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In einer Arbeitswelt, die sich im Zuge von Globalisierung und Technologisierung nicht nur stetig wandelt, sondern auch immer schneller wird, rückt das...

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Zeitmanagement: Wie Sie Ihr Zeitempfinden verändern können

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Zeitmanagement: Verändern Sie Ihr Zeitempfinden
© rangizzz - Fotolia.com

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Denken Sie um, statt immer noch schneller und effizienter zu sein. Verändern Sie Ihr Zeitempfinden und Ihren Umgang mit der Zeit. Wie, das lesen Sie hier.

Das Zeitempfinden verändern (1): Dem täglichen Zeitdruck entkommen – indem Sie weniger tun!

„Er war so freigiebig mit seiner Zeit,
dass er statt einer Armbanduhr einen
Abreißkalender am Handgelenk trug.“
Wolfdietrich Schnurre

Die Prämisse für ein verändertes Zeitempfinden: Akzeptieren, dass wir Zeit haben

Termine statt Freiräume, Aufgabenlisten statt Lebensfreude: Stopp! Wer meint, keine Zeit zu haben, irrt gewaltig.

„Hast du denn überhaupt irgendwann Zeit, aus den Stoffen, die du sammelst, etwas zu nähen?“ Eigentlich ging es bei der Wohnreportage eines schwedischen Möbelhauses um das Thema „Geliebtes Zuhause“. Doch die Antwort auf diese Frage vermittelt ein wunderbares Gefühl von Befreiung:
„Nein. Warum auch? Ich muss nicht all die Dinge, die mir gefallen, unbedingt umsetzen. Es reicht, wenn ich mich einfach daran erfreue.“

An etwas Spaß haben, ohne Anwendungsplan, sich nicht unter Druck setzen, keine Ausflüchte suchen, nur weil andere ein Ergebnis erwarten: Das alles ist nur eine Frage der eigenen Einstellung. Denn Zeit ist kein Optimierungsproblem, sondern eine sehr persönliche Sache. Und deshalb liegt es an uns, Zeit so zu nutzen, dass sie uns guttut.

Über Zeitnot zu klagen ist kontraproduktiv: Es verstärkt den Druck

„Sorry, keine Zeit!“ Wir haben uns derart an die alltägliche Hetze gewöhnt, dass es uns nicht mehr bewusst ist, wie oft diese Klage über unsere Lippen kommt. Kein Gespräch unter Freunden oder Kollegen, in dem nicht irgendwann von Stress und Zeitdruck die Rede ist. Verständlich, schließlich ist unsere moderne Lebensweise ja durch immer knapper werdende Zeit gekennzeichnet. Halt: Unsere Zeit ist doch gar nicht weniger geworden! Wie unseren Vorfahren stehen jedem von uns pro Tag exakt 24 Stunden zur Verfügung.

Doch wenn es genügend Zeit gibt und täglich neue hinzukommt, was macht dann unseren Zeitmangel aus? Warum haben wir das Gefühl, nie genug Zeit zu haben? Nun: Wenn es nicht an der Menge liegt, dann ist es wohl unsere Einstellung.

„Zeit ist Geld“

Dieser Spruch von Benjamin Franklin ist längst zum hektischen Motto des modernen Zeitdrucks geworden. Tatsächlich jedoch ist Zeit viel mehr wert als Geld.

Nehmen wir einmal an, ein Bekannter möchte, dass Sie in seine neue Geschäftsidee investieren. Da der Mensch Ihnen aber nicht sonderlich sympathisch ist und seine Idee Sie nicht überzeugt, lehnen Sie ab. Klar, Sie haben ja kein Geld zu verschenken. Was aber passiert, wenn sich dieser Bekannte mit Ihnen zum Essen verabreden will? Handeln Sie dann auch so überlegt, und lehnen Sie konsequent ab?

Sie finden, das kann man nicht vergleichen? Doch, man kann. Wenn Sie pro Tag nur 1 Stunde für Dinge aufwenden, die Sie eigentlich gar nicht tun möchten, sind das, bezogen auf einen Ganztagsjob, pro Jahr fast 32 Tage. Etwa ein Jahresurlaub – einfach so rausgepulvert. Und Sie klagen über Zeitmangel?

