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Kreditbedarf und schlechte Bonität – die Kreditfalle der Selbständigen

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Quelle: fotolia.com © Gina Sanders (#102398981)

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Die eigene Selbständigkeit bringt zahlreiche Vorteile wie Unabhängigkeit und die Chance der Umsetzung eigener Ideen mit sich.

Trotzdem ist im Jahr 2015 die Zahl der Selbständigen um 1,8% auf 4,34 Millionen gefallen, wie das Statistische Bundesamt laut n-tv.de berichtete. Selbständigkeit bedeutet gerade zu Beginn in vielen Fällen auch finanzielle Knappheit. Wer als Selbständiger geschäftlichen oder privaten Finanzbedarf aufweist, hat bei den Banken nicht unbedingt die besten Karten. Noch schwieriger wird es, wenn die Bonität nicht gerade rosig aussieht.

Generelle Schwierigkeiten von Selbständigen bei der Kreditaufnahme

Selbständige weisen das generelle Problem auf, dass ihre Einkünfte nicht stetig und sicher ausfallen. Sie können ihre Einnahmen deshalb kaum als Sicherheit für das Darlehen einsetzen, weil bereits 1-2 schlechte Monate ausreichen, um die Kreditrückzahlung ins Wanken zu bringen. Aus diesem Grund erkennen die Banken das Einkommen von Selbständigen auch nur bedingt als Sicherheit an. Damit gehen auch bei einem privaten Kredit erhöhte Nachweispflichten einher:

  1. Selbständige müssen bereits eine gewisse Zeit (2-3 Jahre) ihr Geschäft betreiben.
  2. Als Einkommensnachweise müssen die letzten 2-3 Einkommensteuerbescheide sowie eine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) als Zukunftsausblick vorgelegt werden.

Sollten diese Nachweise tatsächlich den finanziellen Spielraum für eine Kreditaufnahme erkennen lassen, müssen Selbständige oftmals trotzdem mit deutlichen Nachteilen kämpfen:

  • Beschränkte Kreditsummen
  • Höhere Zinssätze 

Erschwerende Faktoren bei schlechter Bonität

Die Bonität einer Person lässt sich grob in zwei Bereiche unterteilen:

1. Die finanziellen Möglichkeiten

Dieser Aspekt zielt auf die Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben, um festzustellen, wie viel Geld letztlich für die Kredittilgung zur Verfügung steht. Bei einem privaten Kredit für Selbständige wird also der Gewinn (Einnahmen minus Ausgaben aus der Geschäftstätigkeit) aus der selbständigen Tätigkeit mit den Ausgaben wie:

  • Miete
  • Lebenshaltung (Lebensmittel, Hygiene usw.)
  • Auto
  • Versicherungen
  • Feste Freizeitkosten (Clubs)

zuzüglich einer Sicherheitsreserve verglichen. Auf diese Weise lässt sich feststellen, ob überhaupt die finanzielle Grundlage für eine Kreditvergabe besteht. Je geringer die Grundlage ausfällt, desto unwahrscheinlicher die Kreditvergabe und desto höher der Zinssatz.

2. Das Zahlungsverhalten

Das Zahlungsverhalten in der Vergangenheit ist der zweite wichtige Faktor bei der Bonitätsprüfung. Durch die Einholung einer SCHUFA-Auskunft wird geprüft, ob der Kreditnehmer sich in der Vergangenheit vertragsmäßig verhalten hat. Negative SCHUFA-Einträge umfassen dabei unter anderem:

  • Nicht bestrittene und angemahnte Forderungen (Mahnbescheide, Vollstreckungsbescheide)
  • Anträge und Bewilligungen von Privatinsolvenzverfahren
  • Eidesstattliche Versicherungen

Wer einen negativen SCHUFA-Eintrag aufweist, hat im Normalfall keine Chance auf die Aufnahme eines Kredits.

