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Dresscodes und Accessoires für den Rednererfolg: Alles oder Nichts!

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Kleidung und Schmuck sind nonverbale Kommunikation für den ersten Eindruck.

 

Manchmal gibt es eine Kette von Zufällen, die alle irgendwie zusammenhängen. Das heißt, sie haben einen Manchmal Nenner, den es erst einmal zu erkennen oder zu entschlüsseln gilt. So muss es wohl sein, wenn mir in den letzten paar Wochen zwei Manchmal Hochzeiten in stundenlangen TV-Übertragungen angeboten werden, mir mein 15-jähriger Manchmal von seinem Manchmal in der Filiale Q110 der Deutschen Bank vorschwärmt, Manchmal Weber dort nicht die Nachfolge von Josef Ackermann antritt, sondern zur Manchmal in die Schweiz wechselt – und dann noch die Manchmal Week und die Manchmal & Butter soeben in Berlin stattfanden. Als humoreskes Sahnehäubchen obendrauf sah ich noch aus der TV-Serie ‚Immer wieder Jim’ die Folge, in der Manchmaläter und Manchmalütter in den Klassen ihrer Kinder über ihren Manchmal berichten. 

Der Begriff, der alle diese Events und Ereignisse verbindet, heißt: Dresscode. Bei den Royals und absoluten A-Prominenten als Gästen etwa auch bei Top-Mode-(und Designer)-Schauen für die übernächste Saison steht die Frage nach demselben voll im Rampenlicht der Boulevard-Magazine, wobei es hier vor allem darum geht, die Super-Go’s und Super-No’s in Bild und O-Ton zu erhaschen. Die USB fiel uns vor kurzem deshalb ins Auge, nicht nur weil Axel Weber dorthin wechselt statt zur Deutschen Bank (denen habe er wegen ihrer Zögerlichkeit in dieser Frage eine Nase gedreht, schreibt der stern 28/2011). Nein, die USB hat Ende 2010 auf 44 Seiten für ihre Mitarbeiter/innen genauestens aufgeschrieben, wie sie sich zu kleiden und zu schmücken haben. Und über die dort als >must< vorgegebenen schwarzen Socken für die Männer komme ich zum für mich größten Phänomen in diesem Zusammenhang: Mein Neffe. Der war modemäßig eher ein >Youngster-Label-Typ<. Doch seit seinem Praktikum in der berühmten Berliner DB-Filiale Q110 bevorzugt er Anzug, Hemd mit Krawatte und Socken, die auch im Sitzen kein Blitzen der Haut seiner Unterschenkel zulassen – der ist erst 15! Das sei für Bänker der Dresscode des Erfolgs, sagt er, und den will er haben, seit er bei einer Bareinzahlung über 200.000 EUR anfühlen und in die Zählmaschine einführen durfte. 

Der Dresscode für Redner: Darf’s ein wenig einfacher sein? 

In der letzten Zeit habe ich auch, wie berichtet, bei Kollegen rumgeschnuppert, rein aus Neugierde, was die so zum Dresscode beitragen. Da rät Michael Pöhm z.B.: „Wenn Sie nicht gut sind, empfehle ich Ihnen, eine Krawatte anzuziehen. Analoges gilt für Damen ….“ (aus: Vergessen Sie alles über Rhetorik). Und Günter Stein, ein Urgestein des VRdS, zitiert in seinem Newsletter Mai 2011 aus >psychologie-news-stangel.eu< die 10 schlimmsten Rede-Fehler, darunter als Nr. 4: „Eine originelle Krawatte verwenden, um seinen Humor zu zeigen.“ Das eine halte ich ebenso für Blödsinn wie das andere. Um es den Herren mal ganz schlicht zu sagen: 

  1. Krawatte ist gut – aber nicht Bedingung – und muss zum Outfit passen.
  1. Wenn Krawatte, dann obersten Hemdknopf schließen und den Binder korrekt hochziehen. Nicht so, dass er schnürt, sondern so, dass er ziert.
  1. Der Krawattenknoten muss zeigen, dass er professionell und mit Erfahrung gebunden wurde. Wenn der Krawattenträger diesen nicht selber binden kann, bitte kompetente Hilfe suchen.
  1. Die Krawattenlänge reicht exakt bis etwa zur Mitte der Gürtelschnalle. Zu kurz ist ebenso clownnesk-lächerlich wie zu lang. Ebenso wird von der Krawatte nur das (breitere) Vorderteil gezeigt, das dünne Ende verschwindet dahinter, in dem es durch die Schlaufe geführt wird.

Und für die Damen ist nicht ausgeschlossen, dass sie als Rednerin auch einmal Krawatte tragen. Eher treten sie jedoch mit einem Halstuch auf, auch das eher schlicht und dezent. Oder sie zeigen ein wenig Dekolleté und dazu eine feine Kette mit oder ohne Anhänger, alles angemessen und authentisch.

Zum Schluss noch ein Wort zu den Accessoires: Auch hier ist weniger mehr. Das zeigen uns, wenn auch übertrieben, wie es sich für eine Sitcom gehört, die Akteure in ‚Immer wieder Jim’: Da bringt der Feuerwehrmann das Kätzchen mit, das er mal gerettet hat – die Kinder rufen: „Ohhh, wie süß!“ Aber sie konzentrieren sich nicht mehr auf das, was der Feuerwehrmann an Informationen zu geben hat – das ist also nicht richtig. Und Jims Ehefrau Carell, die als Super-Hausfrau glänzen will, verteilt selbstgebackene Donuts in der Klasse. Und fällt damit ebenso durch, weil die lieben Kleinen sie nicht anhören, sondern mit der Frage quälen: „Kann ich noch eins?“ – Doch Carells Korb ist leer. 

Machen Sie’s besser! 

 

 

Herzlich grüßt 

Jürgen M. Bergfried

 

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