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Gründung mit einem Internetshop - aber richtig! (Teil 2)

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Zur Shopsoftware ist generell zu sagen, dass es mehrere Techniken gibt, die verwendet werden.

Die einfachsten, aber nicht die schlechtesten Lösungen sind Javascript-Shops, wie sie z. B. von Data Becker (Shop-to-Date) und CATMEDIA (SelfmadeShop) angeboten werden. Hier wird auf dem Anwender-PC eine Software installiert, in der man sich seinen Shop zusammenbaut, auf "Knopfdruck" die Internetseiten generiert und auf den Speicherplatz geladen werden.

 

Dies sind gute Einsteigerlösungen, die jedoch gegenüber Shops mit einer Onlinedatenbank funktionell eingeschränkt sind. So kann damit z. B. keine dynamische Lagerhaltung mit Bestandsmengenführung im Shop abgebildet werden. Selektive Änderungen am Datenbestand sind kaum bis nicht möglich, ohne den gesamten Shop neu hochzuladen. Sie empfehlen sich auch nicht für Shops mit Tausenden von Artikeln.

Weit verbreitet sind - auch dank einiger Open-Source-Lösungen (dazu unten mehr) - die PHP-Shops. Diese werden direkt auf dem Internetserver installiert und arbeiten meistens mit einer SQL-Datenbank. Sie sind deutlich leistungsfähiger, oft modular aufgebaut (also einfach erweiterbar) und programmseitig meistens gut anpassbar. Wenige davon kommen auch mit einem Content Management System (CMS) daher, also der Möglichkeit, redaktionelle und multimediale Inhalte außerhalb der Artikeldaten anzubieten.

Manche Anbieter implementieren in den Onlineshop auch Funktionen, die man klassisch nur vom eigenen Büro kennt. So steuert der Shop dann die Auftragsabwicklung mit Fakturierung und Versand, das Mahnwesen, die Reklamationen und Retouren bis hin zur gesamten Kommunikation mit den Kunden. Ob dies sinnvoll ist, muss jeder Nutzer für sich entscheiden.

Ich persönliche setze lieber auf geteilte Lösungen, denn wenn die Verbindung zum Internet einmal nicht funktioniert, muss nicht der gesamte Betrieb pausieren. Im Büro kann dann immer noch gearbeitet werden, wenn auch aus dem Onlineshop momentan keine Bestellungen einlaufen.

Es gibt noch andere Arten, Internetshops technisch aufzubauen. Die meisten davon sind durchweg individuelle Lösungen, die in der Regel von großen Versendern betrieben werden und erhebliche finanzielle und technische Ressourcen voraussetzen. Deshalb gehe ich an dieser Stelle nicht weiter darauf ein.

21 Tipps für die Auswahl der richtigen Shopsoftware

Die richtige Shopsoftware für jeden Zweck gibt es nicht. Einerseits sind die Anforderungen der Shopbetreiber höchst unterschiedlich und andererseits leistet nicht jede Shopsoftware das, was man wirklich benötigt. So ist es vor der Wahl der Shopsoftware wichtig zu wissen, was man als Shopbetreiber wirklich benötigt. Erstellen Sie also einen Leistungskatalog mit allen Punkten, die Ihre künftige Shopsoftware erfüllen muss.

Die folgenden Punkte sind dabei von besonderer Wichtigkeit:

1) Welche Kenntnisse haben Sie als Shopbetreiber? Können Sie bzw. das Bedienpersonal die Software auch später bedienen?

2) Wie viele Artikel bieten Sie an? Ist die Software später ausbaufähig und skalierbar? Gerade bei der Aussicht, dass Ihr Onlineunternehmen wachsen soll, ist das ein ganz wichtiger Aspekt.

3) Kann das Warensortiment richtig abgebildet und strukturiert werden? Sind Artikelvarianten nötig? Wenn ja, welche und können diese im Shop zusätzlich abgebildet werden? Kunden erwarten den logischen Aufbau des Sortimentes und eine leicht verständliche Struktur in der Bedienerführung.

