lebensbereich mehr Motivation für mehr Disziplin zu bekommen:

  • Malen Sie den Lebensbereich samt Linie und Selbsteinschätzung groß auf ein Plakat.
  • Bringen Sie das Plakat an einem Ort an, den Sie möglichst oft sehen.
  • Immer wenn Sie Fortschritte in Sachen Disziplin gemacht haben, rücken Sie Ihr Kreuzchen ein wenig weiter nach rechts.

Sie werden erstaunt sein, wie motivierend es ist, das Kreuzchen Stück für Stück nach rechts wandern zu lassen – da fällt es dann auf einmal viel leichter, für den Morgenlauf eine halbe Stunde früher aufzustehen oder abends den Fernseher ausgeschaltet zu lassen und ein Buch zur Hand zu nehmen.

2. Mehr-Disziplin-Strategie: Bekämpfen Sie gezielt Aufschieberitis!

Die meisten Menschen neigen dazu, unangenehme Aufgaben vor sich herzuschieben. Doch solche aufgeschobenen Aufgaben scheinen mit jedem Tag und jeder Woche zu wachsen. Und sie sind sehr präsent: Sie liegen auf dem Schreibtisch und sehen uns an, begegnen uns immer wieder auf unserer To-do-Liste, und bisweilen sind sie das Erste, woran wir denken, wenn wir morgens aufwachen.

Aufschieben ist paradox: Wir tun es, um uns das Leben leichter zu machen, und handeln uns damit nur Mühe und Verdruss ein. Manchmal schiebt man eine Aufgabe über Wochen vor sich her, nur um dann festzustellen, dass man das Ganze problemlos innerhalb einer Viertelstunde erledigen kann. Kurieren Sie Ihre Aufschieberitis. Lassen Sie nicht zu, dass sie Ihnen länger völlig unnötig das Leben schwer macht:

  • Ziehen Sie Bilanz. Erstellen Sie eine Liste mit allen unerledigten Jobs und Vorhaben – beruflich und privat! So haben Sie einen Überblick, was alles noch ansteht.
  • Notieren Sie bei jedem Punkt die Gründe, warum Sie diese Aufgabe bislang nicht in Angriff genommen haben. Notieren Sie auch, welche Vorteile es hat, wenn Sie das Ganze endlich erledigen.
  • Überlegen Sie bei jedem Punkt, was zu tun ist: selbst erledigen – oder kann das ein anderer für Sie übernehmen? Oder hat sich die Sache ohnehin schon von selbst erledigt? Seien Sie mutig, nehmen Sie nur die wirklich wichtigen Dinge in Angriff. Streichen Sie so viele Aufgaben wie möglich von Ihrer Liste.
  • Sehen Sie auch Ihre privaten Vorhaben daraufhin an, ob deren Umsetzung wirklich realistisch ist.

Tipp: Diszipliniert – und selbstbestimmt!
Es gibt Vorhaben, die wir uns gedanklich immer wieder auf unsere persönliche To-do-Liste setzen, weil ein anderer das für gut hält – und die Verwirklichungschance geht gegen null Prozent. Streichen Sie solche Vorhaben. Sie sollen nicht auf Biegen und Brechen „diszipliniert“ sein. Sondern Disziplin gezielt für Ihre wirklich lohnenden Ziele einsetzen.

  • Packen Sie die Aufgaben, die Sie nicht streichen können, konsequent an. Unterteilen Sie größere Aufgaben in kleine Schritte, und versuchen Sie, mit einem Schritt zu beginnen, der Ihnen liegt und Spaß macht.
  • Setzen Sie für alle Aufgaben/Schritte konkrete Erledigungstermine, und halten Sie diese Termine in Ihrer Tagesplanung schriftlich fest. Wenn Sie bisher keine Tagesplanung machen, tragen Sie die Aufgaben einfach in Ihren Kalender ein – so auf die kommenden Tage/Wochen verteilt, dass die Erledigung realistisch ist.
  • Nehmen Sie sich jeden Abend drei Minuten Zeit, um zu kontrollieren, wie Sie mit dem Abarbeiten vorankommen, und genießen Sie das Gefühl, wenn Sie wieder eine unangenehme Aufgabe aus dem Weg geräumt haben.
  • Wenn möglich: Beginnen Sie erst dann mit einerneuen Aufgabe, wenn Sie Ihre Aufschiebeaufgabekomplett abgeschlossen haben.

