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Selbstständige: Firmenwagen verkauft? Vorsicht, Falle!

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Steuer Firmenwagen

Von Gerhard Schneider,

Die Geschäfte laufen auch bei Ihnen besser? Und Sie haben Lust, sich einen neuen Firmenwagen zu gönnen und den alten zu verkaufen? Oder: Ihr alter Firmenwagen bekommt keine Feinstaubplakette und Sie müssen sich deshalb notgedrungen von ihm trennen?

In dieser Situation taucht immer eine Frage und eine steuerliche Falle auf: Und zwar beim Verkauf Ihres alten Wagens: Verkaufen Sie ein Auto, das Sie ins Betriebsvermögen genommen haben, müssen Sie für den Verkaufserlös Umsatzsteuer abführen. Beispiel: Sie verkaufen Ihren schon einige Jahre alten Firmenwagen für 5.000 €. Dann müssen Sie dafür 950 € Umsatzsteuer ans Finanzamt zahlen – für viele Selbstständige eine böse Überraschung, die erst bekannt wird, wenn das Finanzamt nachfragt.

Wann die Umsatzsteuer fällig wird

Die Umsatzsteuer wird auch dann fällig, wenn Sie beim Kauf des Wagens gar keine Vorsteuer geltend gemacht haben. Das ist z. B. dann der Fall, wenn Sie Ihren Firmenwagen selbst gebraucht von einem Privatmann ohne Umsatzsteuer gekauft haben. Verkaufen Sie den Wagen dann später, wird trotzdem Umsatzsteuer fällig. Kalkulieren Sie die Umsatzsteuer jedoch mit in Ihren Verkaufspreis ein, wird der Wagen gerade angesichts des Überangebots auf dem Gebrauchtwagenmarkt schnell unverkäuflich.

Ihre Lösung: Erst in den Privatbesitz ­nehmen und später verkaufen

Es gibt aber eine Lösung, die Umsatzsteuerzahlung zu vermeiden, wenn Sie sich von einem Firmenwagen trennen wollen. Gehen Sie folgendermaßen vor: Entnehmen Sie den Wagen zunächst aus dem Betriebsvermögen und machen Sie ihn dadurch wieder zu einem reinen Privatwagen. Nach § 3 Abs. 1b Umsatzsteuergesetz ist die Entnahme von betrieblichen Gegenständen, bei deren Erwerb keine Vorsteuer abgezogen werden konnte, ohne Umsatzsteuerbelastung möglich. Lassen Sie dann ein paar Monate verstreichen und verkaufen Sie den Wagen anschließend als Privatperson. Durch die verstrichene Zeit steht der Verkauf nicht mehr im Zusammenhang mit der Entnahme – und Umsatzsteuer wird nicht mehr fällig.

Tipp: Natürlich können Sie den Wagen – wenn Sie ihn aus dem Betriebsvermögen genommen haben – weiter betrieblich nutzen und die Kosten dafür steuerlich geltend machen. Sie führen Buch über die betrieblich gefahrenen Kilometer und setzen pauschal 0,30 € (bzw. die tatsächlichen Kilometerkosten) als Betriebsausgaben pro Kilometer an.

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