Gratis-Download

Bestimmt ist Ihr Unternehmen im Internet vertreten, vielleicht wird eine eigene Webseite betrieben oder gar ein Onlineshop. Wird gegen...

Jetzt downloaden

Internetrecht: Internet-Striptease - der Gong zur nächsten Runde: Blippy

0 Beurteilungen
Datenschutz

Von Wolfram von Gagern,

Dass einige unserer Zeitgenossen meinen, sie müssten alles und jedes im Internet veröffentlichen, ist ja bekannt. Gerade jüngere Menschen neigen dazu, doch allzuviel über sich preis zu geben. Der neue Internetdienst, namens Blippy, ist aber schon sehr speziell.

Grundsätzlich funktioniert dieser wie Twitter, nur teilt man via Blippy weniger seine aktuelle Beschäftigung, seinen aktuellen Gemütszustand, etc. mit, sondern mehr oder weniger seinen Kontostand. Denn: Blippy veröffentlicht Kreditkartenabrechnungen.

Internetrecht: Internetdienst veröffentlicht Kreditkartenabrechnungen

Hierzu muss man auf Blippy sein Profil anlegen und gibt dann noch seine Kreditkartendaten an. Jedes Buch, jede CD, jedes elektronische Gerät, jede Restaurantrechnung ist dann weltweit zu lesen. So ist zu lesen, dass der Benutzer oder die Benutzerin „crisallynn“ 14 US-$ im „Palm Thai Restaurant Los Angeles“, 9,99 US-$ bei iTunes, oder 12 US-$ im „Palm Thai Restalos Angs“ ausgegeben hat. Aha, erfährt der geneigte Leser, man isst also gern thailändisch. „Ramstone“ hat 12,77 $ für eine Kingston 2 GB Micro SD-Karte oder 154,99 $ für einen „Breville 15-Bar Die-Cast Espresso & Cappuccino Maker“ bezahlt.

Internetrecht: Kommentarfunktion für Kreditkartenabrechnungen

Spannend wird dann die Kommentarfunktion. So ist „ilona“ 5,44 $ im „Cafe 450“ losgeworden. Der Benutzer „ccaum“ fragt dann sogleich, was das denn sei, und ilona erklärt, dass es sich hierbei um die Cafeteria im „Federal Courthouse“ in SF (wohl San Francisco) handelt. Da fragt man sich, was „ilona“ wohl im Bundesgerichtsgebäude so gemacht hat… Oder es wird diskutiert, ob ein Päckchen Schinken für 3,99 $ überteuert wäre…

Internetrecht: Das ideale Portal für Angeber

Das Portal eignet sich natürlich hervorragend zum Angeben. So kann man via Kreditkartenabrechnung „nachweisen“, was denn der Kurztrip mit der Freundin (oder dem Freund) auf die Malediven gekostet hat, dass man schon im Besitz des neuesten Managerspielzeugs ist oder das man dieser oder jener gemeinnützigen Organisation diese oder jene Summe gespendet hat. Letztere Ausgaben werden dann natürlich lobend von anderen Blippy-Nutzern kommentiert. Auch für den Datenschutz hat Blippy Tipps parat: man solle einfach mehrere Kreditkarten benutzen, eine für die „täglichen Einkäufe“, über die man via Blippy informieren möchte und weitere, mit denen man Ausgaben, die nicht so wirklich jeder wissen soll, bestreitet. Mehr als 5.000 Mitglieder soll Blippy schon haben.

Datenschützer sind natürlich entsetzt. Dietmar Müller, Pressesprecher des Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit, meint: „Verantwortlich für seine Daten ist natürlich jeder selbst. Aber Datenvermeidung ist immer noch der beste Datenschutz“.

Datenschutz-Ticker

Mit jeder Ausgabe neue Tipps, Anregungen, Hinweise auf aktuelle Urteile und Gesetzesänderungen, aber auch auf so manche vorteilhafte Gestaltungsmöglichkeit, die sich Ihnen als Datenschutzbeauftragten bietet.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Ihr starker Berater für ein rechtssicheres Online-Marketing

Praxisnahes Wissen zur Verbesserung und Erleichterung Ihrer Arbeit als betrieblicher Datenschutzbeauftragter!

Schnelle und einfache Mitarbeiterschulung

Umfassender Überblick für Datenschutzbeauftragte

Damit Sie auch die neuen Herausforderungen des betrieblichen Datenschutzes erfolgreich meistern!