Ständig belasten wir unser Zeitkonto mit viel zu vielen Aufgaben und überflüssigen Terminen. Jede noch so kleine Zeitnische wird umgehend für neue Aktivitäten genutzt. Unser ganzes Leben wird von Zeitdruck bestimmt: „Die Präsentation muss bis übermorgen stehen. Bis zum Sommer müssen 8 Kilo runter. Ich muss unbedingt noch in die neue Ausstellung, sie läuft nur noch 1 Woche.“

Ob Job oder Freizeit: Wir sind Meister im Müssen, aber Anfänger im Einfach-sein-Lassen. Unser Nonstop-Engagement lässt uns keine Zeit, darüber nachzudenken, ob das, was wir tun, wirklich sinnvoll ist. Es scheint, als seien wir so damit beschäftigt, das Wasser vom Boden aufzuwischen, dass wir nicht dazu kommen, einfach den Wasserhahn abzudrehen.

Da wir unser Zeitbudget nun mal nicht überziehen können – für Zeit gibt es keinen Dispo-Kredit –, wird es manchmal ganz schön eng. Und deshalb ist die Feststellung: „Ich habe keine Zeit“ nicht nur falsch, sie kann langfristig gesehen auch teuer werden. Denn möglicherweise kostet das Sie die Theateraufführung Ihrer Tochter, das 1. Tor Ihres Sohnes, die Geburtstagsfeier bei Freunden oder einfach die Chance, sich selbst etwas Gutes zu gönnen. Lassen Sie nicht zu, dass angeblicher Zeitmangel Sie daran hindert, die Dinge zu tun, die Ihnen wichtig sind, dass Ihre Träume und Wünsche unter der Last von Verpflichtungen begraben werden. Erobern Sie sich Ihre Zeit zurück!

Kennen Sie die schöne Story mit der Zeitkarte? Vor einigen Jahren zogen Mitglieder des Vereins zur Verzögerung der Zeit mit einer „Zeitkarte“ in Scheckkarten-Format durch München und versuchten, damit zu bezahlen – was natürlich nicht ging. Unerhört, beschwerten sie sich daraufhin bei einigen Banken, wo doch Zeit Geld sei!
Leider verstanden die wenigsten der Angesprochenen, dass alles ein Scherz war. Nun, beim Thema Geld hört ja der Spaß bekanntlich auch auf …

Ich habe Zeit! 3 Taktiken gegen Zeitdruck

„Lebenskunst ist die Kunst
des richtigen Weglassens!“
Coco Chanel

Streichen Sie das Wort keine aus Ihrem Lebensmotto – und alles wird gut. Nein, niemand möchte Sie auf den Arm nehmen. Denn der Zeitdruck, dem wir tagtäglich ausgesetzt sind, ist alles andere als lustig. Aber Weglassen ist tatsächlich der Schlüssel zu mehr Zeit. Und Sie haben ihn in der Hand. Ihr Zeitreichtum versteckt sich in den Dingen und Aktivitäten, die Sie nicht brauchen. Wenn Sie die 3 folgenden Taktiken gegen Zeitdruck beherzigen, werden auch Sie bald sagen: „Klar hab ich Zeit!“

1. Taktik gegen Zeitdruck: Nehmen Sie Ihre Zeit selbst in die Hand!

Fremdbestimmung macht Stress – Selbstbestimmung ist ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zum Erfolg. Die komplette Diskussion in der Öffentlichkeit über das Thema Burn-out und Stress rankt sich um die Frage, wie wenig Arbeit und wie viel Freizeit wir brauchen, um unsere Work-Life-Balance ins Gleichgewicht zu bekommen. Ob Arbeitsmenge und -intensität nicht vielleicht so groß sind, dass die Arbeit uns kaputt macht.

Wenn man aber einmal die Realität betrachtet, stellt man fest, dass die wenig Gestressten durchaus riesige Arbeitspensen bewältigen, bisweilen sogar mehr und intensiver als die Gestressten. Die These lautet also, dass es gar nicht die Menge und die Intensität der Arbeit sind, die Stress und Zeitdruck verursachen. Es geht um Selbst- oder Fremdbestimmung – hierin liegen grundlegende Faktoren, die darüber entscheiden, ob wir gestresst und gehetzt sind oder nicht.

