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Kuriose Diskussion im Bundesdatenschutz um Kameras in Feld und Wald

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Datenschutzgesetz

Von Wolfram von Gagern,

Eine kuriose Datenschutzdiskussion entzündete sich in den letzten Wochen an einer Stelle, in der man das so gar nicht vermutet: in Feld und Wald.

Der Hintergrund: In Deutschland gibt es, lapidar gesagt, eine Vielzahl von Rehen, Wildschweinen und Hirschen. Diese müssen, mangels natürlicher Feinde, bejagt werden. Aufgrund verschiedener Umstände ist aber das deutsche Wild zwischenzeitlich sehr nachtaktiv geworden, obgleich es von seiner Biologie das eigentlich nicht ist.

Der Jäger fragt sich natürlich, wenn er tagsüber oder in der Dämmerung kein Wild sieht, welche und wieviele Tiere da nächtens durch sein Revier schleichen. Die Frage und das Interesse ist berechtigt, muss der Jäger doch vieler Orten für den durch insbesondere Wildschweine in der Landwirtschaft entstandenen Schaden „gerade stehen“, ihn also bezahlen und eine Versicherung für diese Schäden gibt’s auch nicht.

Bundesdatenschutz: Wildkameras mit Bewegungsmeldern

Verschiedene Hersteller haben nun „Wildkameras“ auf den Markt gebracht. In den Gehäusen finden sich eine Digitalkamera und ein Bewegungsmelder. Tappt nun ein Reh oder Wildschwein in die Fotofalle, wird es fotografiert und das Bild auf einer Speicherkarte abgespeichert. Der Jäger kann dann auf der Speicherkarte sehen, was sich so in seinem Revier herumtreibt. Auf diese Art ist er besser informiert, was den Wildbestand in seinem Revier betrifft und kann es gezielter und für das Wild störungsfreier bejagen.

Bundesdatenschutz: Kameras unterscheiden nicht zwischen Mensch und Tier

Der Einsatzbereich dieser Kameras findet sich natürlich meist abseits jeglicher Wege und Pfade, an Stellen, wo vornehmlich Wild und weniger der Mensch seine Wechsel zieht. Auch wird hier nicht großräumig fotografiert, sondern nur auf kleiner Fläche, da „Grossaufnahmen“ des Wildes notwendig sind, um so erkennen zu können, um welche Wildart und um welches Tier es sich genau handelt. Nur so lassen sich die Aufnahmen auch für den Jäger verwerten.

Aber: das Problem bei diesen Kameras ist, dass diese nicht zwischen Wildschwein und Mensch unterscheiden können und somit von Zeit zu Zeit auch ein Mensch abgelichtet wird. Pikanterweise wurde das Thema jetzt brisant, weil ein Jäger mal den Hochsitz seines Reviernachbarn „inspiziert“ hat, dabei abgelichtet wurde und der Kamerabesitzer die Bilder des Abgelichteten beim nächsten Jägerstammtisch herumgezeigt hat.

Bundesdatenschutz: Überwachung des Wildwechsels unzulässig?

Der Abgelichtete fühlte sich in seinem Persönlichkeitsrecht betroffen und hat sich an entsprechender Stelle beschwert. Die Rechtslage scheint zunächst klar: eine Überwachung des öffentlichen Raums (bei dem es sich im Wald zweifelsohne handelt) ist den Polizeibehörden vorbehalten. Das regelt in Hessen beispielsweise das „Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG)“.

Im Umkehrschluss wäre die „Überwachung“ eines Wildwechsels für den Privatmann unzulässig. Aber jetzt mal im Ernst: angesichts von LIDL, Telekom, AWD, Google und Co. stelle ich mir schon die Frage, ob wir im Bereich des Datenschutzes nicht ein paar Probleme mehr haben, als die nächtliche Überwachung von ein paar Quadratmetern Wald. Der Düsseldorfer Kreis wird sich nichtsdestotrotz auch mit diesem Thema in einer seiner nächsten Sitzungen beschäftigen und hier sicherlich Vorschläge für einen datenschutzgerechten Einsatz von Wildkameras machen…

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