3. Mehr-Disziplin-Strategie: Lernen Sie Ihr IKF kennen – Ihr inneres kleines Faultier

Warum schieben wir auf? Warum schaffen wir es so oft nicht, uns aufzuraffen und die Dinge anzupacken? Was hindert uns daran, unsere guten Zeit- und Lebensvorsätze in die Tat umzusetzen, unser Leben in Balance zu bringen? Vorhang auf für das IKF, das innere kleine Faultier. Das kleine Faultier manipuliert uns mit einfachen, aber wirkungsvollen Ausreden wie:

  • „Das ist doch gar nicht wichtig!“
  • „Das bringt ja doch nichts!“
  • „Das kannst du auch morgen noch machen – kein Grund für die Eile!“
  • „Das haben wir doch schon immer so gemacht, das hat doch bisher ganz prima funktioniert!“

Nichts hasst das kleine Faultier so sehr wie Veränderungen. Alles soll so bleiben, wie es immer war. Denn das ist doch wunderbar bequem:

  • Warum sich die Mühe machen und über Zeit nachdenken?
  • Wozu plötzlich seinen Umgang mit der Zeit verändern?
  • Warum neue Ziele anstreben?
  • Warum plötzlich Prioritäten setzen, die doch früher auch keine Bedeutung hatten?

Ihr IKF meint es eigentlich gut mit Ihnen. Es möchte Ihnen lediglich die Mühen ersparen, die Veränderungen und neue Gewohnheiten nun einmal erfordern. Wer garantiert Ihnen denn, dass es anders tatsächlich besser ist? Aber leider lebt das IKF nur für den Augenblick. Es achtet peinlich genau darauf, dass Sie nur die Dinge tun, die jetzt und hier am bequemsten für Sie sind.

Auf lange Sicht jedoch fügt das IKF Ihnen so großen Schaden zu. Es sorgt dafür, dass Sie sich nicht aus dem hektischen Karussell Ihrer täglichen Verpflichtungen befreien können. Die Zeit rast Ihnen einfach so davon. Die Folgen: Zeitdruck, Überforderung, ein schlechtes Gewissen, Versagensangst. Entspannung, Lebensfreude und Glück treten mehr und mehr in den Hintergrund.

Lassen Sie sich von Ihrem kleinen Faultier nicht einlullen. Haben Sie Mut, und verlassen Sie eingefahrene Gleise – Ihre so genannte Komfortzone. Entscheiden Sie sich für einen selbstbestimmten Umgang mit Ihrer Zeit. Helfen kann Ihnen hierbei das vierstufige Anti-Faultier-Programm:

  • Bilanz ziehen
  • Ziele setzen
  • Faultier zähmen
  • Erfolge genießen

Bilanz ziehen

 

Stürzen Sie sich nicht blindlings in den Kampf. Das Faultier ist ein äußerst kluges Kerlchen: Je mehr Sie es bekämpfen, umso hinterlistiger wird es. Nehmen Sie deshalb jetzt Ihre vier Lebensbereiche „Beruf und Leistung“, „Körper und Gesundheit“, „Familie und soziale Kontakte“ sowie „Sinn und Werte“ noch einmal genau unter die Lupe. Ziehen Sie Bilanz, und finden Sie heraus, wo und wann Ihr kleines Faultier besonders oft und gerne zuschlägt.