Es ist leicht, anderen die Schuld für unsere Zeitprobleme zu geben. Aber nur eine Person setzt die Maßstäbe für Ihren individuellen Umgang mit der Zeit: Sie selbst! Gestalten Sie Ihre Zeit also in Zukunft selbstbestimmt. Rücken Sie Ihre eigenen Wünsche und Interessen in den Mittelpunkt. Schenken Sie Ihrer Zeit die Aufmerksamkeit, die sie verdient.

2. Taktik gegen Zeitdruck: Weniger, aber besser!

Lösen Sie sich von der Angst, etwas zu verpassen!Wählen Sie ganz bewusst aus, womit Sie Ihre Zeitverbringen möchten – oder eben nicht. Niemandkann alles leben, alles machen oder alles haben. Undniemand muss immer und überall erreichbar sein.Tun Sie weniger, aber dafür das Richtige.

Tipp: Selbstbestimmt leben – machen Sie sich eine „Not-to-do-Liste“
Machen Sie aus Ihrer üblichen „Must-do-Liste“ eine „Not-to-do-Liste“: Überlegen Sie, was Sie ab heute nicht mehr tun werden! Welche Aufgaben können Sie sich sparen, womit vergeuden Sie Ihre Zeit? So schaffen Sie Platz für das, was Ihnen wichtig ist.

3. Taktik gegen Zeitdruck: Investieren Sie nicht dauernd Zeit in den Versuch, Zeit zu sparen!

„Man verliert die meiste Zeit damit,
dass man Zeit gewinnen will.“
John Steinbeck

Ständig versuchen wir mit allerlei technischen Gerätschaften und ausgefeilten Tricks, der Zeit ein Schnippchen zu schlagen. Doch Zeit kann man erleben und geben, aber nicht kaufen. Deshalb können Sie sich auch alle Sparanstrengungen sparen. Versuchen Sie lieber, die Zeit auf Ihre Seite zu bringen. Machen Sie die Uhr zu Ihrem Freund.

Tipp: Zurückkehren zur mechanischen Zeit
Schlummert in einer Ihrer Schubladen noch eine funktionsfähige mechanische Uhr? Sehr gut: her damit! Klar verfügen Computer, Handy & Co. über Zeitanzeigen, und präziser sind diese Zeitgeber in der Regel auch. Doch meist müssen wir die genaue Zeit ohnehin nicht wissen, es sei denn, wir wollen den Puls messen.
Aber eine Uhr, die man morgens aufzieht, bei der man ab und zu die Zeiger korrigieren muss, macht uns die Zeit viel bewusster. Mechanische Uhren gehen einfach anders – sie vermitteln ein anderes Zeitempfinden. Sie bedrängen uns nicht mit blinkenden Anzeigen und setzen uns nicht mit großen Sekundenzeigern unter Druck. Mechanische Uhren wollen angesehen und verstanden werden. Ganz ruhig zeigen sie uns an, dass Stunden und Minuten verstreichen, gleichzeitig lassen sie uns aber auch erfahren, wie viel Zeit wir eigentlich haben. Und sie nehmen es uns gewiss nicht übel, wenn wir vergessen, sie am Wochenende aufzuziehen …

Denken Sie immer daran: Es mangelt Ihnen nicht an Zeit. Deshalb werden Sie den Zeitdruck nur dann los, wenn Sie vieles von dem sein lassen, was Sie bisher tun.

Das Zeitempfinden verändern (2): Tempo ist nicht das entscheidende Kriterium

„Der Mensch von heute hat nur
ein einziges wirklich neues Laster erfunden:
die Geschwindigkeit.“
Aldous Huxley

„Gib Gas! Beeil dich! Mach hin!“ Oft haben wir es so eilig, dass es nicht mal mehr zu einem vollständigen Satz reicht. Die Zeiten sind schnelllebig, vieles ändert sich so rasant, dass uns der Atem stockt. Ob im Job oder in der Freizeit: Überall drückt die Beschleunigung aufs Tempo. Wir arbeiten schnell, lesen schnell, fahren schnell, sprechen schnell und essen schnell. Ja, wir lieben sogar schneller als früher und wechseln häufiger den Partner.