4) Gibt es branchenbezogene Besonderheiten oder Sonderfunktionen und können diese im Shop abgebildet werden? Nicht nur aufgrund rechtlicher Vorschriften ist es erforderlich, dem Kunden alle Informationen zu vermitteln, die er zur Kaufentscheidung benötigt. Wegen der an dieser Stelle fehlenden persönlichen Beratung ist es umso wichtiger, die Produktinformationen leicht verständlich und transparent zu präsentieren.

5) Ist die Präsentation der Waren so möglich, wie es das Sortiment, die Zielgruppe und der Zeitgeschmack es verlangen? Dies können z. B. auch besondere Bildansichten, Videos und Sound sein. Reine Textwüsten verkaufen nicht so gut, wie multimedial aufbereitete Warenpräsentationen.

6) Ist das Warengruppenmenu so gestaltbar, wie es Ihr Sortiment verlangt? Die Strukturen sollen frei gestaltbar und beliebig verschachtelbar sein.

7) Gibt es interne Suchfunktionen? Viele Kunden nutzen nicht das Menü, sondern suchen mit Schlagwörtern nach Artikeln. Deshalb sollte der Shop solche Suchen bestmöglich unterstützen.

8) Kann die Software auf dem von Ihnen vorgesehenen Speicherplatz im Internet betrieben werden? Sind die technischen Voraussetzungen gegeben? Dies können Anforderungen wie bestimmte Datenbanktechniken, aber auch die Ausführung von speziellem, für den jeweiligen Shop verwendetem Programmcode sein. Vermeiden Sie die Verwendung von zu altem Programmcode, auch wenn damit vielleicht noch viele Shops in Betrieb sind.

9) Sind die Kosten für Anschaffung, Einrichtung und den späteren Betrieb angemessen und passen Sie in Ihr Budget? Shopsoftware kann lizenzkostenfrei sein oder bis zu einigen Tausendern kosten. Welche tatsächlichen Kosten entstehen, müssen Sie aber durch Vergleichen der wirklichen Installations- und Einrichtungskosten ermitteln. Der Kaufpreis alleine darf niemals das Entscheidungskriterium sein.

10) Können Sie den Shop auch softwareseitig und gestalterisch selbst pflegen oder benötigen Sie dafür einen externen Dienstleister? Diese Kosten werden Sie langfristig haben und deshalb ist es immens wichtig, diese auch schon vor der Entscheidung für eine Software überschauen zu können.

11) Entsprechen Warenkorb und Bestellvorgang den geltenden rechtlichen Vorschriften? Ist die Einhaltung der insgesamt für den Onlinehandel geltenden rechtlichen Vorschriften möglich? Hier ist besondere Vorsicht geboten, denn es gibt immer noch viele Shoplösungen, die damit teils erhebliche Probleme haben. Insbesondere bei niedrigpreisigen und lizenzkostenfreien Lösungen kann man böse Überraschungen erleben.

12) Leistet die Shopsoftware alles, was Sie für Ihren Shop benötigen? Falls nicht, können die fehlenden Funktionen nachgerüstet werden und was kostet das? Die für Nachbesserungen anfallenden Kosten können schnell den Anschaffungspreis einer anderen, geeigneteren Lösung übersteigen. Schauen Sie also genau hin, was die Software wirklich kann und erst danach auf den Preis.

13) Wird die Software vom Hersteller professionell gepflegt und weiterentwickelt? Eine heute gute Lösung kann in wenigen Jahren nichts mehr wert sein, wenn Sie vom Hersteller nicht ordentlich gepflegt wird. Insbesondere Shopsoftware unterliegt ständigen Veränderungen in Technik, Funktionalität, Zeitgeschmack und wegen veränderter rechtlicher Anforderungen.

14) Kommt so genannte "Open-Source-Software" für Sie in Frage? Beachten Sie, dass auch möglicherweise lizenzkostenfreie Software immer Kosten verursacht! Die Weiterentwicklung durch die Hersteller, hier meistens so genannte "Communities", ist ein Killerkriterium. Keine ordentliche Weiterentwicklung bedeutet: "Finger weg!". Manche OS-Software basiert auf einem völlig veralteten Programmcode. Auch hier ist Vorsicht angeraten, denn Anpassungen sind oft schwierig und teuer.

