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Internetrecht: Aktion "Verschollene Häuser" kämpft gegen Verpixelung bei Google Street View

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Internetrecht Google Street View

Von Wolfram von Gagern,

Es geht um „Google Street View“ und die Gebäude, deren Besitzer oder Mieter sich gegen die Veröffentlichung wehren, Einspruch eingelegt haben und deren Häuser nun verpixelt dargestellt werden.

Ich war schon ein wenig entsetzt, als ich das erste Mal von der Aktion „Verschollene Häuser“ gehört habe. Es hat sich doch nun tatsächliche eine Aktionstruppe gefunden, die die verpixelten Häuser aufspüren wollen und diese dann selbst fotographieren und georeferenziert ins Netz stellen wollen. Der Initiator der Aktion:

Internetrecht: Recht auf Darstellung alles Häuser bei Google Street View?

„Ich möchte mit der Aktion sicherstellen, dass der öffentliche Raum im Netz abgebildet werden kann. Dieses ist, wie auch zum Beispiel der Bundesdatenschutzbeauftragte Schaar feststellt, das gute Recht eines jeden Bürgers. Wir – eine lose Gruppe Fotografie-begeisterter Menschen bundesweit – werden alle auf Google Streetview verpixelten Häuserfassaden fotografieren und geo-referenziert und unverpixelt online stellen. Sprich, wir wollen die durch diese “deutsche Überreaktion” verschollenen Häuser zurück in den (digitalen) öffentlichen Raum bringen.“

Internetrecht: Bewusster Entschluss zur Verpixelung bei "Google Street View"

Wenn Sie mich fragen: unglaublich. Da entscheiden Menschen für sich persönlich, dass ihr Haus nicht Online verfügbar sein soll – und diese Damen und Herren setzen sich einfach darüber hinweg. Das Sahnehäubchen setzte allerdings ein Amerikaner namens Jeff Jarvis in der Wochenzeitschrift „Die Zeit“ der ganzen Diskussion auf, wörtliches Zitat:

„Ich glaube auch nicht, dass es an der einzigartigen deutschen Geschichte liegt. Wenn ich bei der Grünen-Veranstaltung und anderswo in Deutschland das Thema behandelt habe, haben die Deutschen oft Stasileute und Nazis als Grund angeführt (ich nicht).

Dieses Argument scheint mir unlogisch, ja sogar gefährlich. Denn gerade die Stasi wäre besonders eifrig darin gewesen, ihr Verpixelungsrecht auszuüben, um ihre Gebäude und ihre Taten vor den Blicken der Öffentlichkeit zu verbergen. Gern hätte sie sich der Geheimniskrämerei bedient, die die Idee eines Verpixelungsrechts beinhaltet.“

Internetrecht: "Die Stasi hätte eine Verpixelung wohl befürwortet"

Das ist schon mehr als merkwürdig. Treffend hat „Don Alphonso“ in einer Polemik der FAZ geantwortet:

„Deutschland hätte seine Städte entweiht, die öffentlichen Orte entwertet, die Öffentlichkeit beraubt und einen gefährlichen Präzedenzfall für die Zukunft geschaffen. Die Stasi hätte ähnliche Verpixelungen vermutlich befürwortet. […] Privatsphäre ist kein schützenswertes Gut mehr, sondern eine Krankheit, eine Fehleinschätzung, ein, so Jarvis, „Wahnsinn“, von dem die Deutschen kuriert werden müssen.“

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