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Jeder, der eine selbstständige Tätigkeit aufnimmt, die steuerlich relevant ist, muss das dem zuständigen Finanzamt melden. Und Sie sollten sich...

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Girokonto für Selbständige - so lassen sich Kosten sparen

 
Urheber: falco | Pixabay (CCO Lizenz)

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Der Traum vom eigenen Start-Up, das Fahrt aufnimmt und mit Vollgas ein Erfolg wird – ein Wunsch für jeden Gründer. Jedes Jahr wagen Hunderttausende in Deutschland den Schritt in die Selbständigkeit.

Beispiel: Laut KfW Gründungsmonitor waren es 2016 mehr als 670.000 Personen, die ein Unternehmen gegründet haben. Mehr als die Hälfte davon waren Gründer, die ihr Unternehmen im Nebenerwerb betreiben. 248.000 Existenzgründer haben 2016 alles auf eine Karte gesetzt – und sich für die Gründung im Vollerwerb entschieden. Diese Entwicklung, also ein Rückgang bei den Gründerzahlen, ist angesichts eines stabilen Wirtschaftsaufschwungs kaum verwunderlich. 

Wer sich dennoch für diesen Schritt entscheidet, genießt mit der Selbständigkeit nicht nur neue Freiheiten. Unterschätzt wird mitunter, welche Herausforderungen die Existenzgründung bedeutet. Beispiel: Wird ein eine Kapitalgesellschaft wie GmbH ins Leben gerufen, sind steuer- und handelsrechtlich – unter anderem nach dem GmbHG - diverse Besonderheiten zu beachten. Hierzu gehört, dass auf die Gesellschaft ein Bankkonto zu eröffnen ist. Braucht nicht jeder Selbständige mit der Gründung ein Geschäftskonto? An diesem Punkt sind viele Gründer überrascht – es existiert keine generelle Pflicht zu dessen Eröffnung.

Geschäftskonto: Keine Pflicht, Eröffnung aber sinnvoll

Wie bereits angedeutet, existiert (zumindest aus Sicht des Gesetzgebers) nur für Gesellschaften mit beschränkter Haftung die Verpflichtung, ein eigenständiges Geschäftskonto zu führen. Bedeutet im Umkehrschluss, dass Gründer in vielen Fällen einfach ihr privates Girokonto nutzen können. Was auf dem Papier recht simpel klingt, wird in der Praxis schnell problematisch.

Generell spricht für ein Geschäftskonto:

 

  • die Trennung zwischen privaten und Betriebsausgaben
  • eine separate Erfassung betrieblicher Zahlungseingänge
  • dass Finanzämter nicht ohne Weiteres private Zahlungen sehen.

 

Aber: Das Argument, mit dem Girokonto fürs Start-Up bekommt das Finanzamt nichts vom privaten Zahlungsverkehr mit, verfängt in der Praxis nicht. Sofern die Finanzbehörden berechtigtes Interesse an der Offenlegung des privaten Zahlungsverkehrs haben, kann dies vom Steuerpflichtigen verlangt werden. Hinweis: Banken unterscheiden zwischen Privat- und Geschäftskunden. Wo das private Konto weiterhin benutzt wird, kann seitens der Bank unter Umständen eine Umstellung verlangt werden. Schon um diesem Umstand aus dem Weg zu gehen, ist über ein separates Geschäftskonto nachzudenken.

Welche Leistungen sind wichtig?

Welche Leistungen sind wichtig? Auch wenn das Geschäftskonto für viele Gründer keine Pflicht ist – dessen Eröffnung hat Vorteile. Damit das Konto seine Aufgaben erfüllt, sind einige Leistungen besonders wichtig. Worauf ist aus Sicht der Gründer die Aufmerksamkeit zu richten?

- Online Banking: Heute müssen Unternehmer sich jederzeit einen Eindruck davon verschaffen können, wie es um die Finanzen steht. Ist ausreichend Liquidität für das Start-Up vorhanden? Haben Kunden ihre Rechnungen beglichen? Nur zwei Fragen, die sich mithilfe des Online Bankings schnell beantworten lassen. Letzteres ermöglicht zeitnahe Zahlungen, um Skonti auszunutzen.

- Bargeldverfügbarkeit: Dieser Aspekt spielt immer dann eine Rolle, wenn im Unternehmen Barmittel zirkulieren. Eine Bankkarte, um Bargeld am Automaten zu ziehen, ist deshalb das Mindeste. Kreditkarten rechnen sich im Regelfall bei umfassender Dienst-/Geschäftsreisetätigkeit.