15) Kann die Shopsoftware mit der Warenwirtschaft zusammen arbeiten? Je nach Größe des Shops, Anzahl der Artikel und der Bestellungen kann es sinnvoll, ja sogar unabdingbar sein, dass  der Shop mit Ihrer Büro- und Lagersoftware kommunizieren kann.

16) Welche Zahlungsmöglichkeiten bietet die Software? Können Module externer Zahlungsplattformen eingebunden werden? Ist es möglich, Ihren Kunden alle Zahlungsformen anzubieten, die Sie anbieten wollen?

17) Bietet der Shop Möglichkeiten, mit Kunden kommunizieren? Stellt er mehr als die reinen Artikelinformationen zur Verfügung? Moderne Shops sind keine reinen Verkaufsflächen mehr, sondern bieten dem Kunden einen Mehrwert durch begleitende Informationen (Glossar, Blog, Forum usw.)  und interessante Aktionen.

18) Kommt auch ein Mietshop in Frage? Mietshops sind in vielen Fällen die bessere Alternative. Sie können damit sehr hohe Anfangsinvestitionen vermeiden und Ihre Liquidität erhalten. Sie brauchen sich auch oft nicht um Updates und Anpassungen zu kümmern. Doch nicht jeder Shopvermieter stellt Ihnen im Rahmen des Mietvertrages neuere Version zur Verfügung. Insbesondere bei manchen "Billigheimern" bleiben sie auf den einmal gemieteten und irgendwann veralteten Versionen sitzen.

19) Bietet die Software Auswertungsmöglichkeiten? Dies sollten zumindest Kennzahlen über Umsatzgrößen insgesamt, selektiert nach Warengruppen, einzelnen Artikeln sowie über Besucherdaten sein. Wenn Sie die Umsatzdaten in der Warenwirtschaft ermitteln, kann dies im Shop entfallen. Besucherdaten können auch in externen Analysetools wie z.B. "Google Analytics" oder dem OS-Programm "PIWIK" ermittelt werden. Dabei gilt es aber, bestimmte datenschutzrechtliche Regeln einzuhalten.

20) Kann der Shop nach Fertigstellung zertifiziert werden? Zertifikate wie z. B. "Trusted Shops" oder eine TÜV-Zertifizierung schaffen beim Kunden Vertrauen und wirken sich positiv auf den Umsatz aus. Manche Shoplösungen können die Prüfkriterien locker erfüllen, andere wiederum nicht. Wenn Sie Wert auf solche Zertifikate legen, schauen Sie sich nach geeigneter Shopsoftware um, denn Nachrüsten und Anpassen ist oft schwierig und verursacht weitere Kosten.

21) Bietet die Software den Suchmaschinen wie Google und Co. ausreichende Möglichkeiten, die Inhalte umfassend und sicher zu indexieren? Nicht nur die Metatags (z.B. Schlagwörter) sind maßgeblich für eine gute Indexierung. Moderne Suchmaschinen durchforsten die gesamten Inhalte und gewichten diese im eigenen Index nach vielen Kriterien. Veraltete Programmierung kann Hürden für Suchmaschinen enthalten. Die Software darf die Recherche weder verhindern noch unnötig erschweren und sollte den Suchprogrammen (Bots) der Suchmaschinen möglichst genau das anbieten, was wichtig für eine gute Platzierung sein kann.

Shopsoftware ist also lange nicht gleich Shopsoftware.

Sie sollten sehr genau hinschauen und prüfen, welche Software für Sie wirklich taugt. Die Meinungen und Geschmäcker gehen weit auseinander und wen immer Sie auch fragen, werden sie viele unterschiedliche Antworten erhalten.

Im Zweifelsfall fragen Sie bei Beratern und Dienstleistern nach. Diese kennen üblicherweise die wichtigsten Lösungen und können Ihnen brauchbare Empfehlungen geben. Aber wie schon im ersten Teil erwähnt, schauen Sie unbedingt darauf, ob Berater und Dienstleister wirklich die nötigen Kompetenzen haben.

Nachdem diese grundlegenden Dinge geklärt sind, können Sie mit Ihrer Planung weiter fortfahren.

Jetzt stehen die rechtlichen Aspekte an, die wir im nächsten Teil dieser Reihe beleuchten.

Herzliche Grüße,

Arthur W. Borens
E-Business Competence
borens.de

 

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