Wir sind süchtig nach Geschwindigkeit

Schnelligkeit als Erfolgsfaktor, als Voraussetzung für Innovation, Produktivitätssteigerung und Fortschritt? Wir sind süchtig nach Geschwindigkeit. Alles dauert uns zu lange. Nonstop geben wir Gas, schon kleine Verspätungen bringen uns aus dem Konzept. 60 Minuten auf die Verabredung zum Mittagessen warten – in Deutschland undenkbar. Nicht nur weil wir meist nur eine halbe Stunde Pause haben: Warte- und Leerzeiten stressen uns einfach.

Doch: Gute Leistung lässt sich nicht mit der Stoppuhr messen. In der ganzen Hektik vergessen wir oft das Wichtigste oder machen grobe Fehler. Schlimmer noch: Wer den ganzen Tag rennt, wird irgendwann krank. Denn bei aller Geschwindigkeit gibt es vieles, an dem wir gerne festhalten möchten und auch sollten. Die schönsten Dinge im Leben haben bekanntlich ihre ganz eigene Zeit. Und für die gibt es zum Glück keine Uhr.

Natürlich will ich Sie nicht dazu bewegen, Terminabsprachen zu ignorieren oder Dinge einfach schleifen zu lassen: Waren müssen pünktlich geliefert, Öffnungszeiten eingehalten und Projekte zuverlässig abgeschlossen werden. Das soll auch kein Aufruf zum generellen Geschwindigkeitsboykott sein. Wie so oft geht es nicht um „entweder – oder“, sondern um die richtige Mischung aus schnellem und langsamem Tempo. Denn der Schnellste ist nicht immer der Sieger und der Langsamste nicht immer der Dumme. Kurzum: Nur gelebte Zeitvielfalt macht uns auf Dauer glücklich.

„Am laufenden Band“ bedeutet: Die eigenen Prioritäten fallen hinten runter

Am laufenden Band mit Rudi Carrell war eine der beliebtesten Samstag-Abend-Shows in den 1970er Jahren. Vielleicht erinnern Sie sich: Der Gewinner saß in einem großen Korbsessel vor einem Förderband. Zuerst langsam, dann immer schneller liefen unterschiedlichste Dinge an ihm vorbei: vom Ananasschäler bis zur Waschmaschine. Die Dinge, die er sich gemerkt hatte, durfte er später mit nach Hause nehmen. Dabei verzettelten sich viele Kandidaten in dem Bemühen, möglichst viel zu bekommen, sodass ihre Ausbeute eher kläglich war. Wer sich hingegen auf einige wenige Sachen konzentrierte, konnte sich über schöne Gewinne freuen.

Ein wenig ähnelt unser Leben einem solchen laufenden Band: Nonstop ziehen Aufgaben, Termine und Verpflichtungen an uns vorbei. Weil alles gleich wichtig erscheint, möchten wir auch alles machen. Da das nicht zu schaffen ist, fällt vieles hinten runter – und im Zweifel auch die Dinge, die uns eigentlich wirklich wichtig sind.

Hier hilft nur eines: Immer mal wieder das Band anhalten. Lassen Sie sich Zeit! Machen Sie Slow Living zu Ihrem Lebenskonzept – nicht nur in Bezug auf Ihr eigenes Tempo. Slow Living schließt auch die Dinge ein, mit denen Sie sich umgeben: Unablässig drängen neue Konsumartikel auf den Markt, die Auswahl ist unüberschaubar. Kaum etwas hat noch die Chance, zum geschätzten guten alten Stück zu werden. Brechen Sie aus diesem hektischen Kreislauf aus. Finden Sie heraus, welchen Gewinn Ihnen Slow Living bringen kann. Definieren Sie Ihren ganz persönlichen langsamen Rhythmus.