Online Banking spielt auch im Bereich der Buchhaltung eine Rolle – wenn auf moderne Softwarelösungen gesetzt wird. Letztere lassen heute häufig eine Anbindung ans Banking mithilfe spezieller Schnittstellen zu, was die Buchhaltung erheblich vereinfacht.

Gibt es tatsächlich kostenfreie Girokonten?

Der Begriff des kostenfreien oder kostenlosen Girokontos ist – auch wenn er im allgemeinen Sprachgebrauch immer wieder benutzt wird – eigentlich falsch. Der Grund: Banken verzichten (wenn überhaupt) auf monatliche Kontoführungsgebühren. Andere Entgelte – etwa für Einzelbuchungen oder beleghafte Buchungen – sind inzwischen in der Regel kostenpflichtig.

Der Begriff des kostenfreien oder kostenlosen Girokontos ist – auch wenn er im allgemeinen Sprachgebrauch immer wieder benutzt wird – eigentlich falsch. Der Grund: Banken verzichten (wenn überhaupt) auf monatliche Kontoführungsgebühren. Andere Entgelte – etwa für Einzelbuchungen oder beleghafte Buchungen – sind inzwischen in der Regel kostenpflichtig.

Was ist für den Einsatz als Geschäftskonto besonders wichtig? Grundsätzlich ist bei der Wahl der Angebots Wert auf eine dem Verwendungszweck angepasste Kostenstruktur zu legen. Heißt: Wo viele Buchungen abgewickelt werden, ist ein Konto ohne Kontoführungsgebühr teuer, wenn die einzelnen Buchungsposten separat abgerechnet werden. Es lohnt sich daher, das Preisverzeichnis etwas detaillierter unter die Lupe zu nehmen.

Ein sehr wichtiger Punkt betrifft die Frage nach den beleghaften Buchungen bzw. wie teuer Leistungen am Bankschalter sind. Während private Haushalte hierauf oft verzichten können, ist dies für Start-Ups und Gründer nicht ganz so einfach – etwa wenn Bareinnahmen auf das Geschäftskonto einzuzahlen sind. Auf der anderen Seite steht zur Debatte, ob Leistungen wie eine Kreditkarte sein müssen.

Weitere wichtige Aspekte beim Geschäftskonto

Unternehmen schauen aufs Geld! Und ein Start-Up macht hier natürlich keine Ausnahme. Ist der Preis aber die einzige Messlatte? Nein, natürlich zählen weitere Faktoren. Im Raum stehen ganz unterschiedliche Fragen.

- „Flaschenhals Bargeld“: Gerade mit dem Aufkommen der Direktbanken hat sich das Banking verändert. Direktbanken sind im Regelfall günstiger als Filialbanken. Allerdings ist das Netz an Geldautomaten mitunter ein „Flaschenhals“. Jeder Gründer muss prüfen, wie schnell und wo Barabhebungen möglich sind. Sofern nur fremde Automaten genutzt werden können (was Kosten verursacht) ist das Ganze natürlich ein Problem.

- Ansprechpartner: Unternehmen sind stärker auf direkte Ansprechpartner bei der Hausbank angewiesen. Im Rahmen eines starken Fokus auf das filiallose Geschäft der Direktbanken kann dies mitunter problematisch werden. Entsprechend ist dieser Aspekt zu prüfen.

- Geld im Ausland: Gründer sind schon lange nicht mehr ausschließlich im Inland aktiv. Gerade in der Digitalbranche sind Start-Ups sehr schnell auch im Ausland unterwegs – gerade innerhalb Europas. Das Firmenbanking muss dieser Herausforderung gewachsen sein.

Fazit: Ein Firmenkonto mit Weitblick auswählen Digitale Vertriebswege haben nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch das Banking verändert. Gründer haben inzwischen kaum noch Berührungsängste, wenn es beispielsweise um das Firmenkonto bei einer Direktbank geht. Warum überhaupt ein separates Konto einrichten? Schließlich kann das Girokonto doch weiter genutzt werden. Eine Trennung ist aus verschiedenen Gründen in Erwägung zu ziehen – allein schon um privaten Zahlungsverkehr und Betriebsausgaben voneinander zu trennen. Parallel ist das Geschäftskonto in einigen Fällen sogar Pflicht. Ob hierfür Konten ohne Kontoführungsgebühr immer die beste Wahl sind, entscheidet am Ende der Einzelfall und der persönliche Bedarf. Wer als Gründer einfach aus dem Bauch entscheidet, muss am Ende mit Überraschungen rechnen, die ihn eventuell einschränken. 

Gründer-Wissen

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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