Strategien bei schlechter Bonität

Wer als Selbständiger einen Kredit benötigt und dabei keine sonderlich gute Bonität aufweisen kann, hat dennoch die Möglichkeit einer Kreditaufnahme. Je nach Verwendungszweck (privat oder geschäftlich) stehen verschiedene Optionen offen:

1. Kredit ohne Schufa

Der Kredit ohne Schufa weist zwei Besonderheiten auf:

  • Die SCHUFA-Auskunft spielt für die Kreditvergabe keine Rolle
  • Der Kredit wird nicht an die SCHUFA gemeldet

Somit ist es also grundsätzlich durchaus möglich, mit einem negativen SCHUFA-Eintrag einen Kredit zu zu erhalten. Als Selbständiger sieht dies jedoch anders aus, da die zweite Säule der Kreditabsicherung ebenfalls wegfällt. Wer einen negativen SCHUFA-Eintrag aufweist und kein sicheres Einkommen vorweisen kann, erhält auch einen Kredit ohne Schufa nicht. In diesem Fall kann oftmals nur ein zweiter Kreditnehmer oder ein Bürge helfen, um eine kleine Chance auf eine Kreditvergabe zu erhalten.

2. Privatkredite im P2P-Bereich

Der Markt für P2P-Kredite (Peer-to-Peer) ist noch nicht so alt, bietet aber durchaus interessante Möglichkeiten. Heute existieren zahlreiche verschiedene Plattformen, auf denen solche Kredite beantragt werden können. Auch hier findet eine Überprüfung der Bonität statt, jedoch werden mitunter auch Kredite an Personen mit schwierigeren finanziellen Verhältnissen vergeben. Es kommt dabei immer auf die jeweilige Bewerbung an. Je detaillierter und umfassender die Bewerbung ausfällt, desto mehr Vertrauen können private Anleger fassen und Geld in ein bestimmtes Projekt investieren. Hinweis: Bei schlechter Bonität fallen auch die Zinssätze recht hoch aus, da die Kreditgeber eine Kompensation für ein hohes Ausfallrisiko fordern.

3. Staatlich geförderte Darlehen

Eine weitere Möglichkeit bei schwacher Bonität liegt darin, auf Unternehmenskredite der KfW zurückzugreifen. Diese werden zum Teil durch Garantieren des Staates abgesichert und sind somit einfacher zu erhalten. Dazu gehören unter anderem:

NameErklärung
ERP-Gründerkredit StartGeldKreditvergabe bis zu 100.000 Euro mit 80%iger Haftungsfreistellung für die Bank.
KfW-UnternehmerkreditKreditvergabe bis zu 5 Millionen Euro mit einer 50%igen Haftungsfreistellung.

Die Kreditsummen können unter anderem für die Anschaffung von Betriebsmitteln eingesetzt werden. Durch die Haftungsfreistellung sind Banken auch bei schlechterer Bonität bereit, überhaupt einen Kredit zu vergeben.

Hinweis: Ein negativer SCHUFA-Eintrag sorgt leider auch bei Krediten für das eigene Unternehmen dafür, dass keine Kreditvergabe möglich ist. In diesem Fall nützt leider auch die Haftungsfreistellung nichts.

Es existieren also auch bei schlechter Bonität durchaus Möglichkeiten für Selbständige und Unternehmer, ein Darlehen aufzunehmen. Ob sie im Einzelfall eine gangbare Lösung darstellen, hängt jedoch immer von den jeweiligen Rahmenbedingungen ab. Wer sich in einer solchen Situation befindet, sollte also immer erst prüfen, ob für ihn einer der Kredite infrage kommen könnte.

Fazit

Selbständige haben es grundsätzlich schwerer, eine Finanzierung zu erhalten als abhängig Beschäftigte. Dabei ist es zunächst unerheblich, ob ein Selbständiger das Darlehen für private Zwecke benötigt oder für sein Unternehmen. Liegt zudem ein negativer SCHUFA-Eintrag vor oder ist die Bonität aus anderen Gründen getrübt, wird die herkömmliche Kreditvergabe nahezu unmöglich. Es gibt mitunter jedoch Möglichkeiten, auch bei schlechter Bonität als Selbständiger einen Kredit zu erhalten. Wer Optionen wie Kredite ohne Schufa (mit Bürgen), P2P-Kredite oder staatlich geförderte Kredite für das Unternehmen nicht ausschließt, kann unter Umständen doch eine passende Finanzierung finden. Dies garantiert am Ende zwar bei weitem nicht immer ein Darlehen, ist aber zumindest eine Chance in einer finanziell schwierigen Situation.

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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