Sinn und Werte
– Nehmen Sie sich Zeit für die Beschäftigung mit Sinn und Werten?
– Haben Sie schon einmal ganz in Ruhe überlegt, was Ihrem Leben Sinn gibt und es wertvoll macht?
– Was werden Sie ab heute ganz konkret tun, um Sinn und Werten mehr Raum in Ihrem Leben zu geben?
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Körper und Gesundheit
– Achten Sie bewusst auf Ihre Gesundheit und Ihren Körper?
– Fühlen Sie sich generell „wohl in Ihrer Haut“?
– Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für Ihre Fitness?
– Was werden Sie ab heute ganz konkret tun, um besser auf Ihre Gesundheit und Ihren Körper zu achten?
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Familie und Freunde
– Nehmen Sie sich genügend Zeit für Ihre Familie?
– Haben Sie gute Freunde, auf die Sie sich verlassen können?
– Halten Sie Kontakt, auch wenn Sie gerade viel um die Ohren haben?
– Was werden Sie ab heute ganz konkret tun, um sich mehr Zeit für Ihre Familie und Freunde zu nehmen?
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Beruf und Leistung
– Planen Sie Ihre Arbeitstage, und setzen Sie Ihre Zeitpläne dann auch konsequent um?
– Trennen Sie Wichtiges von Dringlichem?
– Setzen Sie klare Prioritäten?
– Ist Ihr Arbeitsplatz gut organisiert?
– Was werden Sie ab heute ganz konkret tun, um noch sinnvoller und bewusster mit Ihrer Arbeitszeit umzugehen?
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Ziele setzen

Sie wissen: Jede Veränderung braucht Ziele. Wer kein klares Ziel vor Augen hat, wird auch nichts verändern. Haben Sie herausgefunden, wo Ihr kleines Faultier Sie besonders manipuliert? Stimmt die jetzige Einschätzung in etwa mit Ihrer Einschätzung zu Beginn dieses Beitrags überein? Wenn nicht, dann verschieben Sie jetzt entsprechend Ihre Kreuze in der Schnell-Einschätzung! Und anschließend nehmen Sie einen Stift und notieren für alle vier Lebensbereiche, was Sie in Zukunft ändern möchten. Wie Sie bewusster mit Ihrer Zeit umgehen wollen. Wie Sie Ihr Leben in Balance bringen möchten.

Das Faultier zähmen

Aller Anfang ist schwer – aber das ist immer so! Beginnen Sie mit der Verwirklichung Ihrer Pläne auch dann, wenn Sie eigentlich keine Lust dazu haben oder es „nicht der allerbeste Zeitpunkt“ dafür scheint. Aktion bewirkt Motivation. Fangen Sie also auf jeden Fall an. Aber nehmen Sie sich nicht zu viel auf einmal vor – bleiben Sie dafür lieber konsequent am Ball!

  • Lassen Sie sich nicht von Rückschlägen entmutigen. Es wird Tage und auch die eine oder andere Woche geben, wo Sie sich nur wenig um Ihre Familie oder Freunde kümmern können, Ihr Hobby einfach zu kurz kommt und Sie keine Zeit für Muße haben. Das macht nichts: Betrachten Sie Misserfolge lediglich als Zwischenergebnis, das Sie jederzeit korrigieren können. Nehmen Sie sie nicht als Vorwand, das Projekt abzubrechen!
  • Besonders gerne manipuliert Sie Ihr kleines Faultier, indem es Ihnen weismacht, dass Sie ja überhaupt nichts dafür können, wenn Sie wieder einmal zu spät kommen, es nicht geschafft haben, etwas für Ihre Fitness zu tun, oder wichtige Unterlagen in dem Chaos auf Ihrem Schreibtisch verschollen sind. Es ist ein wahrer Meister darin, für alles und jeden einen Sündenbock zu finden. Lassen Sie sich nicht von ihm an der Nase herumführen. Lernen Sie aus Ihren Fehlern, und versuchen Sie einfach, es beim nächsten Mal besser zu machen. Übernehmen Sie Verantwortung für sich, für Ihre Zeit und für Ihre Lebensqualität.
  • Wenn Sie doch einmal kurz davor sind, resigniert die Segel zu streichen, sollten Sie sich vorstellen, wie froh und zufrieden Sie sein werden, wenn Sie es geschafft haben: Wenn Sie ein selbstbestimmtes Leben führen mit weniger Stress und mehr Zeit für das, was Ihnen wichtig ist.

Erfolge genießen

Sie werden feststellen: Mit der richtigen Taktik und etwas Disziplin ist es eigentlich gar nicht so schwer, das kleine Faultier zu zähmen. Immer wenn Sie einen guten Schritt auf dem Weg zum Wesentlichen vorangekommen sind, dann feiern Sie sich und Ihre Erfolge!

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