Slow reisen, langsam schauen

Der 4-wöchige Jahresurlaub in der Sommerfrische ist für die meisten von uns allenfalls noch eine schöne Kindheitserinnerung. Heute halten uns Kurztrips, Last-Minute-Reisen und Event-Ferien auch in der schönsten Zeit des Jahres auf Trab. Da werden Tausende von Kilometern zurückgelegt, um in einem All-inclusive-Club den Pool und die Bar kennenzulernen. Unzählige Fotos belegen, wo man war, aber gesehen hat man eigentlich nichts.

Entdecken Sie den Sinn des Reisens wieder neu – fliegen Sie nicht einfach über Länder und Kontinente hinweg. Wer langsam guckt, sieht mehr. Auf einer Zugfahrt kommt man viel leichter mit Menschen ins Gespräch als zwischen 2 Staus an einer Autobahnraststätte. Verzichten Sie auf das Pflichtbesichtigungsprogramm und austauschbare Luxusherbergen. Nutzen Sie stattdessen die Möglichkeit, sich vom hektischen Alltag auszuklinken.

Tipp: Total entspannend: Der eigenen Nase folgen
Machen Sie doch öfter mal eine Fahrt ins Blaue – ohne verbindliche Zeitpläne. Legen Sie Ihre Routen nur grob fest, und halten Sie, wo es Ihnen gefällt. Genießen Sie das Essen in einem kleinen Landgasthof, und wenn Sie vielleicht ein Glas Wein zu viel getrunken haben, dann bleiben Sie einfach über Nacht: Sie haben ja Zeit und verpassen nichts!

Genieß mal schnell!

Früher waren die Lebensmittel knapp – heute ist es die Zeit. Zwischen 2,5 und 4 Minuten, so haben Studien ergeben, dauert eine Fast-Food-Mahlzeit. Nach spätestens 10 Minuten hat man das Lokal wieder verlassen. Häufig nehmen wir uns nicht einmal mehr die Zeit, uns zu setzen. Wir bestellen am Dine & Drive-Schalter und essen beim Fahren. In den USA gibt es sogar eine Hamburger-Kette mit dem bezeichnenden Namen „Eat and Run“.

Doch die Wiederentdeckung des Genusses ist auf dem Vormarsch. So kann sich die internationale Slow-Food-Bewegung, die vor über 20 Jahren als Gegentrend zum uniformen Essen gegründet wurde, über stetig wachsende Mitgliederzahlen freuen. Immer mehr Menschen versuchen, dem hektischen Alltagstreiben ganz bewusst eine langsame Esskultur entgegenzusetzen. Dabei geht es nicht nur um delikaten Gaumenkitzel: Die Zubereitung der Speisen spielt eine ebenso wichtige Rolle wie das gemütliche Zusammensitzen. Und aus der vermeintlichen Verschwendung von Zeit für Kochen und Essen wird ein „Auskosten von Zeit“.

Runterschalten, entschleunigen, einfach nur den Moment genießen: Wenn Sie zwischendurch regelmäßig etwas Geschwindigkeit rausnehmen, werden Sie sehr bald merken, wie gut Ihnen das tut. Machen Sie jeden Tag eine Sache etwas langsamer als gewöhnlich: Stellen Sie sich im Supermarkt an die Kasse mit der längsten Schlange, oder trinken Sie ein Glas Wasser in winzigen Schlückchen.

Und genießen Sie einmal pro Woche einen langsamen Abend. Der Fernseher bleibt aus – legen Sie stattdessen schöne Musik auf und tun Sie Dinge, für die Sie sonst kaum Zeit finden.

Das Zeitempfinden verändern (3): Erfolg hat nicht, wer viel tut, sondern wer die richtigen Dinge tut

Mehr Luft, mehr Lebenslust

Termine, Termine, Termine: Wie von Geisterhand geschrieben füllen sich die Seiten des Kalenders.Überladene To-do-Listen bestimmen unser Leben. Ein voller Terminkalender als Statussymbol wie das richtige Auto oder die entsprechende Uhr am Handgelenk? Man ist wichtig, gefragt und natürlich erfolgreich. Glauben Sie das wirklich? Sicher nicht.

Machen wir’s kurz: Eine Menge Termine sind kein Beleg für ein erfülltes Leben. Und spätestens wenn sich ein Berg von Verpflichtungen vor Ihnen auftürmt, dem Sie sich nicht mehr gewachsen fühlen, brauchen Sie ein ganz anderes Terminverständnis.

