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Sony, TomTom, Unesco und Co erleben Datenschutz-Debakel

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Datenschutz Sony

Von Wolfram von Gagern,

Bitte entschuldigen Sie den polemischen Betreff dieser Ausgabe. Aber angesichts der zurückliegenden Tage mit mehreren großen Datenschutz-Skandalen bei den Firmen TomTom, Sony, der Unesco und – nicht zu vergessen – Apple kann ich nicht anders, als mich zu fragen, ob manche Firmen nicht tatsächlich zu doof oder zumindest zu blauäugig sind, um vernünftig mit den ihnen anvertrauten Daten umzugehen.

Über Apple hatte ich ja letzte Woche schon ausführlich berichtet. Wie Apple zwischenzeitlich mitteilte, soll es sich bei der regelmäßigen Übermittlung der Standortdaten des Nutzers um einen Programmierfehler handeln. Da muss ich erst mal kräftig lachen – wer soll das denn glauben?

Unesco offenbart ihre Bewerbedatenbank

Noch haarsträubender finde ich die Panne bei der Unesco: Dort wurden über Jahre die Daten von zehn- bis hunderttausenden Bewerbern unzureichend geschützt, so dass sie jeder einsehen konnte, der sich selbst bei der Bewerberdatenbank angemeldet hat. Man musste lediglich die eigene ID in der URL seines Kontos in eine andere umändern und konnte so Lebensläufe, Anschreiben, Handy-Nummern und sogar Gehälter anderer Bewerber ausspionieren.

Sonys Daten erleben Super-GAU beim Datenschutz

Den größten anzunehmenden Datenunfall erlebte indes Sony. Der Playstation-Produzent ließ sich von einem Hacker gleich 77 Millionen Kundendaten auf einmal von der Online-Plattform „Playstation Network“ klauen. Darunter personenbezogene Daten wie Name, Anschrift, E-Mail-Adressen und Geburtsdaten. Und das in einer Größenordnung, die fast der Einwohnerzahl Deutschlands entspricht! Dass dabei auch Millionen von Kreditkarten-Daten geklaut wurden, bestreitet Sony – noch. Das „Sahnehäubchen“: Sony hat tatsächlich erst einmal eine ganze Woche gewartet, bevor das Unternehmen die betroffenen Nutzer informiert hat. Vielleicht hat das Management ja so lange gehofft, dass sich alles nur als ein böser Traum entpuppt…

TomTom hilft, Temposünder abzufangen

Genug für diese Woche, möchte man hier ausrufen – wäre da nicht auch noch TomTom, der Hersteller von Navigationsgeräten. Der hat seine gespeicherten Verkehrsdaten, die er anonym von Geräten mit Internetanschluss erhält, an niederländische Behörden verkauft. Angeblich, um sie zur Verbesserung des Straßennetzes zu verwenden. Stattdessen werden Sie nur dazu verwendet, um Temposünder besser zur Kasse bitten zu können. Denn anhand der TomTom-Daten kann die Polizei genau erkennen, wo Autofahrer am liebsten zu schnell fahren… Unter datenschutzrechtlichen Aspekten ist das vielleicht gar nicht mal angreifbar, schließlich handelt es sich wohl um komplett anonymisierte Daten. Um einen „dummen“, unüberlegten Umgang mit Nutzerdaten handelt es sich in meinen Augen aber dennoch. Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dass die meisten TomTom-Nutzer etwas dagegen haben, dass die von ihnen gelieferten Daten ungefragt von der Polizei genutzt werden – damit sie dann womöglich selbst in die nächste Radarfalle tappen, bei deren Positionierung sie ungewollt mitgewirkt haben. Von alledem will man bei TomTom natürlich nichts gewusst haben. Zukünftig sollen deshalb auch keine Daten mehr weitergegeben werden. Bei dieser Fülle von schlechten Nachrichten für den Datenschutz kann ich nur hoffen, dass es in nächster Zeit nicht im gleichen Takt so weitergeht. So viel Aufregung ist nicht gut für meine Gesundheit…

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