Weniger, aber besser! lautet die Formel für Zeit-Harmonie in Ihrem Kalender und in Ihrem Leben. Doch wie so oft gilt auch hier: Hüten Sie sich vor dem anderen Extrem. Es geht nicht nur um Verzicht, sondern um qualitative Verbesserungen.

Weniger, aber besser! Das gilt sowohl im Job als auch in der Freizeit. Ein vollgestopfter Timer lässt uns keinen Raum für Erholung, Kreativität und Lebensfreude. Wenn Sie sich an der Weniger, aber besser!-Formel orientieren, richten Sie Ihren Blick selbstbewusst auf die eigenen Bedürfnisse.

Tipp: Machen Sie’s wie Alf
„Alle denken an sich – nur ich denke an mich!“ Erinnern Sie sich an den Spruch von Alf, dem sympathisch-gefräßigen Außerirdischen aus der US-amerikanischen Sitcom? Sie sollten ihn durchaus beherzigen, wenn jemand Ihnen mal wieder schnell einen Termin aufs Auge drücken will. Denken Sie an sich – und lehnen Sie ab.

Schon mit ein paar kleinen Tricks können Sie sich und Ihrem Kalender etwas Luft verschaffen:

  1. Verzichten Sie konsequent auf halbherzige Verabredungen,wie das Vertriebler-Treffen, auf dem doch nur jeder viel redet, aber wenig sagt.
  2. Tauschen Sie mit Kollegen oder Bekannten Tätigkeiten, die Ihnen leicht von der Hand gehen, gegen Arbeiten, die Ihnen schwerfallen: Statistiken aufbereiten gegen einen Beitrag in der Firmenzeitschrift, Kuchenbacken für den Schulbasar gegen einen Vortrag über Lebenskunst.
  3. Streichen Sie Ihren Namen aus möglichst vielen Rundschreiben-Listen und Cc-Verteilern: Was wirklich wichtig ist, erfahren Sie ohnehin.
  4. Planen Sie Meetings und Besprechungen in größeren Zeitabständen.
  5. Legen Sie sich ein schönes „Bitte nicht stören“-Schild für Ihre Bürotür zu. Und benutzen Sie es!

Wenn Sie Obstbäume im Garten haben, wissen Sie, dass sie regelmäßig beschnitten und ausgelichtet werden müssen – sonst verdichten sich die Baumkronen, und die Qualität der Früchte leidet.

Ähnlich pfleglich sollten Sie auch mit Ihrer Zeit und Ihrem Kalender umgehen. Verzichten Sie ganz bewusst auf Termine, dünnen Sie Ihre Verpflichtungen aus! Unverplante Zeit ist rar und kostbar. Haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn Sie mal einen Termin ausfallen lassen. Es ist okay, nicht überall dabei zu sein. Statt auch an den Wochenenden von einem Event zum nächsten zu hetzen, machen Sie es sich doch einfach zu Hause so richtig gemütlich.

Freie Zeit sichern mithilfe von Placebo-Terminen

Klotzen Sie nicht mit Ihrer Zeit. Kleckern Sie bei der Vergabe von Terminen. Vor allem zu Jahresbeginn sind wir sehr großzügig mit dem Platz in unserem Kalender: Es ist ja noch so viel frei. Aber erschreckend schnell verwandelt sich alles in ein unübersichtliches Termindickicht. Schon bald bleibt dann kaum noch Zeit, um sich mal spontan zu verabreden oder einfach einen faulen Tag zu genießen.

Um nicht in die Leere-Blatt-Falle zu tappen, sollten Sie einfach Placebo-Termine eintragen. So nutzen Sie den positiven Effekt von Scheinterminen:

  • Blocken Sie übers Jahr verteilt mindestens 2 Tage pro Woche im Voraus. Am besten, Sie machen das mit Bleistift.
  • Wenn eine Terminanfrage kommt, müssen Sie einfach nur den Bleistiftstrich ausradieren und können die Zeit ganz bewusst freigeben – oder eben nicht.
  • Sie sollten jedoch nicht nur Ihre Termine im Auge behalten: Mindestens genauso wichtig ist Ihre persönliche Kapazitätsauslastung.

Zeit-Realisten

20 Minuten hat der Klempner gebraucht, um den kaputten Wasserhahn auszutauschen, doch auf der Rechnung setzt er 1 Stunde an – unverschämt? Nein, realistisch. Er bedenkt die Zeiten, die für das Abholen aus dem Lager, die Anfahrt zum Kunden, den Einbau und die Rückfahrt in den Betrieb anfallen. So werden aus 20 Minuten im Einsatzplan leicht 2 Stunden.

Wie ist es bei Ihnen? Berücksichtigen Sie bei Ihrer Zeitplanung Aktivitäten wie E-Mails beantworten, Ablage machen und neue Ideen entwickeln? Oder tragen Sie nur „richtige“ Termine in Ihren Kalender ein? Kein Eintrag heißt dann: Hier passt noch was rein? Klar, dass damit Stress vorprogrammiert ist. Besser, Sie ermitteln Ihre tatsächliche Kapazitätsauslastung – nicht nur den Zeitbedarf für die Kalendereinträge. Übertragen Sie diese Aktivitätenzeiten in Ihren Kalender, vielleicht in einer bestimmten Farbe. Wichtig: Behandeln Sie diese Einträge wie richtige Termine. Dann wird sich Ihr Kalender nicht mehr wahllos mit anderen Aufgaben und Verabredungen füllen.

Kleine Dinge kosten Zeit

Nicht vergessen: Rezept abholen, Druckerpatrone kaufen, Kaffeemaschine entkalken, Geburtstagskarte besorgen. Häufig schwirren unzählige kleine Aufgaben in unserem Kopf herum. Eigentlich passen sie nicht so recht in unseren Terminplan, doch sie warten darauf, erledigt zu werden, und stören unsere Konzentration. Da gibt’s nur eins: raus aus dem Kopf und aufschreiben.

Tipp: Machen Sie einen Kalender-Check
Blättern Sie in Ihrem aktuellen Timer, oder scrollen Sie durch Ihren elektronischen Planer, und markieren Sie alle Termine farbig, die für Sie persönlich wichtig waren. Sind es viele? Sehr gut! Welche Termine hätten Sie lieber nicht wahrgenommen? Zu viele? Dann sollten Sie genau dort ansetzen. Hier stecken die Aktivitäten, die Ihnen wertvolle Zeit rauben. Und darauf sollten Sie in Zukunft möglichst verzichten.

Konzentrieren statt verlieren

Kennen Sie Dietmar Hopp? Der Mitbegründer des Software-Unternehmens SAP, geschickter Investor, großzügiger Mäzen und Boss des „Dorf-Bundesligisten“ TSG 1899 Hoffenheim gilt als erfolgreicher Tausendsassa. Das ist er ohne Frage. Doch auch wenn es vielleicht den Eindruck erweckt, der Mann tanze auf allen Hochzeiten: Er weiß immer sehr genau, was er will. Er verzettelt sich bei seinen zahlreichen Engagements nicht. Genau das ist es, was erfolgreiche Menschen auszeichnet: Sie verlieren sich nicht in unwichtigen Details, sondern konzentrieren sich auf die wirklich wichtigen Dinge.

Aber woher weiß man, was man tun oder lassen sollte? Hier gibt es 2 einfache Regeln:

  1. Das Wichtigste bei Ihrer Zeitplanung sind Sie selbst!
  2. Deshalb sollte Ihr Kalender bei möglichst vielen Terminen Ihre Wünsche und Ziele berücksichtigen.

Qualität statt Quantität

Was macht man mit kostbaren Dingen? Man geht sorgfältig mit ihnen um. Wer seine Zeit überlegt einteilt, hat nicht nur bessere Karrierechancen, sondern auch mehr Freiräume für Freunde, Familie und vor allem mehr Zeit für sich selbst. Im Buddhismus bedeutet das Wort Disziplin Konzentration auf das Wesentliche! Also: Gehen Sie diszipliniert mit Ihrer Zeit um. Widmen Sie sich den Dingen, die Ihnen wirklich wichtig sind. Bleiben Sie auf der Erfolgsspur – mit voller Konzentration!

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